Während sie lächelten Während ihre Gefühle köchelten Während sie Möglichkeiten einfädelten Während sie tändelten Während sie an Tatmut mangelten Während sie nicht handelten Kamen andere Menschen in ihr Leben - Doch schau, wie sie aneinander noch kleben unfähig, sich gegenseitig je zu vergeben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Verbundenheit
EIN DICHTER IST IMMER ALLEIN
Ein Dichter ist immer allein denn seine Treue und seine Liebe gelten nur seinem Dichtersein, keinem Menschen, keinem Triebe. Das spüren die Menschen fein ohne es einordnen zu können: Meiner wird er nie wirklich sein - Seine Freiheit muss ich ihm gönnen. Doch des Freiseins Preis ist Alleinsein; Verbindungen kommen und gehen - Die wahre Bindung, hell, echt und rein, können die Wenigsten verstehen. Sie bleibt im Inneren bestehen, genährt durch die Einsamkeit - Die Fähigkeit, ins Herz zu sehen und fangen unsre tiefe Gemeinsamkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DISTANZEN MESSEN
Gib Deinen Freunden, mit oder ohne Streit, mal die Gelegenheit, Dich zu verletzen - sonst wirst Du sie nie wirklich kennen. Nichts ist schlimmer, als die ganze Zeit einen engen Freund falsch einzuschätzen. Ihr müsst Euch aber nicht gleich trennen…, nur die für Euch passende Distanz erkennen; zu der könnt Ihr Euch auch ehrlich bekennen. Denn wenige kann man wirklich Freund nennen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SICH VERZEIHEN
Waren wir uns je ähnlich? Waren wir je unterschiedlich? Gleich und gleich bekämpft sich gern Wir sind uns nah, wir sind uns fern Wie da ein Stein und da ein Stern die doch dasselbe sind in ihrem Kern. Wunden, tief, sind nicht unverzeihlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VON WENIGEN WAHRGENOMMEN
Manchmal steigt von Wenigen wahrgenommen ein Geist aus dem Unbegreiflichen auf die Verstandesebene nieder Und wie aus dem Nichts kommen neuartige Gedanken zu Dir wieder und jene merkwürdigen Lieder die, undeutlich, verschwommen, langsam wieder verschwinden, dann schnell und immer schneller… bis Du anfängst, zart zu empfinden, und hell wirst und immer heller. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DASSELBE LÄCHELN
Wenn Du genug Länder besucht hast Wenn Du genug Lächeln gesucht hast und überall wie ein ewiges Darlehen immer wieder dasselbe Lächeln gesehen und zurückgespiegelt hast, na dann… Vielleicht ist da wirklich etwas daran, wenn gesagt wird, daß wir alle irgendwann wieder eins werden werden im Gottesplan. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEIN FLUGBEGLEITER
Sollen wir fliegen? Fliegen wohin? Da, wo wir uns nicht verbiegen, dahin. Ich fliege mit, Dein Flugbegleiter - erklimmen zusammen Schritt für Schritt die Himmelsleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES IST SCHWER
Der Mensch und seine Gedanken wie alle Monde und deren Erden gegenseitig gefangen und tanzen in ihren jeweiligen Gravitationsfeldern Sie steigen und sinken zusammen. Es ist schwer, anders zu denken, als Du bist. Der Mensch und seine Empfindungen wie alle Erden und ihre Sonnen an einander gekettet in festen Bindungen in ihren gegenseitigen Gravitationsbahnen Sie steigen und sinken zusammen. Es ist schwer, anders zu empfinden, als Du bist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESCHEHEN-GEBUNDEN
Der Zug rollt ab, wie ein Geschehen, aus dem Du nicht mehr aussteigen kannst. Durchs Fenster wirst Du vieles sehen, an dem Du Dich nicht beteiligen kannst. Du kannst weder stoppen noch umdrehen; die Fahrt erleben ist alles, was Du kannst. Es bringt nichts, zu bitten oder zu flehen, Du bist Geschehen-gebunden. Du kannst im Zug sitzen bleiben oder aufstehen, rumlaufen, mit anderen reden. Du kannst Freunde finden, die den selben Weg gehen wie Du, mit denen Du Wärme teilen kannst. Enge Verbündete wie in Familien, oder Ehen, oder im Krieg, oder im Knast. Werte kannst Du schöpfen, Bunde formen, die nicht vergehen werden, wenn Du endlich umsteigen kannst an der nächsten Station in Deines Lebens Geschehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNSICHTBARE FÄDEN
Manche sind Dir nah, aber Ihr werdet Euch niemals begegnen… Manch andere sind fern von Dir, doch so sicher wie es regnen wird, so sicher wie die Gezeiten hinaus und wieder herein gleiten, ebenso sicher werden sie vom Weiten immer wieder zu Dir zurück reiten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
