SUBTILE VERÄNDERUNGEN

Ich bin heute gestorben
Ohne daß irgendjemand es merkte
Obwohl ich es nicht sonderlich versteckte

Ich wurde heute neu geboren
Ohne daß irgendjemand wahr nahm
Daß sie sprachen mit einem andern Mann.

Wie kann das sein? Ich tausche mich aus
Immer und immer und immer wieder
Dennoch fragen alle nach den alten Liedern.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NACHT(ENT)FALTER

Müde.
Aber nur ich, nicht die Muse.
Nacht. Ruhe.
Zuhause. Nicht ich. Nur die Schuhe.
Ich gebe mir Mühe
ruhig zu bleiben
denn meine Gedanken treiben
mich dazu, dies nieder zu schreiben:
Blühe, Selbst, blühe.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

VERSTÄNDIGUNG

Zu wissen, daß
Du niemanden verstehst
der mit Dir redet
und keiner Dich versteht
mit dem Du redest

Und dennoch weiter
zu reden mit ihnen
Tag ein, Tag aus
Euch verständigend und
gemeinsame Ziele angehend

Ist die Kunst des Lebens.
Des Nehmens, des Gebens.
Des ehrlichen Strebens.
Des täglichen Erlebens
des Rätsels des Lebens.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ABENDLICHES NACHDENKEN

Das Wesentliche.
Ich schaffe es nie,
am Ende des Tages,
den Tag abzustreifen
auf der Suche in mir
nach dem Wesentlichen.

Es bleibt alles in mir,
die Gefühle, Empfindungen,
Gedanken, die Erinnerungen,
die Menschen. Alle kommen
ein letztes Mal zusammen und
bereichern das Wesentliche in mir.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

JUST SMILE

Smiling makes you happy

Happiness makes you smile

So, just smile.

Che Chidi Chukwumerije

VEREINFACHUNG

Bist Du mutig?
Fragt mich die Innere Stimme -
Bin ich.
Dann höre auf mich - das ist Mut.
Zeige Dich.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GLÜCKSBRINGER

Wenn Du einsam bist
Rede mit Dir selbst
Dafür musst Du nicht
Warten auf den Herbst

Wenn Dein Glücksbringer
Dir keine Freude bringt
Zünde innerlich eine Kerze
Deren Schein nach Außen dringt

Du bist ohne es zu wissen
Jemandem sein Glücksbringer
Jemandem seine Freude
Seine Stärke, sein Pfadfinder

Sterbe nicht bevor Du stirbst
Lebe während Du lebst
Schenke mir einen tieferen Blick
Wenn Du morgen spazieren gehst.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WAS MEIN GEIST WILL

Manchmal bin ich so still
Ich weiß selber nicht
Was mein Geist will
Dann schreibe ich ein Gedicht

Wir machen so viel
Und machen es nicht publik
Das Leben ist kein Spiel
Kein Model, keine Politik

Es ist ein Schmerz, der sticht
Eine Sehnsucht nach Mehr
Eine Empfindung vom Dunkel und Licht
Eine Ewigkeit ohne Wiederkehr

Es ist täglich die Suche
Nach der Bedeutung von Gesellschaft
Es ist die unendlichen Versuche
Menschentum zu erheben über Bürgerschaft.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

VER-BINDEN

Ich finde
wenn ich linde
Deine Augen binde
mache ich aus Dir keine Blinde

Trau Dich. Überwinde
Deine Angst, wenn ich Dir die Hände zubinde
Empfinde
den Zugang in Dir und verschwinde

Und erwache in der Welt des Sinnes
Bist Du das? Ja, Du spürst es. Ich bin es
Jetzt kannst Du mich besser sehen
Besser fühlen und besser verstehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GEBÄRDENSPRACHE

Manche hören unsere Worte nicht
Sie sehen sie, sähen sie
Wenn wir uns die Mühe machen würden
Sie ihnen mit unseren Händen zu zeichnen
Hände sprechen Volumen.

Manche Fremdsprachen kommen nicht vom Weiten
Sie stammen aus der Mitte der Gesellschaft
Und waren immer da und immer nah
Immer am Rande unseres Bewusstseins
Und nimmer fremd.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung