LOVE THOSE YOU HAVE TODAY

So, your enemy
Disguised as a friend
Separated you from
Your real friend, in the end.

Well, it’s all good, it’s all good
Wear not regret as a crown of thorns
Love those you have today.

What use is the morning’s advice
If you understand it only in the evening,
When it’s too late
You think?
The day is already gone

Well, it’s all good, it’s all good
Love the night too
The moon is a growing sun.

– Che Chidi Chukwumerije.

WORTBRUCH

Manches Schweigen
Sehnt sich danach
Gebrochen zu werden

So flehte lautlos die Nacht
Atemlos, pausenlos, wortlos…
Doch blieb fern der ersehnte Einbrecher.

Nein, fern blieb er nicht
Nur lautlos, pausenlos, atemlos
Brach er sein Wort.

– Che Chidi Chukwumerije.

TENSE TIES

The quiet is defeaning
It bursts your eardrums
Eery and foreboding

Who will make the first move?
Who will change sides?
What is really happening?

History, like a confused child
Keeps coming back home
Looking for its parents

History, like a boomerang
Circles and circles the raised hand
Waiting for peace and rest.

– Che Chidi Chukwumerije.

MORGENSTAUNEN

Nachtmantel fallen lassen
Getaut, geschmolzen
In der steigenden Wärme
Einer zögerlichen schüchternen
Perlenbesprenkelten
Morgensonne.
Voller Staunen kommt und vergeht die Dämmerung
Noch bevor sie ihre Erinnerungen niederschreiben
Kann.

– Che Chidi Chukwumerije.

HIN UND HER

Magnete, die anziehen
Stoßen ab
Sich, dich und mich
Und gegenseitig

Neugier erregt meine Neugier
Jede Annäherung bewirkt
Diese kuriose Distanzierung
Warum?

Und sind wir danach
Uns vertrauter
Oder uns fremder
Nun geworden?

– Che Chidi Chukwumerije.

PEACE IS A STRANGER

How much is peace worth?
How many countries on earth?
How many blood-sprinkled shirts?
How many interrupted births?

How many truths? How many lies?
How many will regret a compromise?
What price is worth the prize?

This is the danger:
Peace is a stranger

On earth.

– Che Chidi Chukwumerije.

SPRACHLOS

Herz reicht noch nicht aus
Zum Artikulieren

Kopf reicht noch nicht aus
Zum Empfinden

Sprachlos mag ich sein
Doch nie ohne Empfindung
Das Feuer in mir.

Sprachlos mag ich sein
Aber nie ohne Empfindung
Das Feuer in mir.

– Che Chidi Chukwumerije.

REGRET IS SWEETEST AT NIGHT

See there, a stream
It flows only at night
How can this be?
Who melted my frozen pride?

Who taught me how to cry
When the night is singing?
The book of my life
The pages start revealing

Every petal of blossoming pain
The seed was mine, I broke the ground
And sealed it over with a pound of pride
Not a drop of remorse

Or so I thought.
Yet see, there, a stream
It flows at night in my loneliness
Pride thaws and falls like rains of regret.

– Che Chidi Chukwumerije.

ELF METER

Nadine von Hassliebehamburg hat diese elf Gedanken als Fragen an mich formuliert, auf die ich gerne reagiere:

1. Was ist deine liebste Uhrzeit des Tages und warum?

Zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Innerhalb dieses Zeitraums lese und schreibe ich oft – oder liege schlaflos wach und denke nach, bzw versuche, nichts zu denken.

2. Welchen Tick bzw. welche Macke würdest du wirklich gern loswerden?

Ich kaue manchmal auf meiner Zunge – ein Überbleibsel der Anspannung und Nervosität meiner Kindheit.

3. Was ist deine liebste Macke bei anderen?

Bei jedem ist es was anderes. Aber i.d.R sind es irgendwelche zum Habitus gewordene Ausdrucksformen der Unbeholfenheit oder der Frechheit.

4. Hat sich das Bloggen bei dir im Laufe der Zeit verändert? Wie?

Verändert nicht; wohl mir deutlicher gemacht, warum Dichtung und Prosa zwei völlig unterschiedliche Gattungen sind. Als Blogger an sich bin ich noch Neuling. Ich versuche noch, gedanklich mich in die Möglichkeiten einzuarbeiten, die Bloggen bietet.

5. Was machst du an einem Sonntag?

Was auch immer an dem jeweiligen Sonntag gemacht werden muß und darf. In der Regel sind es Dinge, die einer gewissen äußeren Entspannung und der inneren Vertiefung dienen.

6. Was würdest du niemals an einem Sonntag tun?

Das weiß ich nicht.

7. Deine Lieblingsstadt? (Und warum?)

Meine Geburtsstadt, Lagos in Nigeria. Das Leben dort ist unmittelbar.

8. Wann hattest du das erste Mal in deinem Leben das Gefühl, wirklich klar zu sehen?

Mir wurde irgendwann klar, daß mir diese Klarheit immer noch fehlt. Wann genau mir das aber klar wurde, ist mir nicht ganz klar.

9. Dein Lieblingsbuch? (du weißt ja…warum?)

„The Fountainhead“ von Ayn Rand. Die Hauptfigur, Howard Roark, besteht darauf, nicht nur sich selber zu sein, sondern – vielleicht wichtiger – ein Individuum zu sein, auch wenn er dadurch sich von anderen stark unterscheide. Dafür zahlt er einen hohen Preis, gewinnt aber auch einen hohen, vielleicht höheren, Preis am Ende.

10. Wovor hast du Angst? (…nein, du musst nicht erzählen, warum.)

Davor, mein Leben dafür einzusetzen, nach einem Ziel zu streben, das sich letztendlich als wertlos erweist.

11. Wenn du an Wiedergeburt glauben würdest, wer wärst du dann schon gewesen?

Ich glaube an die Wiedergeburt und weiß, wer ich einst war: Ich.
Deshalb ist mir die Gegenwart, das Hier und Jetzt, wichtiger. Denn ich war, bin und werde immer ich sein. Zeit ist mir unwichtig. Nur Sein ist wichtig. Sein ist alles – ist Zeit, ist Raum, ist Leben und Erleben.

– Che Chidi Chukwumerije.

(Aus den Archiven)

SIE ROLLT…

Sie rollt…
Verschollene Zeit
In wie weit
Seit gestern Abend
Verweilst du noch an meiner Seite?

Sie bleibt. Treibe ich?
Nach vorn und nach hinten, ab und zu
Bleibe ich?
Verschollene Zeit
In wie weit
Seit gestern Abend
Verweilst du noch an meiner Seite?

Eine Hexe kam zu Besuch
Ich wusste nicht weiter
Aber als ich erwuch…

Schau, so ist es nun:
Auf der anderen Seite bin ich wach.
Verheißene Zeit
In wie weit
Seit einer Ewigkeit
Verweile ich noch unterwegs zu mir?
So war es einmal…

– Che Chidi Chukwumerije.