Ein Tag fängt mit einem Herz voller Empfindungen an Denn der Geist ist eine Sonne, die Regenbögen in der Seele aufwirft - Das ist seine Art, guten Morgen zu sagen, die Welt mit neuen Träumen zu grüßen und mit neuem Drang anzufeuern. Die Kunst Der Kampf Die Herausforderung ist nicht das Bewältigen des Äußeren sondern das Beibehalten des Inneren während Du täglich reist durch den tausendfach verzweigten Tag und an Deinem Inneren speist, denn nicht die Sonne erhellt den düsteren Tag sondern der Geist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Spiritualität
SPÜREN UND VERWIRKLICHEN
Wo bist Du,
Gedanke des Morgens?
Was hat der Tag aus Dir gemacht?
Habe ich Dich vergessen oder verinnerlicht?
Entsprang meine Aussicht Deiner Einsicht?
Entsprangst Du selber der Empfindung Licht?
Deine Verwirklichung sei meine Pflicht.
Wo bist Du,
Empfindung des Morgens?
Was hast Du aus dem Tag gemacht?
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER ZUSAMMEN-HANG VON OBEN UND UNTEN
Wenn Du lange in Dir suchst, in allen Ecken und Räumen in Dir drinnen, in jeder Hoffnung, in jeder Angst, inmitten Deiner jeden Erfahrung, wenn Du kraft aller Deiner Sinnen jeden Gedanke und jede Empfindung untersuchst, findest Du eines Tages nach langem Ringen In Dir den einen Zusammenhang, wo Deine Liebe zu Gott und Deine Liebe zu Menschen im Einklang miteinander schwingen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
OHNE VERSTÄNDNIS
Versteht ein Tier, daß es einen Menschen nicht verstehen kann? Oder denkt es, der Mensch ist nichts mehr, als die wenigen Rufworte, die es verstehen kann? Versteht der Verstand, daß er Göttliches nicht verstehen kann? Oder denkt er, Gott gibt es nicht, einfach nur weil er Göttliches nicht verstehen kann? Menschen reden und reden miteinander und verstehen nicht mal einander gegenseitig. Menschen schweigen und schweigen miteinander und trotzdem verstehen sich nicht gegenseitig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TIEFER
Ich brauche Tiefe. Hast Du sie? Willst Du zu mir, bring sie mit. Den innigen Blick, den tiefen und tiefer gehenden Schnitt. Ich habe Tiefe. Brauchst Du sie? Willst Du zu mir, werde grenzenlos. Wo ich stehe, und täglich tiefer hinein gehe, ist bodenlos. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALLES POESIE
Poesie ist Leben. Ist Streben und dabei weben. Ist Geben, alles geben. Und ist Loslassen und vergeben. Poesie ist Lieben. Ist in einander schieben Getrieben Und sich gegenseitig sieben. Poesie ist Leiden. Ist Oberflächlichkeit vermeiden. Schwerter in Scheiden oder Seiden verkleidet sind unruhig in beiden. Poesie ist vieles, alles fast. Alles, was Du einst erlebt hast, verdichtet, in einem Satz erfasst, und es fällt von Dir ab wie eine Last. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AUS DER TIEFE
Ich bin aus der Tiefe aufgetaucht um auf der Oberfläche zu leben Aber jetzt fehlt mir die Tiefe wieder, das innere Weilen im ruhigen Erleben wo ich niemandem gefallen mußte außer meiner inneren Stimme eben. Die Sonnenuntergänge waren anders Die Gespräche inniger und wahrhaftiger Die Alleinsamkeiten waren nicht einsam Die Bindungen waren unabhängiger Klarheit, Sicht und Einsicht waren einerlei und flüstern jetzt: werde wieder lebendiger Denn die Oberfläche ist oberflächlicher geworden - und die Tiefe noch tiefer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MOND
Eine Wölfin - Warum streift sie allein durch den Wald? Weiß sie nicht, ich komme bald? Hörst Du sie heulen, redend mit sich Tröste sie nicht, das mache ich Berühre sie nicht, sonst beißt sie Dich. Die Wölfin in Deinem Wald Sie heult für mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NEBELVORHANG
Es ist etwas da Wir sehen es nicht Wir wissen nicht, daß es da ist, geschweige denn es zu begreifen, also zu verstehen und erkennen, oder einfach nur irgendwie wahrzunehmen Aber es ist da. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PORTAL ALS MENSCH
Sie sehen Dein Lächeln Ich sehe eine Pforte Sie spüren Dein Herz Ich spüre eine Türklinke Sie hören Deine Stimme Ich höre ein Tor sich öffnen Auch ein Portal, will es die Erde besuchen, muß sich als Mensch verkleiden; es begegnet uns frontal, während wir einen Ausweg suchen und es mißachten, belächeln, vermeiden. Eines Tages verschließt es sich wieder, ein Herz verschweigt seine schönsten Lieder. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
