Das erste Wort, das mir einfällt,
wurde mir von Mund zu Mund übertragen,
verpackt in einem Kuss als wir da lagen,
schweigend, fern von der Welt.
–
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Das erste Wort, das mir einfällt,
wurde mir von Mund zu Mund übertragen,
verpackt in einem Kuss als wir da lagen,
schweigend, fern von der Welt.
–
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es war nicht aus Spaß
Es waren nicht bloß Triebe
In jedem Apfel, den ich aß,
suchte ich wahre Liebe.
Wasser, Wasser überall
so trocken wie der Sand
bis ich endlich durch Zufall
mein Schicksal fand.
Wo ist der Hunger geblieben?
Wo ist der Durst hin?
Einst war ich getrieben
Jetzt weiß ich, wer ich bin.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mein Bedarf deckt sich mit Deinem Bedarf wie zwei Hände zum Händeschütteln sich gegenseitig drücken, fest, heftig, scharf wie zwei Lächeln sich gegenseitig aufrütteln aus der Umarmung drückender Einsamkeit sich gegenseitig aufmunternd zur Heiterkeit denn lieben und geliebt werden ist ein Bedarf. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Du duftest dunkel wie die Nacht Wenn Dein Busen bebend lacht Voll mit Liebe, aufgewacht Umarme mich ganz wie die Nacht Sei mein Bett, groß, fest und sacht Und voll mit Liebe zart vollbracht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Während sie lächelten Während ihre Gefühle köchelten Während sie Möglichkeiten einfädelten Während sie tändelten Während sie an Tatmut mangelten Während sie nicht handelten Kamen andere Menschen in ihr Leben - Doch schau, wie sie aneinander noch kleben unfähig, sich gegenseitig je zu vergeben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich habe Distanz und Distanziertheit mit so vielen Menschen intim geteilt - Und je intimer die geteilte Zweisamkeit, desto mehr habe ich mich gelangweilt. Das Herz kann in einer Ecke leise sitzen, dem Treiben seines Besitzers still beisitzen, hoffend, eines Tages etwas Wahres zu besitzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ein schnelles Rein und Raus, oder auch langsam und lang - Die Welt ist mein Haus, immer bereit zum Empfang des uferlosen Umfanges des unersättlichen Dranges des heimsuchenden Hanges. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ihre Augen waren so groß wie Panoramafenster, durch die ich meine ganze große Welt, vor mir ausgebreitet und erhellt, erblickte; einladend, komm herein, erkundige mich, mach mich ganz Dein Heimatland. Lass mich nie wieder allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Es gibt Blicke, sie sind grob, fest, physisch, Sie fassen sich gegenseitig überall an. Sie kleben förmlich aneinander siamesisch, ziehen einander jeweils in des andern Bann. Kein Wort moderiert die krude Intensität. Schweigend, dieser Moment der Intimität. Ein Mensch, der an der Bushaltestelle vorbei geht; Ein anderer, der auf dem Bus wartend steht. Jeder schaut den anderen verlangend an und wird nie erfahren des andern Identität. Hier kommt der Bus, der eine steigt ein - Der andere geht weiter. Beide bleiben allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich kann meine innere Stimme nicht hören Das Radio läuft im Uber, Killing Me Softly tötet mich laut. Ich will mich nicht empören Die Musik verführt mich wie sanfte Schorle Fahren ist schön, fahren lassen aber auch Nehmen berauscht, nehmen lassen auch Gesellschaft ist schön, aber Alleinsein auch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung