Der Baum stand da Als wäre er nicht da Und war für alle da Der Mensch stand da Als wäre er wirklich da Und war für niemand da Nur für sich selbst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Natur
OSTERGLOCKEN
Osterglocken Ende März; Geist - Seele - Herz - Freude blüht aus Schmerz. Empfindung zieht aufwärts. Osterglocken bald April; Schwill an, Herz, schwill an, leuchtend hell und still. Was der Schöpfer will. Der Park kühl und trocken; Vögel, die laut frohlocken. Im Herz und im Gras hocken Neue Träume und Osterglocken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung







TIERE SPRECHEN MIT UNS
Menschen reden mit Worten und bleiben unverständlich. Tiere kommunizieren mit Emotionen unmissverständlich. Wesenhafte Kreaturen, lange vor uns hier auf diesem Planeten. Authentisch, sie überbrücken uns die Kluft in schönere Ebenen. Je einsamer Du wirst, weil keiner mehr Deine Sprache spricht, desto deutlicher wird Dir bewusst die Anteilnahme in eines Tieres Gesicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AMEISEN
Ameisen. Irgendwie ein guter Vergleich. Menschen mit Ameisen. Herumkrabbler im Erdreich. Nur scheint bei ihnen mehr Harmonie zu sein - bei Ameisen, bei Bienen, alle Tiere haben das gemein. Ich glaube nicht, daß wir Tiere sind - sonst herrschte bei uns mehr Harmonie. Aber sind wir Menschen? … Ich find wenig Menschliches in unsrer Disharmonie. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PERSÖNLICHKEITSWANDEL
Ist es auch Dir aufgefallen, daß er ein anderer Mensch geworden ist? Und sie auch? Ganz egal wer. Bei uns allen hat jede Persönlichkeitsphase ihre Frist. Ich hatte in der Zwischenzeit vergessen, wie das aussieht, weiße Blüten im kahlen braunen Wald. Unterdessen schreitet die Natur voran, bereit zum Brüten: Ein Schopf weißer Haare hier und da wächst urplötzlich aus kargen Winterästen - Der Wald fragt den Frühling Bist Du nah? Ich erkenne Dich nicht mehr im Entferntesten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESPÜR FÜR WINTER
Manchmal kann ich meine Stimme nicht finden, Sie versteckt sich irgendwo in mir. Wer mich empfangen will, muß mich empfinden - Deshalb hat jeder Mensch ein Gespür. Das sind die Worte, die still der Winter flüstert, Ich höre sie im Februarwald, Im liegenden Zweig, der knurrt und knistert, Im lauen Wind, der schallt und nachhallt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHMETTERLING

Im Land der Stille
wächst der Wille –
und wenn er reif
geworden ist und bereit
durchbricht er die Hüllen
denn er will erfüllen
denn er muss erfüllen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAFELBERG

Tafelberg Mahlzeit Unsichtbare Riesen Götterspeisen Menschenzwerg entweiht diese Felsen und Wiesen wo Wolken kreisen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung






AUGEN ZU UND DURCH
Augen zu und durch die Pforten in einen Garten - Schöne Empfindungsblumen der freudigsten Arten - Buntes Innenleben fest verankert in zarten Wahrnehmungen der Freude die mich dort erwarten. Das sind die Momente wo Bücher mir nicht reichen - Netflix und Soziale Medien bieten nichts zum Vergleichen - Gespräche, Spaziergänge stellen nicht solche Weichen. Ich schließe meine Augen, nur so kann ich dort erreichen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE EIN GAST LIEGT DER SCHNEE
Wie ein Gast liegt der Schnee, Zu Besuch, im Wohnraum der Stadt ausgebreitet, Fremd und doch Zuhause, und unbegleitet, Wie ein Familienmitglied vom Übersee. Er hat nicht viel zu sagen, genau wie ich, Schweigen ist unsere Sprache des Suchens nach Antwort, Ruhe und Ursache, In diesen Winternächten und -Tagen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
