Gelbe Gedanken richtig hell - die müssen Sonnen sein - in der kalten Nacht, versanken ins Gedächtnis und ich war wieder allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
nacht
GUTE NACHT, TAG
Gute Nacht Du hast meinen schlechten Tag doch zum Schluß gut gemacht - Gute Nacht, lieber Tag. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHWER GENUG FÜR MEIN GEWISSEN
Und wenn ich singe höre ich Schmetterlinge aber ich sehe sie nicht Ich fühle ein helles Gewicht schwer genug für mein Gewissen hin und her ungerissen Die Nacht ist sacht Das Lächeln lacht Mein zweites Ich erwacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LIEBHABERHÄNDE
Der Abend hat Liebhaberhände Passiv aggressiv zart, ich fände Zündend und löschend Brände Deren Herd schwelt ohne Ende Irgendwo an der Dämmergrenze Von Tag und Nacht alle Abende… Berühre mich weiter Traumreiter Ich habe keine Einwände. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHT MIT LIEBE
Du duftest dunkel wie die Nacht Wenn Dein Busen bebend lacht Voll mit Liebe, aufgewacht Umarme mich ganz wie die Nacht Sei mein Bett, groß, fest und sacht Und voll mit Liebe zart vollbracht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FLÜCHTIGE DÄMMERUNG
Tag und Nacht Getrennt durch die Zeit Es weint und es lacht die Unerreichbarkeit der absoluten Vereinigung, die Unerfüllbarkeit sehnender Verschmelzung. Getrennt sind sie Getrennt werden sie bleiben Tag und Nacht sich küssend nur an der Peripherie Herr Tag und Frau Nacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ICH KANN NICHT SCHLAFEN
Ich kann nicht schlafen, mein Herz sehnt sich nach ich weiß nicht was, nach Schöpfen und Schaffen, nach Erleben und Wissen, aber nicht nur das; nach Folgen und Hören und Beschützen auch jenes kleinen, zarten, tiefen Gefühls im Bauch, das das Richtige immer weiß, vom Zweifel keinen Hauch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAG WIE NACHT
Lasst uns den Tag mit Nachtgefühlen starten, mit Zärtlichkeit Menschlichkeit geben und erwarten, lasst uns aus dem Leben einen schönen Traum machen, in deren Erfüllung hinein wir sonnig erwachen. Lasst uns die Nacht mit Tagbewusstsein erleben, mit Ernsthaftigkeit unseren Empfindungen Raum geben, lasst uns aus dem Schlaf ein heilsames Schöpfen machen, aus dem wir innerlich gesund und klarer morgens aufwachen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER FRÜHE MORGEN
Der frühe Morgen ist die schönste Nacht, tief und wissend und sacht - Die Sehnsucht nach Höherem erwacht, tief und suchend und sachte lacht, denn die Freude am Suchen wird belohnt mit einer Steigerung an Empfindung ungewohnt vom Urlicht, das über dem Dunkel thront. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WEHKRAFT
Die Sonnenstrahlen werden Deiner Nacht ihre Dunkelheit entkleiden - Sehen werden wir Dich in reiner nackten Unreinheit, und Dein Leiden wird das Licht hart fest durchdringen - das kannst Du niemals vermeiden - mit Seh- und Wehkraft Klarheit bringen und eine Blume zitternd in uns beiden. Denn Du bist nicht allein im Schatten im Gieren im Lügen im Dünkel im Neiden - Hier werden alle Weltenwanderer ermatten, selbst die Gottgläubigen auch die Heiden. Nur die Kindlichen kommen weiter, sich leicht scheidend aus dunklen Weiden, hinauf, uns führend, auf der Güte Leiter, wehmütig vor Heimweh, und bescheiden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
