Deine Brust muss breit sein
Um die Endlosigkeit des Nordens
Zu umfangen
Und um die tausend tiefen Stimmen
Gefangen in seiner Schweigsamkeit
Zu empfangen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung


Deine Brust muss breit sein
Um die Endlosigkeit des Nordens
Zu umfangen
Und um die tausend tiefen Stimmen
Gefangen in seiner Schweigsamkeit
Zu empfangen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung


Als wäre es ein Argument
überschlagen sich die Regentropfen
mit scharfen harten Pointen
Ich verstehe nichts
wenn Ihr gleichzeitig redet
Als hätte er mich gehört
hört der Regen mit einem Schlag
plötzlich auf…
Nein…
Er hat nur innegehalten –
Nun fallen die Tropfen wieder
Sie streiten nicht mehr
Sanft, versöhnend besänftigen sie mich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eine kleine Nacht
Musik für den Geist
Der mich bewacht
Und um mich kreist
Bei mir sitzt und lacht
Immer dann, wenn es heißt:
Wir wissen nicht, was Che macht
Er sitzt alleine meist’.
Ich liebe wohl Gesellschaft
Innerlicher Art
Wesentlich-Geistig-Wesenhaft
Die sich um mich schart
Wenn ich brauche Kraft
Kraft stark, Kraft zart
Wie eine Flöte zauberhaft
Die Ewiges aufbewahrt.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Heute bin ich Topf
Eintopf
Herz voll und viel und weich
Gedeckelt vom Kopf
Köchelnd umrahmt statt mit Haaren
Mit einem dichten Ideenschopf
In unsichtbaren Schichten
Angekettet an Impulsen geflochten
Zu einem Zopf, an dem jemand zieht
Ich weiß nicht wer, ich kann mich nicht umdrehen
Ohne daß sich meine Gedanken
Nicht gerinnen zu einem Pfropf –
Deshalb, heute, Knopf auf,
Gedanken atmen lassen
Mitmenschen grüßen in den Straßen
Und Empfindungen einfallen lassen
Tropf für Tropf.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Wir genießen die Sonne
Weil sie unter geht
Schön ist die tiefe Wonne
Die in mir entsteht
Denn Du bist mir gekommen
Mit allem, was Du bist
Hast strahlend hell geglommen
Erregter Amethyst
Geweckt das frohe Fließen
Gefrornes Morgentaus
Doch intensiv genießen
Halt ich nicht ewig aus
Des Sommers und des Winters
Bin ich beides gleich
Das Schließen des Fensters
Öffnet zum Innenreich.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ruhige Tage
Mein Sinnen vage
Frei von Sorgen
– das macht mir Sorgen
All meine Plagen
Das leise Unbehagen
Die vielen Fragen
… schweigen.
Die Wanduhr tickt leise
Wandschatten gehen auf Reise
Es weigern sich unerklärlicherweise
Meine Sorgen weiterhin sich zu zeigen…
Als ob heut Zuhause
Mit ner kleinen Verschnaufpause
Der sanfte Abend mich traf:
Schlaf, Kindlein, schlaf.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung
Gefühlenkarussell
Dunkel folgt auf hell
Und schnell.
Gestern hasste ich Dich noch
Doch die Liebe ist ein schräges Loch
Aus dem mein Verlangen wieder kroch
Gedanken in Umlauf
Ich habe gelernt, sie
Gar nicht ordnen zu versuchen…
Die Grundempfindung ist vorhanden
Und habe ich sie endlich verstanden
Werden auch die Gedanken landen.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung.
Der Wald sprach zu mir und ich war stumm, und folgte dem Ruf Schritt für Schritt, denn die Stimme, sie war mir vertraut. Ich schwöre, die Welt hatte sich in Schweigen ertrunken, denn alles, was ich hörte, war meine innere Stimme, Widerhall des Waldes Rufes. Mit jedem Tritt wuchs das Gras und teilten sich die Bäume. Langsam beschleunigte sich mein Herzklopfen. Ich wusste, jetzt kommt Magie, jetzt kommt Zauber. Doch als der letzte Baum hinter mir verschwand mit Wald und Welt, fand ich – am Ende meines Weges – aufschauend, nur mich selbst. Und ich habe mich seit dem nie wieder verloren.
– Che Chidi Chukwumerije
Puderzucker auf den Fluren
Kindlich, rein, pur
Überall Tierspuren
Von Menschen keine Spur.
– Che Chidi Chukwumerije.