Ich bin drin Es macht keinen Sinn Dich noch zu zu machen Ich bin schon drin Ich wohne in Deinem Lachen Ich höre mich hallen und nachhallen wie ein Gefühl in Deinem Bauch und ein Klopfen in Deinem Herz auch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Lust
SIE ZÖGERT
Offen für alles fand sie nichts Besonderes Offen für nichts fand sie was Besseres aber zögerte nun, sich wieder zu öffnen, aus Angst, es könnte sie erst entwaffnen und dann, nach dem sie da nackt liegt - festgenommen, genommen, unbefriedigt - sie wieder verlassen, wie gewöhnlich besiegt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZU DIR
Ich bin unterwegs Die Reise liegt mir schwer auf den Schienen träge, stockend und zäh. Links und rechts jenseits des Tunnels her erscheinen plötzlich die grünen Grenzen der Realität näher als erwartet doch stets unerreichbar. Geduldiger als je zuvor sehnen sich meine Gedanken nach Dir. Ich bin unterwegs zu Dir von irgendwoher in mir um Dir zu dienen aber auch zu beschäftigen schwer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES DRÄNGT
Herz schwer beladen mit Drang Mitteilungs-, Bewegungs-, Geltungsdrang. Suchen! Suchen! Erlebnisdrang. Irgendwas Unvollendetes Irgendwas Unerklärliches Irgendwas Selbstgetriebenes regt sich in Dir, macht Dich unruhig. Keine Beziehung kann Dich beruhigen Keine Leidenschaft kann Dich befriedigen Keine Errungenschaft kann Dich besänftigen. Geistiges, Andersartiges regt sich in Dir, durstig und unruhig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MOND
Eine Wölfin - Warum streift sie allein durch den Wald? Weiß sie nicht, ich komme bald? Hörst Du sie heulen, redend mit sich Tröste sie nicht, das mache ich Berühre sie nicht, sonst beißt sie Dich. Die Wölfin in Deinem Wald Sie heult für mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MANCHMAL
Einmal ist manchmal wie tausendmal auf einmal. Zweimal wäre einmal zu viel Dreimal wäre so viel Wert wie keinmal. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBE WOLLEN
Willst Du? Willst Du nicht? Willst Du Sicht? Liebe ist ein sanftes Licht auf Deinem Gesicht, dennoch macht sie Dich blind, dicht. Verflogen, die Umsicht. Verflogen, die Einsicht. Verflogen, die Vorsicht, die Übersicht, die Weitsicht, die Durchsicht. Geblieben, Absicht ohne Aussicht auf Endreim fürs Gedicht. Nur blinde Zuversicht, gesehen durch der Liebe Gleitsichtbrille, geschmiedet aus Hoffnung und Wille. Du willst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
JEDES MAL
Halte mich so schön wie das erste Mal selbst wenn es das letzte Mal wäre denn irgendwann ist das letzte Mal und jedes Mal könnte wieder das erste Mal sein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WELLENRITT
Ich bin in der Welle reite sie heftig Ich bin in der Kiste schüttle sie kräftig Ich bin in der Stimmung gebe mich ihr hin Das ist meine Widmung da ist alles drin. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GROSS- UND KLEINREIBUNG
Manchmal bin ich groß Und Du machst mich klein Manchmal bin ich klein Und Du machst mich groß. Diese Groß- und Kleinreibung Meiner Sehnsucht und Lust - Wer hätte es gewusst? - Wie Medikamente ohne Verschreibung Fühlen sich irgendwie so an Als wären sie etwas Verbotenes Das bewirkt trotzdem was Gutes Denn ich genese daran. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
