Wie wird aus Mehreren Einer? Ist das schwer? Wie wird aus Mehreren Keiner? Ist das nicht schwerer? Wie kann eine Gesellschaft so blind sein daß sie ihre eigene Vielfalt missversteht? Mutige Menschen, es kann nicht sein, daß Ihr schweigsam bei Seite steht während Mitmenschen-Verneiner spalten uns durch Fremdenfeindlichkeit. - Wie wird aus Mehreren Einer? Durch Mut zur Menschlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Menschlichkeit
DIE KLEINEN TIEFEN DINGE
Es sind die normalen die kleinen die gewöhnlichen Dinge die das Außergewöhnliche bewirken Ein Lächeln schiebt eine Leiter ins Loch mit der ein Verlorene heraus klettern kann.. Ein Moment des Zuhörens, der Anteilnahme Ist auch eine stärkende Aussage: Bleibe dran! Bleibe dran bei Deinem ehrlichen Versuch Sinn zu machen aus Deinem verwirrten Lebensplan. Wo Kleines sich traut, wird Großes mitwirken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER MENSCH IN MIR
Es kommt der Moment Du sagst Dir Und Du sagst es Dir vehement Ein Mensch lebt hier! In mir. Diese Zukunft, von der alle reden Ein Stück davon wohnt in mir Ohne mich keinen Eden Der fehlende Teil steckt hier In mir. Ich wehre mich gegen Unrecht Gegen Ausschluss aus dem „wir“ Und es gibt mir Recht Der Mensch hier In mir! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE GESELLSCHAFT
Die Gesellschaft besteht aus allen Farben,
Allen Neigungen, allen Fragen,
Aus allen Wunden und allen Narben,
Aus Behagen und Unbehagen.
Die Mischung macht die Magie.
Hier wo einst Krieg wütete
Hier wo Grenzen überschritten wurden
Hier wo die Geschichte uns überschüttete
Mit dem widersprüchlichsten Absurden –
Hier brauchen wir demokratische Energie.
Menschlichkeit, Güte, Toleranz,
Solidarität, Fremdenfreundlichkeit, Akzeptanz.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MIT EINANDER
Das Miteinander Klappt nicht ohne einander Beginnt mit dem Füreinander Und durch die Reibung aneinander Schauen wir tiefer ineinander Entschärfen wir das Gegeneinander Finden wir uns zueinander Laufen gemeinsam oder nacheinander In das echte Miteinander. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE SELBEN SCHMERZEN
Sonderbare Welt Wo jeder Mensch den anderen Für einen Fremden hält Wortlos an einander vorbei gehen Ohne zu entdecken Daß sie alle die selben Schmerzen In sich verstecken Selbst wortlos würden sie sich verstehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WELCHE FARBE HAT DAS MENSCHSEIN NICHT?
Der Tag, an dem ich anfing, über meine Hautfarbe zu reden und zu schreiben, war der Tag, an dem ich mich aus dem Menschsein herausdrängen ließ.
Der Tag, an dem ich aufhöre, über meine Hautfarbe zu reden und zu schreiben, ist der Tag, an dem ich mich aus dem Menschsein herausdrängen lassen werde.
Der Tag, an dem ich anfange, über mein Menschentum zu schreiben und zu reden, ist der Tag, an dem ich meine Hautfarbe im Menschsein verselbstständige.
Der Tag, an dem ich aufhöre, über mein Menschentum zu schreiben und zu reden, oder es zu leben, ist der Tag an dem ich mich selbst aus dem Menschsein verabschiede.
Che Chidi Chukwumerije
ZUSAMMEN ZIEHEN
Brunnen
Als wäre die Gesellschaft ein Brunnen
schöpfe ich täglich aus ihrem Born
Je mehr wir uns UNS gegenseitig gönnen
zieht mich ihre Kraft weiter nach Vorn…
Die Tiefe in dem Wir scheint unendlich zu sein
Unendlich zu sein ist vollständig zu sein
als Wir – jedes ich erweitert durch die anderen,
alle anderen verbunden durch den einen.
Ein Unfassbares zieht sich im Kreis
durch unsere geschlossene Reihe
Ist es Freude? Ist es Menschlichkeit?
Eine neue Gesellschaft. Eine freie.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS MEIN GEIST WILL
Manchmal bin ich so still
Ich weiß selber nicht
Was mein Geist will
Dann schreibe ich ein Gedicht
Wir machen so viel
Und machen es nicht publik
Das Leben ist kein Spiel
Kein Model, keine Politik
Es ist ein Schmerz, der sticht
Eine Sehnsucht nach Mehr
Eine Empfindung vom Dunkel und Licht
Eine Ewigkeit ohne Wiederkehr
Es ist täglich die Suche
Nach der Bedeutung von Gesellschaft
Es ist die unendlichen Versuche
Menschentum zu erheben über Bürgerschaft.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER DORFWANDERER
Es läuft ein Mann von Zeit zu Zeit Auf der Dorfstraße Und ahndet mit keinem Blicke mich Oben auf der Terrasse Er redet wirr und wirres Zeug Mit jemandem in seinem Kopf Er redet ernst und lächelt plötzlich Und spielt mit seinem Zopf Weiß er, wer überhaupt regiert? Wer im Parlament sitzt? Weiß er, welche Rechte er Wie wir alle besitzt? Und wenn man ihn doch sprechen tut Blickt er überrascht hoch Und grüsset höflich, scheu und nett Mit traurigen Augen doch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
