Die kalte Erde
drückt den Schnee
fest gegen ihre Brust
so fest, es tut ihr weh
Schmerzmittel
Herzkittel
Kälteres Jahresdrittel
und es tut immer noch Weh.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die kalte Erde
drückt den Schnee
fest gegen ihre Brust
so fest, es tut ihr weh
Schmerzmittel
Herzkittel
Kälteres Jahresdrittel
und es tut immer noch Weh.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Guten Morgen feuchter, benebelter, Traum betrunkener Tag - Alle Samen, die ich, Beseelter, heute zu säen mag, werden ungestört tief in die lautlose Erde des weichen Herzens dringen, unmerklich, um dort zu warten, bis Licht es werde morgen und Früchte bringen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn Du weißt, es ist noch nicht so weit und Du warten musst - und Du warten musst - zwischen Hoffnung und Frust, Herz voller Leben, voller Lust, ein tausendseitiges endloses Erwarten des Endes, des Anfangs. Zum Starten reicht Deine große Sehnsucht nicht, Deine tiefe Sehnflucht. Es sticht, es sticht, die Sicht, die Sicht ist noch getrübt. Du musst noch warten. Und harren wachsend im Erwarten. Die Charakterzüge, Blumen im Garten, die Dir dabei erblühen, die harten aber vor allem die geschützten zarten, werden eines Tages zu Deinen Fahrkarten - Auf sie tut Dein Schicksal geduldig warten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Warte nicht drauf Nimm Du es Dir Es wartet auf Dich Warte nicht auf den Tag Es ist immer Tag - auch nachts Du musst nur aufwachen, aufstehen Warte nicht auf die Liebe Sie wartet bereits bereit in Dir Gib sie einfach weiter Worauf wartest Du noch? Je früher Du es raus schickst Desto früher kehrt es zurück zu Dir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Manche kommen ohne zu gehen Manche gehen ohne zu kommen Manche kommen ohne abzugehen Manche gehen ohne Abkommen Frust Lust Was Du musst Unterscheidet sich von dem, was Du tust Sehnen, dehnen Nehmen, genommen Fragen, verzagen Weder gehen noch kommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Neben Dir
Wegen Dir
lernte ich das Warten
Denn neben Dir
wegen Dir
hatte ich nichts mehr zu erwarten
als Dich
dachte ich –
Doch fand ich, stattdessen, mein Ich.
Und jetzt warte und warte und warte
ich auf Dich
denn neben Dir
wegen Dir
fühle ich mich wie Ich
und dafür lohnt es sich
hier in unserem Liebesgarten innerlich
zu warten geduldig
auf Dich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
So lang im Warten gelebt
Es ist mehr als Warten
Es ist Wartung
Denn es ist eine Mischung
aus Schmerz und Wachstum
und Erwartung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ein Wort zu viel
wiegt weniger schwer
als ein Wort verschwiegen
und kann es nicht ausgleichen.
Die Berge schweigen laut
und lauter als die Nacht
und lauter als die Toten
und lauter als die Einsamkeit.
Nur die Reue schweigt lauter,
wenn es schon zu spät ist.
Und alles Schweigen der Welt
kann das gesprochene Wort nicht korrigieren.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Diese Ahnung
Den ganzen Tag lang
Daß irgendwann heute in der Früh
Irgendwas in Dich eindrang –
Aber was?
Eine Melodie ist ein wortloser Gesang.
Viele mögliche und unterschiedliche Worte
Schwängen mit ihr im Einklang.
Seltsam, am Ende des Tages,
Nach dem ganzen langen schweren Gang,
Der selben wortlosen Melodie zu lauschen,
Ohne Antworten, wie am Anfang.
Diese unterschwellige Ahnung
Den ganzen Tag lang
Daß irgendwann heute in der Früh
Irgendetwas in Dich eindrang –
Aber was?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Alle warten auf irgendeinen Startschuss
Keiner weiß wann oder genau wozu
Angespannt wartend brennen wir ohne Ruh
Schwankend zwischen Genuss und Verdruss.
Irgend ein Krieg kommt immer näher
Alle spüren es, jeder auf seine Weise
Eine innere Stimme mal laut mal leise
Die Sehnsucht nach Frieden, hehr. Sehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung