Die Welt vor mir ausgebreitet Ein Geist, der auf ihr reitet Meine Sehnsucht ausgeweitet Für die Reise vorbereitet Eine Freude, die mich begleitet. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Lust
SOMMERNACHTERREGEN
Und dann hast Du uns erlöst, plötzlcher Regen in der Sommernacht - Pitipatapitipata, sanft, aufgelöst wie eine Stimme, die stöhnt und lacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER HANG
Wenn der Hang stirbt stirbt die Verbindung zu vielen Menschen und entsteht eine Verbindung zu anderen die Echtes in sich birgt. Du kennst Dich nicht Bis Du in Dir den Hang überwunden hast Du weißt nicht, was wirklich zu Dir passt Bis Dein Hang zerbricht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
RAUM FÜR SPASS
Starr war‘s in Deiner kalten Welt Der Mars in einem dunklen Zelt Wär wärmer Doch ich bin Dein Jedi Dein Dreddy, Dein Teddy, Dein Che und Dein Tschiddy Egal wer, egal was Dich so arg verletzt hat Er, es, ist es nicht Wert. Heute haben wir Spaß an des Schmerzes Statt - Ich hab ein Lichtschwert. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MONDWEIN
Ich atme den Abend ein Küsse Dich in kleinen Mengen Du bist mein Abendwein Antwortest mit kleinen Klängen Nach so vielen rauen Tagen, Sollen wir nun Gute Nacht sagen Der Welt und all ihrem Unbehagen? Gute Nacht, dunkle Nacht, Du hast den Mond in mir entfacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERZSPAZIERGANG
Ich würde gerne unbemerkt durch Dein Wald spazieren gehen aber laut sind meine Schritte leider, noch bin ich zu übersehen Kaum tauch ich in Deinem Herz auf so läufst Du mir wild hinter her rufend, Hände nach mir streckend Ich fliehe, jetzt ist’s wieder leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BEDACHTSAMKEIT
Lass uns schweigen denn mich dünkt unser Schweigen ist intimer als unsere vorsichtigen Worte Lass uns Abstand nehmen denn mich dünkt Der Abstand bindet uns fester zusammen als Beisammensein an einem Orte Lass uns warten denn mich dünkt Warten fördert Wachstum der gesunderen Sorte. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WORTLOS
Das erste Wort, das mir einfällt,
wurde mir von Mund zu Mund übertragen,
verpackt in einem Kuss als wir da lagen,
schweigend, fern von der Welt.
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Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ES WAR NICHT AUS SPASS
Es war nicht aus Spaß
Es waren nicht bloß Triebe
In jedem Apfel, den ich aß,
suchte ich wahre Liebe.
Wasser, Wasser überall
so trocken wie der Sand
bis ich endlich durch Zufall
mein Schicksal fand.
Wo ist der Hunger geblieben?
Wo ist der Durst hin?
Einst war ich getrieben
Jetzt weiß ich, wer ich bin.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BEDARF
Mein Bedarf deckt sich mit Deinem Bedarf wie zwei Hände zum Händeschütteln sich gegenseitig drücken, fest, heftig, scharf wie zwei Lächeln sich gegenseitig aufrütteln aus der Umarmung drückender Einsamkeit sich gegenseitig aufmunternd zur Heiterkeit denn lieben und geliebt werden ist ein Bedarf. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
