AUF UND RUNTER

Wir landen und starten
immer und immer wieder
Während wir auf Ankunft warten
lassen wir uns nirgends nieder
Die Tage sind Bordkarten
Täglich geht die Entwicklung weiter
Für manche ein Höhenflug
Für andere ein Tiefflug
Hinauf und hinunter die Himmelsleiter.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EWIG LEBEN

Lohnt es sich
an Gott zu glauben?
Lohnt es sich
an Gott nicht zu glauben?

Wo bleibt der Frieden Deines Herzens?
80plus Jahre können doch nicht alles sein.
Der Brennstoff in mir braucht eine Ewigkeit
Und würde immer noch nicht alle sein.

Spürst Du es nicht in Dir?
Dieses Ewig-bestehen-Können
Ewig-sein-Seien, Ewig-leben-Dürfen?

Spürst Du es nicht auch in Dir?
Der Ewige hat Dich heraus gegeben
Und Dich erlaubt, fort an zu leben.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NACH DEM DER LÄRM DER STILLE GEWICHEN IST…

Nach dem der Lärm der Stille gewichen ist,
Und die Zeit zum Suchen verstrichen ist,
Und die Seele endlich ausgeglichen ist,
Spüre ich Dankbarkeit in mir für den Schmerz,
Für die Reise, für mein wachgerütteltes Herz,
Denn es zieht mich nun innig Heimwärts -
Dorthin, wo mehr Nähe zum Göttlichen ist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

GROSSER GEIST

Es war mal ein Geist
So groß wie ein Berg
Er bewohnte einen Körper
So klein wie ein Zwerg

Er hatte Gedanken
So hoch wie ein Baum
Aber seine Stimme
Füllte kaum einen Raum

Er half vielen Menschen
Aber sie wussten es nicht
Denn er machte es heimlich
Zeigte nie sein Gesicht

Er möchte nicht, daß Du
Entdeckest, wer er ist…
Er will nur, daß auch Du
Ein bescheidner Diener bist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

BERICHT

Mein Leben ist mein Gedicht
Mein Herz ist mein Gesicht
Mein Karma ist mein Gericht
Meine Empfindung ist mein Gewicht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

INNEN DRIN

Wenn wir nur wüssten
wie alt wir alle wirklich sind!
Äusserlich sichtbare Verhältnisse
machen uns blind.

Blut und Boden sind Bühnen
die wir besuchen und verlassen…
Innen drin die wahren Menschen
gehören eigenen Welten und Rassen.

Ich bin Dir mehr als Du weißt
oder weniger -
Viele sind böser als Du denkst,
andere seliger.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MOMENTE NEUER ERKENNTNISSE

Der Moment, in dem ein Gedanke,
der über Dir jahre- und jahrzehntelang
gewartet hat, wie vor einer Schranke,
endlich in Dich wie ein Samen eindrang,
weil Du nun reif genug geworden bist
und Dich ihm geöffnet hast, bereit.
Dieser Moment, ein kurzer Augen-Blick, ist
der Grund für Deine Erdenzeit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ACHTE AUF DEINE TATEN

Behandle Deine Worte
als wären sie Taten
denn manch einem Morde,
so wie vielen Wohltaten,
liegen Worte zu Grunde,

nicht nur als Anzettelung
sondern vielmehr als Verankerung,
als feiner-stoffliche Vorfertigung.

Wenn Du es nicht machen würdest
dann sprich es erst nicht aus -
Wenn Du nicht wollen würdest
daß andere es machen,
dann sprich es erst nicht aus,
denn sprechen ist machen.

Willst Du es aber tun,
brauchst Du es nicht aussprechen,
sondern einfach direkt machen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DER HANG

Wenn der Hang stirbt
stirbt die Verbindung zu vielen Menschen
und entsteht eine Verbindung zu anderen
die Echtes in sich birgt.

Du kennst Dich nicht
Bis Du in Dir den Hang überwunden hast
Du weißt nicht, was wirklich zu Dir passt
Bis Dein Hang zerbricht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

BLEIB GUT

Warum ist mein Herz zart?
Nach allem, was sie mich angetan haben.
Wieso wurde es noch nicht hart?
Das kann ich Dir ehrlich nicht sagen.

Es ist, als trüge ich in mir ein Wissen,
älter als dieser Körper und dieses Leben.
Das Wissen, daß nur ein reines Gewissen
sich von der Erde befreien kann nach dem Sterben.

Alles andere bleibt erdgebunden und
kehrt wieder zurück und kehrt wieder zurück
und kehrt wieder zurück, hart, bitter und wund.
Nur Güte führt befreiend zum Glück.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung