Du bist leicht zu beeinflussen Deine Seele wahrlich eine kleine See Ich schaue hoch zum All da draussen wo ich nur den einen Mond seh… Du schaust mich an und fließt zu mir Deine Augen, sind sie… sind sie erregt? Schau nicht nach oben, mein Vampir Du bist der Mond, der mich bewegt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Verbundenheit
ES WERDE PFLICHT
Es werde Pflicht Licht zu werden Denn es ist geworden Dunkel auf Erden So viele Atombomben kann kein Planet überleben Der einzige Planet Auf dem es Leben gegeben Am Anfang war das Wort Ein Ehrenwort In ihm fand unsre Sehnsucht Einen Verankerungsort - Ein Wort wie Zusammenschluss Wie Du oder wie Wir Ein Wort wie Menschlichkeit Als Lebenselixier. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FÜR IMMERMEER

Meer passt zu Dir
Muß nicht reimen
Komm einfach zu mir
wie Gezeiten im Geheimen
Der Mond liegt auf meinem Munde schwer
Ich rufe Dich und Du kommst hierher
Denn Du hörst auf den Namen Immermeer.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZWEI GESPRÄCHE
Hast Du schonmal zwei Menschen
reden gehört
und mit keinem Wort verrieten sie,
worüber sie wirklich redeten?
Hallo. Wir geht‘s Dir?
Lange Zeit. Danke, mir geht es gut.
Und Dir? Auch. Auch. Schön,
Dich mal wieder zu sehen. Ja…
Eine Umarmung… Sie gehen
ihre getrennten Wege wieder. Einst
waren sie beste Freunde, Liebhaber sogar,
aber das ist lange lange her.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE HOFFNUNG
Du bist mir ein Versprechen ich Dir eins die wir lösen müssen, ehe wir sterben Und die Reise war ein Pflanzen ein Bangen, ein Pflegen, ein Warten durch die heiteren Tage und die herben Und die Hoffnung ist, daß die Ernte die selbstlose Liebe sein wird und die soll unsere Kinder erben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBE, LITERATUR UND MUSIK
Wir sind eins mit und ohne Ring - seit dem es mit uns anfing. Und das ist ein Ding. Erlaub mir, verzeih mir die Einfachheit meiner Ausdrucksweise wenn ich wörtlich Dich verspeise enger und enger Dein Geheimnis umkreise unsere Komplexität lobpreise. Immer wenn der Tod nah ist wird mir alles, alles, unwichtig außer Liebe, Literatur und Musik. CHE CHIDI Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEHR NÄHE
Distanz braucht Nähe. Das ist mir neu. Immer dachte ich, Freiheit suchend, Nähe braucht Distanz, nicht andersrum - doch dann erwachte ich politisch in einer brückenlos geteilten Welt. Distanz braucht Nähe. Denn es ist wichtig, daß globaler Nord und globaler Süd, Ost und West, Kulturen, Religionen, Sichten sich be-greifen im Akkord, der den Frieden zusammenhält. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FAMILIENFRIEDEN
Brüder kriegen gegen und töten einander - so kommt es mir vor. Die selben Gesichter. Denn bis der Krieg anfing, dachte ich immer, Russen und Ukrainer seien Geschwister. Was bedeutet Familie noch?, frage ich mich. Bevor er starb, sagte mir mein Vater, leise: Wenn Ihr alles verliert außer Einheit und Frieden, habt Ihr alles Notwendige für die Reise. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEWEGLICHE STILLE
When ich Dich berühre, sonderbar, berührt es mich. Doch warum, wenn ich mich finden will, verlasse ich jedes Mal Dich? Stopp! Komm nicht näher! Du darfst mir nicht folgen in die Klamm, verstehe mich richtig Ich gehe, weil ich komme, immer wieder - Halte Dich nur klamm. Sei mein Ende Meine Wege sind viele und unergründlich Lass mich ruhig gehen Alles hat ein Ende, warte dort auf mich denn am Ende gibt es nur Dich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MITTE
Irgendjemand geht immer leer aus
Manche gehen unter die Brücke
Manche gehen nach Haus
Es wohnt eine Lücke
in unserer Mitte.
Fehlende Sitte.
Eine Bitte.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
