ABSCHNITT

Manchmal blicke ich vom Büro
Durch die Glasscheibe hinaus
Auf eine Autobrücke
Die von allen benutzt wird
Und von allen verlassen wird –

Wer soll mich begleiten
Auf meinem langen gebogenen Weg?

 – Che Chidi Chukwumerije.

ALLEINSEIN

Ich stoße Menschen von mir ab
Halte meine Einsamkeit im Trab
Nehm mein Alleinsein mit ins Grab

Dein Unverständnis schützet mich
Freundschaft war tief, ein Spatenstich
Dolchstöße rein für Dich, mein Ich

Dann war alles nur Saitensprung
Wer weiter tanzt, der ist noch jung
Wo bleibst Du, stolze Dämmerung?

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

OB DU DAS VERSTEHST ODER NICHT

Warum zitierst Du andere
Wenn in Dir selbst
Die Stimme spricht?
Hast Du Dich noch nicht verstanden
Wirst Du’s bei andern auch nicht

In Dir leben Fragen
Nur die darfst Du stellen
Nicht die Fragen der Anderen
Egal wie gut ihre geistigen Güter scheinen
Sind für Deinen Weg Deine eigenen die Besseren

Allein zählt die Liebe
Ob Du das verstehst oder nicht
Und die Bescheidenheit ist stolzer
Als das Stolzeste, was es gibt.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

GLÜCK UND SEGEN

Wagen
Auf all deinen Wegen
Dich wagen
Das ist dein Wagen

Kein Volkswagen
Auf Massenwegen
Nein. Dein eigenes Wagen
Dich regen persönlich

Dich bewegen
Bewegt mich, bewegt uns
Traue dich, zu wagen
Bring mich weg.

Bringe mich, aus dem Gleichgewicht
, ans Licht, das ausbricht
Schicht für Schicht
Ich werde dich nie vergessen.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

LEBENSRHYTHMUS

Zwischen den Reigen
Neigen, wir zu uns
Steigen, Pulse, Impulse
Selbst die Musik kann
Unserem Takt nicht mehr folgen
Sonderbar, erst als wir anfingen
Jeder für sich
Sich dem Lebensrhythmus
Anzupassen
Fielen unsere Tänze endlich
In Schritt.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

DEINE STIMME

Deine Stimme war mal Holz
Dein heranwachsender Wille war eine Axt
Und eine unsichtbare Kraft war der Arm,
Der dich geschwungen hat
Niemand hat dich gezwungen.

Deine Stimme ist nicht mehr Holz
Sie ist zerhackt, zerstreut, gebrochen und erwacht, geflogen
Wie ein Tausend fast geschriebene Gedichte –

– Che Chidi Chukwumerije

KLARHEIT SUCHEN

Du in der Leere
Du in dem fremden Land
Du in dem Garten, wo keiner sonst ist
Bist du sicher?
Ganz sicher?

Du ohne Bruder
Du ohne Schwester
Du ohne Familie, ohne Freund, ohne zweiten
Du ohne Mitreisenden
Bist du sicher?
Ganz sicher?

Du für dich allein
Du bei dir allein
Sei doch zuerst dessen ganz klar
Was du machst und machen willst
Bevor du weiter wanderst
Bevor du weiter wanderst
Bevor du weiter wanderst
Dorthin.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.