Mann oder Frau? Männlich oder weiblich. Es gibt eine Sensibilität der Empfindung Es gibt eine Tiefe der Erinnerung Es gibt eine Genauigkeit der Wahrheitserkennung Es gibt eine Intensität der Gewissensfühlung Es gibt einen Grad der Gottesverbindung Es gibt eine Feinheit der Schönheitsgestaltung Es gibt ein Zuhause, eine Ruhe, ein Heil, Zu deren Erreichung, das was zählt, Mir als Mann der weibliche Anteil Innen fehlt. Männlich ist nicht weiblich Und Mann ist nicht Frau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
DIE GEDANKEN SIND NICHT FREI
Die Gedanken sind nicht frei Sie sind gut, böse, rein, unrein Aber sie sind nicht zollfrei Sie erhalten ihr eigenes Sein Bewirken feinstofflich vieles dabei Prägen weiter Dein Bewusstsein Hängen an Dir wie ein Faden Kehren im Kreis auf diesem Pfaden Zu Dir zurück mit Gleichart beladen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANDERS
Ich sehe die Welt anders. Ich sehe, daß wir mehrmals leben, dabei Wechselwirkungen erleben, als möchte uns das Leben vergeben, gäben wir uns nun anders. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESCHENK AN DIE NACHT
Weil es mir eine Freude macht, aus sonst keinem anderen Grund, habe ich mir meinen kleinen und großen Spaß ausgedacht, täglich in Dichtform einigermaßen mein Innenleben zusammenzufassen, mein Geschenk an die Nacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER AM ÄUSSEREN RANDE LEBENDE
Der am äußeren Rande lebende Mensch denkt, daß das, was er äußerlich sieht, alles ist, was er ist, Essenz seiner Existenz, sieht nicht, was durch alle seiner Schichten zieht, ein unsichtbarer Faden gewurzelt in seinem Geist, der niemals zerreißt. Der am äußeren Rande seiner Persönlichkeit lebende Mensch sieht nur sein Äußeres: körperliche Merkmale, Kultur, Stand, Gesundheit, Zustand seines Erdenlebens. Doch unser Inneres, Deine und meine, sehnt sich nach dem Höheren in unserem Inneren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEN FALSCHEN WEG ERKENNEN
Schwer ist nicht der Weg, sondern jedes Bein, wenn falsch der Pfad ist. Kein Zweck heiligt jedes Mittel, denn der Geist weiß, wohin und wie. Wenn Deine Innere Stimme bockt, wenn Dein Herz stolpert und stockt, halte inne, wisse mit Garantie: Du bist auf dem falschen Weg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WACHSEND HARREN
Wenn Du weißt, es ist noch nicht so weit und Du warten musst - und Du warten musst - zwischen Hoffnung und Frust, Herz voller Leben, voller Lust, ein tausendseitiges endloses Erwarten des Endes, des Anfangs. Zum Starten reicht Deine große Sehnsucht nicht, Deine tiefe Sehnflucht. Es sticht, es sticht, die Sicht, die Sicht ist noch getrübt. Du musst noch warten. Und harren wachsend im Erwarten. Die Charakterzüge, Blumen im Garten, die Dir dabei erblühen, die harten aber vor allem die geschützten zarten, werden eines Tages zu Deinen Fahrkarten - Auf sie tut Dein Schicksal geduldig warten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZU MIR
So müde Ich kann nicht mehr So müde Ich darf mich nicht ausruhen Sonst stehe ich nicht mehr auf. Uralt und dennoch ewig jung Ich sehe die Dinge anders Deshalb mache ich die Dinge anders Und darf dabei nicht aufhören Und darf dabei nicht pausieren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EIN BISSCHEN VON UNS
Ich atme die Welt ein aber auch wieder aus, Rausgehen ist mein Weg wieder nach Haus. Ein bisschen von Dir ist genau das, was ein bisschen von mir brauchte doch vergaß. Waren wir einst eins im fernen Paradiese unbewussten Daseins? Die Absicht ist diese: Heraus in die Welt! Hinein in einander! Zurück kehren erhellt an und durch einander! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AMEISEN
Ameisen. Irgendwie ein guter Vergleich. Menschen mit Ameisen. Herumkrabbler im Erdreich. Nur scheint bei ihnen mehr Harmonie zu sein - bei Ameisen, bei Bienen, alle Tiere haben das gemein. Ich glaube nicht, daß wir Tiere sind - sonst herrschte bei uns mehr Harmonie. Aber sind wir Menschen? … Ich find wenig Menschliches in unsrer Disharmonie. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
