Du stellst mich auf den Pranger
Ich bin täglich Vater
täglich hoch schwanger
täglich gebärende Mutter
und buchstäblich Dein Handlanger.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Du stellst mich auf den Pranger
Ich bin täglich Vater
täglich hoch schwanger
täglich gebärende Mutter
und buchstäblich Dein Handlanger.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
In der Landschaft meiner Gedanken
fliege ich, ein Flugzeug,
und ich fliege durch sie hindurch
Denn ich muß tausend Gedanken ignorieren
um den einen zu finden,
der mich unaufhörlich ruft
Ich sehe Euch alle
und ich liebe Euch alle
dennoch muss ich Euch alle verlassen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Du denkst, Du fährst durch die Nacht
Doch am Ende der Reise
steigst Du aus dem Zug und begreifst
Es ist die Nacht
die durch Dich hindurch gefahren ist.
Weil die Orte die Plätze getauscht haben
und Du bist noch, wo Du warst
Weil Abend und Morgen die Seiten
gewechselt haben
Über Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn ich mit einer Fernbedienung
Deine Gedanken steuern könnte,
würde es Sinn machen, sie
auf etwas zu lenken, was jenseits
Deiner Vorstellungsfähigkeit liegt?
Da wären die doch verschwendet.
Lieber lenke ich sie auf Blumen,
auf Gütigkeit, auf Menschlichkeit, auf Mut,
auf Deine eigene Innere Stimme,…
aber auf keinen Fall auf mich.
Da wären sie doch verschwendet.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Bist du blauer, Himmel?
oder bist du es, Autobahn?
Ihr müsst Euch endlich küssen
wo keiner Euch sieht
nicht mal ihr Euch selbst
aber schnell
bald steigt die Morgensonne
und sie verrät all eure Gedanken
wie Bäume am Straßenrand
und enthüllt die Wolken in euren Augen
und die lauten Autos,
wie viel zu viele fremde Worte
in eurem Schweigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Jeder Tag ist der Anfang
des Lebens und sein Ende.
Es gibt keine Ewigkeit
Es gibt keine Unendlichkeit
Es gibt nur Tag und Nacht
Und sie ergänzen sich
Wie Du und ich.
Es gibt keine Ewigkeit
Es gibt keine Unendlichkeit
Es gibt nur Tag und Nacht.
Den Traum
Und das Streben danach,
Ihn wahr werden zu lassen,
Jeden Tag Du und ich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wo kann ich mein Geheimnis verstecken,
damit es vor Dir sicher ist?
Denn mein Herz gehorcht mir nicht,
wenn ich es zum Schweigen befehle.
Selbst ich war mal sein Geheimnis,
doch guck: Hier bin ich jetzt, sichtbar.
Mein Herz hat mich enthüllt und verraten.
Jeder kann mich lesen wie sein Tagebuch.
Wo kann ich nur mein Geheimnis verstecken,
damit es vor Dir sicher ist?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBHABER
Der Fluss rennt wie eine verrückte Frau
mit Beinen überall links und rechts geworfen
Bis er unser Tal erreicht
Dann auf einmal fängt er an zu tanzen
wie ein verrückter Mann
mit Beinen überall links und rechts geworfen.
Du siehst ganz deutlich den Unterschied
zwischen den zwei
und doch ist es der selbe Fluss.
Wenn unser Tal sein Höhepunkt ist,
dann ist es doch sein Gipfel.
Du siehst ganz deutlich den Unterschied
zwischen den zwei
und doch ist es das selbe Gefühl.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Selbst unsichtbare Füße
hinterlassen Abdrücke –
wie merkwürdig
Wichtig ist nicht die Wirkung
sondern die Auswirkung
Es gibt immer eine Rückwirkung
Selbst unausgesprochene Worte
bleiben laut im Gedächtnis
und sind Teil der Geschichte
Sie lauern zwischen den Zeilen
Als Lügen verkleidete Wahrheiten
Als Wahrheit verkaufte Lügen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Wolken waren meine Gedanken
die ich von Dir fern hielt
doch wenn ich weine, rühren sie Dich
Aber nur kurz.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
