Manchmal ist es still, so still in mir, ich fühle mich wie eine Figur in einem Bild an der Wand, jung und ewig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ruhe
ZEITGARTEN
Hier bin ICH räumlich und zeitlich Hier Bin ICH so still wie die Zeit Hier verliere ich mich Hier finde ich mich Hier pflanze ich mich Hier pflege ich mich Hier ernte ich mich Wann ist Dein Zeitgarten? Ein heimlicher Moment der Einkehr beim Gehen, beim Warten, beim Reden sogar, als wenn nichts wär… Wo ist Dein Zeitgarten? Hier wirst Du heilen. Eine Sekunde fühlt sich so an wie ein ewiges Verweilen. Eine Kraft tanken, egal wo und wann, so still wie die Zeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
*Den Begriff und das Wort “Zeitgarten” habe ich von Monika Guillery. Monika, Arno Börtzler und ich leiten zusammen den Frankfurter „Bahnhofsviertel-Literaturclub“.
NACHTRUHE (3)
Manchmal ist mein Herz ruhiger als die ruhigste Nacht tief in seinem Schmerz obwohl es weint, obwohl es lacht schaut es aufwärts. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN TAG ZUHAUSE
Ein Tag Zuhause fühlt sich manchmal wie ein Es-war-einmal an Ein anderes Zuhause fern fern fern von hier rückt fühlbar näher ran… Ein Tag Zuhause wie im Paradiesgarten der Dich neu starten kann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER LÄRM
Der Lärm hat Körper, hat Gesicht, hat Stimme, hat Präsenz, hat Gewicht, hat System als Gesetz, als Kultur, durchdringt Gesellschaft und Natur, und ist unser Leben von Geburt bis zum Tod, von uns ausgehend, uns umhüllend, wie Od. Wo findet der Mensch für einen Augenblick das Schweigen, die Ruhe, der Seligkeit Glück, um zu erahnen und erfüllen sein wahres Geschick? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ICH BESUCHTE DEIN INNENLEBEN
Ich besuchte Dein Innenleben eines Tages, als Du abwesend war, und ich geriet in ein Herzbeben, das wütete unstet, unberechenbar - Grund für sein Auslösen war unklar, denn Du warst ja nicht zugegen. Sag, brennt es andauernd in Dir? Wann wird sich Deine Unruhe legen? Ich hinterlass jetzt ein Teil von mir in Dir, wie Tinte als Gedicht auf Papier. Irgendwann kommst Du wieder nach Hause und findest anwesend die innere Kraft, Ruhe zu wagen, Frieden, eine Pause zu machen, denn die Stille verschafft Dir die Krönung Deiner Wanderschaft. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
RUHE IM TUN
Nichtstun kann man nicht tun. In Frieden kann man nicht ruhen. Ruhen Deine Füße in Deinen Schuhen, ruft die Unruhe: Beweg Dich nun! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FINDE TÄGLICH DEINEN MOMENT
Inmitten des Lärms Finde ich einen schweigsamen Ort Tief in mir. Achte nicht auf meine Worte, Folge meinen Augen und triff mich dort. Ein Moment genügt, um Dich zu finden. Um mich zu finden, musst Du Dich finden. Um Dich zu finden, musst Du den Lärm überwinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEIN SCHWEIGEN
Mein Schweigen Ist ein Loch, in das Deine Worte verschwinden Ist weiche Erde In die sie wie Saatgut eindringen Meine Seele schwängern Meine Blumen blühen lautlos Hell wie Glocken Mein Schweigen ist eine Leere In die Deine Angriffe sich verlieren Und Du wartest und wartest und wartest Vergebens auf meine Wut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WERDE SACHT
Langsam… langsam… Komm runter Verlangsame Dich heute Nacht Mein Herz - Einsam… weil seltsam… Sehnsüchtig mitunter Beruhige Dich, werde sacht, werde sacht Mein Schmerz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
