Irgendwo Zwischen Hetzen und Verletzen Zwischen Schwätzen und Petzen Irgendwo Zwischen Hassen, Lassen und Verlassen Zwischen Rassen und Klassen Zwischen Land- und Menschenmassen Irgendwo Zwischen Artfremden und Ortsfremden Zwischen Wild-, Welt- und Realitätsfremden Zwischen fremden Freunden und freundlichen Fremden Irgendwo Zwischen Bündnissen und Hemmnissen Zwischen Halbwissen und Missverständnissen Irgendwo dazwischen Zwischen dem Fiktiven und dem Faktischen Muss es einen Ort geben, den wollen wir uns gönnen, Wo wir als EINE Gesellschaft leben können. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Kampfes und des Widerstands
IN MEINER WELT GEWINNT IMMER DAS GUTE
In meiner Welt gewinnt immer das Gute Gerechtigkeit Selbst ist mir innigst zumute In meinem Geiste, in meinem Blute Bis die Wahrheit endgiltig gewonnen hat Habe ich keine Ruhe, wende ich kein neues Blatt Eine Lüge als Angriff ist das tiefste Attentat Ich lief einmal weg und fühlte mich beschissen Ich zögere nie mehr, hin und her gerissen, Denn nichts ist feiner als das Gewissen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ABER GENAU DANN
Was nutzt es, gut zu sein, wenn gut zu sein ausgenutzt wird? Was nutzt es, Menschen in Deinen Schmerz hinein zu lassen, in deren Herz Du keinen Platz hast? Aber genau dann, als Du kurz davor bist, zu verhärten, kreuzen Deinen Pfad andere Gefährten die Dich an die Menschen wieder glauben lassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MASKE FÄLLT
Mir wurde als Kind gesagt in einem britisch-sozialisierenden Internat: Sie werden die Maske wieder fallen lassen Aufgegangen ist noch nicht die Saat Ihre Herrschsucht ist noch nicht gestillt Sie sind noch nicht fertig mit Hassen Wir warten geduldig auf sie, denn Sie werden die Maske wieder fallen lassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DURCH MUT ZUR MENSCHLICHKEIT
Wie wird aus Mehreren Einer? Ist das schwer? Wie wird aus Mehreren Keiner? Ist das nicht schwerer? Wie kann eine Gesellschaft so blind sein daß sie ihre eigene Vielfalt missversteht? Mutige Menschen, es kann nicht sein, daß Ihr schweigsam bei Seite steht während Mitmenschen-Verneiner spalten uns durch Fremdenfeindlichkeit. - Wie wird aus Mehreren Einer? Durch Mut zur Menschlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE HEIMAT
Deine Augen saßen wie tote Steine auf Deinem Kopf Die waren offen, sahen alles, begriffen nichts Dieses Unbegreifen angesichts der Tatsache, daß klopf-klopf-klopf-klopf, unsere normalen menschlichen Taten an die Türen Deines Herzes ungehört appellieren, bewirkt die Weltenwende: wir rebellieren, geraubt von allen unseren Heimaten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIESO DER HASS?
Haben wir Schritte nach Vorne getan
um wieder rückwärts zu stolpern?
Oder sind wir im Kreis euphorisch geirrt?
Die Vergangenheit wartet ein paar
Generationen weiter in der Zukunft auf uns –
Schreiten wir als Gesellschaft vergeblich voran?
Nie sah ich rücklings zeigende Schuhe
bis moderne Füße sich darein steigerten
Eine Gesellschaft verliert sich im alten Nemesis
und verwechselt Gestern mit Morgen
und verwechselt Hassen mit Sorgen –
Ein Hass lang verborgen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE FARBEN DER NARBEN
Unsere Nation hat viele Farben Sieben und mehr und einen Regenbogen Und dann auch noch viel viel mehr Unsere Nation hat viele Narben Wer heilt die Wunden? Wet glättet die Wogen? Schwankend, tanzend, gerissen hin und her. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UND SCHÜTTLE MICH FREI
Einzeln standen Einzeln guckten Einzeln schwiegen Die Bäume am Straßenrand Wie kalte Grußworte der Stadtmenschen Fuhren die Autos teilnahmslos vorbei Die Nacht war voll mit dunklen Gedanken Die schwer auf mein Gemüt niedersanken Ich schreibe ein Gedicht und schüttle mich frei. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH EINFACH
Fokussiere Dich nicht auf die Größe des zu erklimmenden Berges, sondern ernst gewappnet mit dem Ziel Deines Endwerkes konzentriere Dich auf Ausführung des täglichen kleinen Schrittes. Dein Vermächtnis ist die Hochrechnung Deines einfachen täglichen Auftrittes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
