DAS SCHWEIGEN DILEMMA

Weil sie laut sind schweigen?
Oder weil sie laut sind schreien?
Was soll der Mensch tun, um einzugehen
in den Zustand der gewissenhaft Freien?

Weil ich nicht alles weiß schweigen?
Oder weil ich zu viel weiß reden?
Um zu schützen oder um zu schaden?
Hades oder Eden.

Was soll der Mensch tun, um einzugehen
in den Zustand der von Schuld Freien?

Che Chidi Chukwumerije (14.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

55AA5E0E-0E05-4752-B1AF-A1BAB7205B99.png

DIE ICH-GRENZE

Die Ich-Sonne
Im Zentrum des Ich-Sonnensystems
In mitten der Ich-Galaxie
Im Herzen des Ich-Universums

Diese Ich-Sterne
Mit nach Intern gerichteter Schwerkraft
Verbiegen die Aussicht aufs Externe
Beziehen alles auf die eigene Eigenschaft

Es fällt ihnen schwer
Zu begreifen, zu akzeptieren, zu glauben,
Daß manche Menschen einfach mehr
Können, als sie selber vermögen.

Ich-All
Ist nimmer Licht-All.
Ergo: Egotrip, der Ich-Knall
Ist eher Dimmer des Licht-Alls,
Et al, et al.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

AUF DEN ERSTEN

Du bist reingekommen
Du hast mir in die Augen geschaut
Ich hab Dir in die Augen geschaut
Und ich wusste.

Nur wusste ich nicht
Was ich wusste.
Jedoch wusste ich es.

Und ich wusste, daß ich es wusste.

Und so
Wie Du mich anschautest…
Wusstest Du auch
Daß ich es wusste.

Und ich wusste
Daß Du es wusstest.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

GESCHICK

Freunde finden Dich
Feinde auch
Höre auf das Gefühl
In Deinem Bauch

Freunde finden sich
Mit einem Blick
Ein Blick reicht immer
Zum Pech und zum Glück.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Mein Jahr der deutschen Dichtung

AFRICA BLEEDING OUT

It is the hope in the eyes
Of the arriving refugee
That breeds the sadness of heart
In the one that welcomes him
For he knows the frustration
That follows and the humiliation
That hollows out…
And the silence.

Knowledge is a heavy burden –
To know that Humiliation is
The highest they will get
And yet they are ready to take it
In the hope of a better life
Makes one sad…
What made Africa do this to itself
And its posterity?

– Che Chidi Chukwumerije.

HIMMEL!

Ein Zug klopft in meinem Kopf
Mein Herz schlägt
Stark

Meine Augen öffnen sich kurz
schließen sich wieder
Ich bin allein.

Die Angst lähmt mich
Sorge verwirrt meine Gedanken
Die Hoffnung umarmt mich zart, ich bin inruhig
Wolken, grau, schweben über mir
ich sehe den Himmel nicht mehr.

Hebe den Fuß, Mensch, und schreite fort!
Ich höre die Stimme klar, zwar
doch ich habe Angst.

Wo ist der Himmel?

Stimme wieder, Stimme wieder:
Mußt du wirklich den Himmel sehen
um dich daran zu erinnern, daß er
da ist? Er ist immer da.

– Che Chidi Chukwumerije.

MUSIK SEIN

Das Gesagte ist nur halb gewagt
Den Rest lass Sein.

Che Chidi Chukwumerije

GESCHWEIGE DENN

Ich befinde und bewege mich plötzlich an einem Ort jenseits von Worten, und wie ich hierher gelang, kann ich nicht sagen.

Auf einmal sehe ich die Welt anders und so wie ich sehe, lässt sich nicht in Worte drücken, geschweige denn über Worte zum Ausdruck bringen.

Empfindungen. Bilder. Begriffe. Aufnehmen. Wissen. Lieben. Schweigen.

Che Chidi Chukwumerije.

FEST ABER ZART

Zart geht das
Bezwingen kann man es nicht
Empfangen nur
Kann man ein Gedicht

Das war zu hart
Denke daran, das ist eine Blume
Fest aber zart
Werbe Dich um die Blume

Und wenn ich scheide
Bleibe ich
Und wenn ich bleibe
Scheide ich
Aber nie aber nie leide ich
Scheide oder bleibe ich

So geht das
Bestimmen kann man es nicht
Empfinden nur
Kann man ein Gedicht.

– che chidi chukwumerije.

VOYEUR

Manchmal sitze ich vor dem
Schönen großen Smart TV und
Beobachte nicht das Programm, sondern
Die eingebaute kleine Kamera drauf

Ein IT-Techniker in Lich, der
Hat seins zugeklebt. Die können
Alles sehen, hat er mich unterrichtet
Selbst wenn sie aus ist –

Ob das stimmt, wundere ich mich
Ziehe langsam die Unterhose aus
Ich sehe ihre tausend Gedanken
Und lenke sie von meinen ab.

– Che Chidi Chukwumerije.