DEIN LEBEN IST MEIN GEDICHT

Morgen schreibe ich Dir ein helles Gedicht
Denn Deine wolkigen Augen schreien nach Licht
Doch Herzen brechen ist wohl des Dichters Pflicht
Und heute Nacht bist Du dran

Gnadenlos und hungrig, ein harter Bösewicht
Dürstig und dürftig, bis Dein Herz zerbricht
Dringe ich immer tiefer ein in Deine intimste Einsicht
Bis ich Dein Wissen hab aufgetan

Ich will Dich enttarnen Schicht für Schicht
Will wissen, was Du weißt und ich noch nicht
Will Welt und Schmerzen und Sehnsucht sehen aus Deiner Sicht
Denn die Frau führt den Mann

Und verzehrt ihn langsam wie das letzte Gericht
Und zerdrückt ihn innigst mit ihrer Empfindung Gewicht
Und entlockt ihm morgen ein helles Gedicht
Und verschluckt ihn irgendwann.

– Che Chidi Chukwumerije.

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RICHTIG FEST

Ich träumte
Eine Stimme hinter mir
Ne Freundin zu ihrer Freundin:

Der ist so stark
Echt, der ist so stark
Das ist krass
Er hat seine Krallen und Zähne
Tief also aber richtig richtig tief
In mich hinein gesunken
Und lässt nicht mehr los…
Ich werde wahnsinnig
Das ist echt so irre!

Tut es nicht weh, hörte ich meine Stimme fragen.
Ne, also Ja. Aber so passt es richtig.
Und ich dachte an uns und war beruhigt
Und war wach.

– Che Chidi Chukwumerije.

SCHMERZGRENZE

Mein Herz ist warm
Mit Liebe zu Dir
Und voll wie Kokosnussschalen

Drum sag ich Dir
Ich nehm’s Dir nicht übel
Wie Du es brichst mit diesen Qualen

Nur form bitte aus Deinen Palmen
Einen Kelch unter den Trümmern

Fang auf meine Liebe, die da raus tropft
Und halten, und küssen und lindern…

– Che Chidi Chukwumerije