Obwohl es Innenleben heißt zeigt es sich in den äußeren Zügen unserer Gesichter. Der Geist drückt, der Körper muss sich fügen. Wie viele Lächeln versuchen vergeblich eine verwelkte Blume zu begraben? So viele Küsse sind einvernehmlich aber die Liebe ist selten leicht zu haben. Ich sehe Dich und umarme Dich ohne Dich anzuschauen oder anzufassen Wir umarmen uns inniglich ohne uns zu lieben oder lieben zu lassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Emotionen und Gefühle
LIEBE ALS RATTENFÄNGER
Ich habe von Menschen gehört, die ahnen, daß es nicht funktionieren wird, dennoch gehen sie wie getrieben der Liebe Bahnen entlang, hoffend es wird funktionieren doch - und verenden gefangen in einem Loch. Was ist diese Macht, die uns dazu zwingt zu tanzen, obwohl die Liebe nicht singt und nur die Musik des Rattenfängers klingt? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EMPFINDE DIE ERBSE
Übe und lerne unruhig zu liegen auf weichen sanften bequemen Betten wie die Prinzessin auf der Erbse - Deine Empfindung wird Dich retten im Dunkel ohne Stab, ohne Leiter, ohne Kerze wird ein Hauch des Falschen Tonnen wiegen auf Deinem Gemüt. Du wirst es spüren, eine feine Empfindung ohne große Erklärung - Schichten von Geschichten ersticken sie nicht - Wenn etwas nicht stimmt, fühlst Du die Störung. Und das Empfundene, ob Gericht oder Gedicht, spürt stets die Worte auf, die dorthin führen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE LIEBE BLEIBT
Ich komme und gehe wie der Morgen, wie der Abend wie ein Weltkörper drehe und drehe ich mich andauernd fragend aus einem Bewusstsein ins andere - merkwürdig, wie ich mich ständig verändere. Die Menschen, die innig mit mir in Liebe verbunden sind… die Sehnsucht macht uns wahnsinnig denn die Liebe macht uns blind, deshalb auch wenn wir uns nicht sehen lebenslang bleibt unsere Liebe bestehen. Vieles überlebt alle Veränderungen nicht aber die Liebe bleibt bis zum jüngsten Gericht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HEUTE SCHREITET NOCH EINE WEILE
Ich sehe Euch wie Ihr schnell die Sonne sucht, nach dem Morgen seht, nach der Dämmerung sehnt Gerne würde ich die Arme nach Euch strecken und rufen Halt! - denn Heute schreitet noch eine Weile im Kreise um Euch mit ausgebreiteten Schätzen herum… Doch keine Rufe sind so hell wie die Sonne, keine Arme so stark wie der Morgen. Sie reichen nur zum Auf Wiedersehen Sagen und aus der Ferne Auf Wiedersehen Winken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NICHT MEINE WELT DEINE
Nicht meine Welt Deine Warum blieb ich so lang? Mit Dir fühle ich mich alleine gelassen stets am Anfang einer nie beginnenden Reise voller lauter Versprechen die verhallen, unerfüllt, leise und auseinander brechen. Aus der gebrochenen Schale entsteht ein älteres Versprechen in Menschenform ohne Wundmale die von Widersprüchen sprechen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SIE ZÖGERT
Offen für alles fand sie nichts Besonderes Offen für nichts fand sie was Besseres aber zögerte nun, sich wieder zu öffnen, aus Angst, es könnte sie erst entwaffnen und dann, nach dem sie da nackt liegt - festgenommen, genommen, unbefriedigt - sie wieder verlassen, wie gewöhnlich besiegt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZU DIR
Ich bin unterwegs Die Reise liegt mir schwer auf den Schienen träge, stockend und zäh. Links und rechts jenseits des Tunnels her erscheinen plötzlich die grünen Grenzen der Realität näher als erwartet doch stets unerreichbar. Geduldiger als je zuvor sehnen sich meine Gedanken nach Dir. Ich bin unterwegs zu Dir von irgendwoher in mir um Dir zu dienen aber auch zu beschäftigen schwer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES DRÄNGT
Herz schwer beladen mit Drang Mitteilungs-, Bewegungs-, Geltungsdrang. Suchen! Suchen! Erlebnisdrang. Irgendwas Unvollendetes Irgendwas Unerklärliches Irgendwas Selbstgetriebenes regt sich in Dir, macht Dich unruhig. Keine Beziehung kann Dich beruhigen Keine Leidenschaft kann Dich befriedigen Keine Errungenschaft kann Dich besänftigen. Geistiges, Andersartiges regt sich in Dir, durstig und unruhig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINER IST VOLLKOMMEN
Keiner ist vollkommen - Die, die Dir am nächsten sind, werden es Dir belegen. Weil sie Dir am nächsten sind. Suchst Du die Frommen, suche nicht unter Deinen Freunden. Nur die neben Dir einst gelegen, können Dich verleumden. Aber angenommen Du verzeihst nicht, wenn sie bitten, wirst Du den erhofften Segen auch draußen nicht finden bei Dritten. Denn keiner ist vollkommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
