
Tafelberg Mahlzeit Unsichtbare Riesen Götterspeisen Menschenzwerg entweiht diese Felsen und Wiesen wo Wolken kreisen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung







Tafelberg Mahlzeit Unsichtbare Riesen Götterspeisen Menschenzwerg entweiht diese Felsen und Wiesen wo Wolken kreisen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung






Augen zu und durch die Pforten in einen Garten - Schöne Empfindungsblumen der freudigsten Arten - Buntes Innenleben fest verankert in zarten Wahrnehmungen der Freude die mich dort erwarten. Das sind die Momente wo Bücher mir nicht reichen - Netflix und Soziale Medien bieten nichts zum Vergleichen - Gespräche, Spaziergänge stellen nicht solche Weichen. Ich schließe meine Augen, nur so kann ich dort erreichen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wie ein Gast liegt der Schnee, Zu Besuch, im Wohnraum der Stadt ausgebreitet, Fremd und doch Zuhause, und unbegleitet, Wie ein Familienmitglied vom Übersee. Er hat nicht viel zu sagen, genau wie ich, Schweigen ist unsere Sprache des Suchens nach Antwort, Ruhe und Ursache, In diesen Winternächten und -Tagen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Sie könnten fast Menschen sein Wie sie da stehen, still, im dunklen Wald. Wieso sagen sie nichts? Wir sind allein, Der Winter ist kalt, die Nacht ist alt, Die Wolken öffnen ihren Mund dem Mondschein, Geistern oben im Himmel, unten in Schneegestalt. Ein Bach, ein ungenaues Tier, ein Grenzstein. Die Bäume sehen alles, sie sind der Wald. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Das Tier stand und mit stetem Blick beobachtete den Menschen im Wald, sah kommentarlos seine Ungeschick, registrierte still, wie er dann bald sein Vorhaben erreichte mit seiner Technik. Ich habe klug mit Geschick und Elan diesen Wald ins Geld verwandelt, dachte der Mensch. Das Tier nebenan dachte, wer so dumm und krass handelt, hat keinen Platz in der Natur Zukunftsplan. Der Mensch ging und das Tier blieb, wie zwischen Herz und Kopf eine Kluft, aus der sich heraus jeder Dichter je schrieb, und die Frage hing weiter in der Luft: Wie zeigt sich der wirkliche Naturtrieb? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Wenn Schnee einen Fluss berührt Wie Gedanken zurückgeführt Zum Ausgangsort und -zustand Durch der Natur unsichtbarer Hand, Denke ich darüber nach: Ob Meer oder See oder Bach, Ort des Geschehens bleibt gleich, Weiher, Fluss, Ozean oder Teich, Eisig und hart, flüssig, durchlässig, weich, Es ist alles das magische Wasserreich, Wo alles stets in Bewegung bleibt, Mit und gegen alles fließt und sich reibt, Ständig ankommt, ständig weitertreibt - Ne, Ort des Geschehens bleibt nimmer gleich. Kein Gedanke kehrt unverändert zurück Zum unveränderten Entstehungsheim. Schlimmer oder besser geworden ein Stück Findet sich alles wieder zusammen im Schlussreim. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Schal, dicker, enger angebunden; Mein Hals, der im Sommer die Lüfte liebt, versteckt sich in diesen Winterstunden vor beißenden Zähnen, scharfen Zungen fremder Durchreisenden einst geliebt. Unbeliebte Zitterpartie. Mit eisigen Händen umfassen sie mich in nebligem Würgegriff. Ich höre, sehe unscharf das Jahr enden. Ich rieche, ich schmecke weiche Lenden. Schnee brächte jetzt den letzten Feinschliff. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Wind stieg aus dem Meer empor lief durch den Wald erzählte dort wilde Geschichten über das Meer - Und ich sagte zum Wasser, Sei nie wieder stimmlos. Der Wind stürzte aus dem Wald heraus lief brausend durch die Stadt erzählte dort schräge Geschichten über den Wald - Und ich sagte zu Bäumen, Seid nie wieder stimmlos. Und ich schaute in den Spiegel und sah den Schmerz in meinem Gesicht und ich sagte zu mir sei nie wieder stimmlos! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich verzeih Dir Und gedeih in Dir Gerade deshalb. Verzeihung ist Macht Davon wissen ist Macht Ebendeshalb. Macht es Dich leicht Ist es vielleicht Der Grund weshalb Du im Herbst gedeihst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die blauen dünngeschnittenen Windscheiben - Das Mädchen, wenn ihre Finger ihre Augen reiben, sieht den Wind vorbeilaufend in allerlei Gestalt. Nichts ist vielfältiger als die kindliche Einfalt. Es dreht sich zum Jungen neben ihr, leidenschaftlich erzählend von blauen Windscheibchen selbstverständlich. Er korrigiert sie freundlich, Ja sie sind dünn Aber blau sind sie nicht, sieh doch: sie sind blaugrün! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung