Du bist mir ein Versprechen ich Dir eins die wir lösen müssen, ehe wir sterben Und die Reise war ein Pflanzen ein Bangen, ein Pflegen, ein Warten durch die heiteren Tage und die herben Und die Hoffnung ist, daß die Ernte die selbstlose Liebe sein wird und die soll unsere Kinder erben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Verbundenheit
LIEBE, LITERATUR UND MUSIK
Wir sind eins mit und ohne Ring - seit dem es mit uns anfing. Und das ist ein Ding. Erlaub mir, verzeih mir die Einfachheit meiner Ausdrucksweise wenn ich wörtlich Dich verspeise enger und enger Dein Geheimnis umkreise unsere Komplexität lobpreise. Immer wenn der Tod nah ist wird mir alles, alles, unwichtig außer Liebe, Literatur und Musik. CHE CHIDI Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEHR NÄHE
Distanz braucht Nähe. Das ist mir neu. Immer dachte ich, Freiheit suchend, Nähe braucht Distanz, nicht andersrum - doch dann erwachte ich politisch in einer brückenlos geteilten Welt. Distanz braucht Nähe. Denn es ist wichtig, daß globaler Nord und globaler Süd, Ost und West, Kulturen, Religionen, Sichten sich be-greifen im Akkord, der den Frieden zusammenhält. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FAMILIENFRIEDEN
Brüder kriegen gegen und töten einander - so kommt es mir vor. Die selben Gesichter. Denn bis der Krieg anfing, dachte ich immer, Russen und Ukrainer seien Geschwister. Was bedeutet Familie noch?, frage ich mich. Bevor er starb, sagte mir mein Vater, leise: Wenn Ihr alles verliert außer Einheit und Frieden, habt Ihr alles Notwendige für die Reise. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEWEGLICHE STILLE
When ich Dich berühre, sonderbar, berührt es mich. Doch warum, wenn ich mich finden will, verlasse ich jedes Mal Dich? Stopp! Komm nicht näher! Du darfst mir nicht folgen in die Klamm, verstehe mich richtig Ich gehe, weil ich komme, immer wieder - Halte Dich nur klamm. Sei mein Ende Meine Wege sind viele und unergründlich Lass mich ruhig gehen Alles hat ein Ende, warte dort auf mich denn am Ende gibt es nur Dich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MITTE
Irgendjemand geht immer leer aus
Manche gehen unter die Brücke
Manche gehen nach Haus
Es wohnt eine Lücke
in unserer Mitte.
Fehlende Sitte.
Eine Bitte.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLEICHBERECHTIGUNG
Es wird langsam Zeit
zu gehen nicht mehr allein
sondern zusammen, zu zweit,
Dein linkes ist mein rechtes Bein.
Es ist soweit
zu schlagen nicht mehr getrennt
sondern zu mehrt in Tapferkeit
weil Euer Herz in meinem brennt.
Wer ist bereit
zu vertrauen und Liebe zu wagen?
Ich gebe Dir treu Begleit;
öffne Dich, trete hervor; nicht zagen.
Die Welt liegt im Streit
mit dem Ringen selbst nach Freiheit.
Gute Geister, schreit Frieden, schreit!
Wir haben keine Angst vor Gleichheit.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VERTRAUT KRAFT ENTTÄUSCHUNG
Zusammen bringen sie Illusionen
und wenn sie die Wahrheit finden,
sind es jetzt geteilte Enttäuschungen,
die sie noch inniger verbinden.
Der Schmerz soll in ihnen brennen,
ihnen die Wahrheit über sich verleihen;
Sie sollen die Wahrheit kennen
und die Wahrheit wird sie befreien.
Nichts ist schöner als frei zu sein
und in Freiheit die Freiheit zu teilen;
Zu sagen Du bist nicht mein und ich nicht Dein
aber wir wollen für immer miteinander weilen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GETRENNT
Es ist vorbei - Warte nicht darauf, daß er anrufen wird. Es wird keine Nachricht kommen, die das Herz berührt. Sehne die Vergangenheit nicht herbei - Sie ist in der Gegenwart nicht willkommen. Nichts ist merkwürdiger als Veränderung, in ihrer Unumkehrbarkeit vollkommen. Die Wege haben sich getrennt, die Vorhänge sind zu gefallen - Du siehst keine Statusmeldungen mehr; die würden Dir auch nicht gefallen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE ERINNERUNG
Bist Du noch bei mir? Manchmal vergesse ich, in meinem Gedächtnis nach Hinweisen nach Dir rum zu hören - Das ist das Enigma des Gedächtnisses: Es erinnert Dich nicht daran, daß es es gibt. Daran musst Du Dich selbst erinnern. Erst danach schaltet es sich ein, ohne Garantie. Er vergisst neue Begegnungen und neue Namen aber der erste Kuss, die erste Liebe, der erste Tod, der erste Schmerz, und manch ein Geschehen weit zurück in der Vergangenheit, egal wie weit, sie fühlen sich noch so an als wären sie erst gestern geschehen. Die erste Sehnsucht lebt am längsten im Herzen der Erinnerung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
