Wer auf die Welt verzichtet,
erhält so viel von der Welt, wie er braucht.
Wer nach der Welt unersättlich lüstet,
verliert Teile von sich, die er zum ewig Leben braucht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wer auf die Welt verzichtet,
erhält so viel von der Welt, wie er braucht.
Wer nach der Welt unersättlich lüstet,
verliert Teile von sich, die er zum ewig Leben braucht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Höher Immer höher Steigt mein Verlangen Größer Immer größer Die Tränen auf meinen Wangen Freudentränen Herzen, die sich sehnen Zu einander schreien wie Sirenen Lauter Immer lauter Herzen, die schreien und bangen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich atme den Abend ein Küsse Dich in kleinen Mengen Du bist mein Abendwein Antwortest mit kleinen Klängen Nach so vielen rauen Tagen, Sollen wir nun Gute Nacht sagen Der Welt und all ihrem Unbehagen? Gute Nacht, dunkle Nacht, Du hast den Mond in mir entfacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich würde gerne unbemerkt durch Dein Wald spazieren gehen aber laut sind meine Schritte leider, noch bin ich zu übersehen Kaum tauch ich in Deinem Herz auf so läufst Du mir wild hinter her rufend, Hände nach mir streckend Ich fliehe, jetzt ist’s wieder leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich kann nicht schlafen, mein Herz sehnt sich nach ich weiß nicht was, nach Schöpfen und Schaffen, nach Erleben und Wissen, aber nicht nur das; nach Folgen und Hören und Beschützen auch jenes kleinen, zarten, tiefen Gefühls im Bauch, das das Richtige immer weiß, vom Zweifel keinen Hauch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Nicht die Größe des Universums, sondern die Tatsache, daß alles Stoffliche zusammen trotzdem nicht groß genug ist, um das Herz zu füllen, ist das Erstaunliche. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Es gibt Blicke, sie sind grob, fest, physisch, Sie fassen sich gegenseitig überall an. Sie kleben förmlich aneinander siamesisch, ziehen einander jeweils in des andern Bann. Kein Wort moderiert die krude Intensität. Schweigend, dieser Moment der Intimität. Ein Mensch, der an der Bushaltestelle vorbei geht; Ein anderer, der auf dem Bus wartend steht. Jeder schaut den anderen verlangend an und wird nie erfahren des andern Identität. Hier kommt der Bus, der eine steigt ein - Der andere geht weiter. Beide bleiben allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Dehnen - mich dehnen - mich ausdehnen Über die Grenzen der Straßen hinaus Über die Fesseln unserer Lächeln hinaus Über die Schranken aller Gedanken hinaus Über die Sätze Eurer Gesetze hinaus Über die Fügung unserer Lügen hinaus Über die Glut des Blutes hinaus Über die Enge meiner Ängste hinaus Über das Drohen ihres Hohns hinaus Ich will mehr. Dehnsucht. Ich will mehr sein. Dehnsucht. Ich will mehr bewusst sein. Dehnsucht. Nach dort, wo Du bist Die reinere Hälfte meines reiferen Selbst Schmerzlich vermisst Der Schmerz weitet mich von Selbst zu Selbst Aus. Ich lasse es zu und gehe mit, Denn die Dehnsucht in mir hält Schritt Mit dem Schmerz, der mich innerlich frisst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich habe von Menschen gehört, die ahnen, daß es nicht funktionieren wird, dennoch gehen sie wie getrieben der Liebe Bahnen entlang, hoffend es wird funktionieren doch - und verenden gefangen in einem Loch. Was ist diese Macht, die uns dazu zwingt zu tanzen, obwohl die Liebe nicht singt und nur die Musik des Rattenfängers klingt? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eine Wölfin - Warum streift sie allein durch den Wald? Weiß sie nicht, ich komme bald? Hörst Du sie heulen, redend mit sich Tröste sie nicht, das mache ich Berühre sie nicht, sonst beißt sie Dich. Die Wölfin in Deinem Wald Sie heult für mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung