Mord reinigt kein Land Er beschmutzt es Ohne Herz kann Hand Nur Hässliches Mord einigt kein Land Er spaltet es Ohne Empfindung hat Verstand Nur Totes, Kaltes. Hanau, wir sind echt, kein Trend. Reiche mir Deine Hand Wie ihr Lachen an dem Abend Bevor es verschwand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Solidarität
INNEN UND AUSSEN
Wie Österreich und Deutschland Bist Du in mir und außerhalb Mit mir und ohne mich Wie ich und andersartig Meine Verdoppelung und meine Ergänzung Und wenn ich Dich küsse Küsse ich mich Und wenn ich Dich verliere Verliere ich mich Und wenn ich Dich suche Finde ich mich Und wenn ich über meine Grenze gehe Erreiche ich Dich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NORMAL MENSCHLICH
Die Nachbarn waren ihre einzige Freude nach dem Tode ihres Mannes, wussten es wohl, sprachen es nie aus, taten so als täten sie nichts Besonderes denn das ist das, was gute Menschen tun. Normal ist groß. Es gibt nichts Größeres. Die Nachbarn waren ihre einzigen Freunde nach dem Tod ihres Mannes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS GEWICHT DES KLIMAS
Klima als Gedicht Reimt es sich? Klima als Pflicht Erklärt es sich von selbst? Stell Dir vor, die Natur bittet Dich um Hilfe und Du hörst es nicht denn daß die Natur sich heilt ist für Dich selbstverständlich aber was ist, wenn die Krankheit wir selber sind? Denn eines Tages wird sich die Natur sicher heilen. Klima als Endgericht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LÜTZERATH

Lützerath Ein Staat gegen ein Volk Die Angst gegen die Hoffnung Die Reise in die Zukunft Nimmt abermals eine Umleitung Über die Vergangenheit Kommen wir jemals an? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KLEBSTOFF

Sie kleben Plakate Sich Hoffnung Wut Angst Entschlossenheit Wände sind nicht groß genug Straßen sind nicht laut genug Herzen allein böten genug Platz Für mehr als jeden kämpferischen Satz Zum Schutz von jedem gesunden Schatz Vom Fechenheimer Wald zu Lützerath. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWEIGSAM EINSAME MENSCHEN
Schweigsame Blätter
Stadtblumen
Seht Ihr mich nicht, Stadtbaum?
Denn Ihr seid meine Retter.
Ranzoomen.
Versteckt Euch nicht hinten am Saum.
Wie ist das Wetter?
In Stimmen leisester Volumen
Ist auch ein guter Gesprächsanfang im geschlossenen Raum
Augenkontakte sind Sprungbretter
Lächeln sind Brotkrumen
Führen uns Einsame zu unserem Traum.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE BESTEN GESCHENKE
Heiligabend. War er bereits –
mit Geschenken mehr oder weniger beladen –
bei Euch gewesen?
Nicht vergessen, zieht hoch die Rolladen…
Schaut hinter die Fassaden:
Die besten Geschenke
kommen, reich beladen, von Herzen
und lindern den Mitmenschen
ihre Trauer, ihre Einsamkeit und ihre Schmerzen…
Brennen heller als alle Adventskerzen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAGE DER KÄLTE
Im Winter schreibt die Straße
ihre härtesten Gedichte
Wieder ein Obdachlose erfroren
mundtot in der Stadtgeschichte
Die Nachrichten schreien
darüber ein paar Tagesberichte
Die Politik zeigt sich bestürzt –
das, wozu sie sich verpflichte.
Die Bewohner und Benutzer
der Straße, ihre eigenen Gerichte,
wussten‘s schon immer, die Kälte
richtet ihn eines Tages zunichte.
Niemand rief den Kältebus
doch die waren keine Bösewichte
Die Kälte zieht uns die Wärme ab,
die ihr Ertragen ermöglichte.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung


