Wo gibt es sie nicht, unsere Mitmenschen ohne Menschen? Wo gibt es sie nicht? Da gibt es keine Menschen. Je mehr Menschheit Desto mehr Unmenschlichkeit Je mehr Menschen Desto mehr Einsamkeit Warum? Und unten im Tal Umarmen sich die Häuser Wie Freunde aus Es-war-einmal. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Kampfes und des Widerstands
UNBÄNDIG
Lasst Euch nicht fallen - Wie die Frühlingsblumen, steht auf Es wartet eine Welt da draussen Gestern sucht Morgen. Wir sind der Staffellauf. Laufen wir also. Steht auf, steht auf! Schaut! Weit in der Ferne und noch weiter Das sind keine Sterne, das sind wir In der Zukunft, unbändige Freudenreiter Die Freuden kommen, wenn wir reiten Steht auf! Es warten auf uns neue Zeiten Aufregend. Sie wollen uns dazu anregen Sie mit Menschlichkeit zu prägen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NUR WISSEN VEREINT
Nichts ist wilder als Verzweiflung Nichts zynischer als Hass Nichts lauter als die Stimme der Zweiteilung Einer Gesellschaft in Pass und Ohne-Pass Lange dauert der Tiefe Heilung Schwer ist der Weg mit Liebe als Kompass Wichtigster Gegenstand für die Verteilung: Wissen. Der Schlüssel zum Einlass. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE FRÜHLING
Ich lasse mich nicht herunterziehen Wäre ich kein Mensch, wäre ich der Frühling Täglich mich hochziehen, mich anziehen Du darfst mir dabei zusehen In mich hineingehen Kraft holen, in die Welt hinausziehen Farbig, färbend, drängend wie Frühling. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MIT UND OHNE
Und dann kam ich rein
Denn Du warst da
Zuhause fängt mit Dir an
Und bleibt immer da
Und dann kam ich rein
Denn Du warst nicht da
Zuhause wartet hier auf Dich
Und bleibet immer da.
<em>Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WORTE IN DER LUFT
Ich ringe nach Worten Wie ein Sterbender nach Luft schnappt Sie halten mich am Leben. Wieso höre ich keine Stimmen heute Nacht? Ich möchte reden über Teilnahme und Teilhabe Über Beteiligung Darüber, daß alles Andersartige es immer noch schwer hat und manchmal ist es sogar unmöglich, Zugang zu finden zu der Ebene wo Worte die Luft ist, die wir atmen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ABSTRAKTERE SCHÄTZE
Jedes Mal, wenn ich ansetze, Trauriges zu schreiben, steigen Zuversicht, Gleichmut, Hoffnung, Ruhe in meine Sätze hinein, machen aus einem langen Bericht ein Standbild meiner abstrakteren Schätze, eine kleine Nachtmusik, ein kurzes Gedicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEFRIEDIGT
Wenn Du zu viele Nächte geantwortet hast
Wie sollst Du den Tag noch fragen?
Wenn Du zu viele Innenleben bekommen hast
Wie sollst Du das Äußere noch jagen?
Wenn Du zu viel Wahrheit erlebt hast
Wie sollst Du Geschichten noch verehren?
Wenn Du zu viele Herzen gegessen hast
Wie sollst Du Körper noch verzehren?
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FANG EINFACH AN
Aller Anfang ist schwer,
doch jedem Anfang wohnt
ein Zauber inne – daran eher
habe ich mich gewöhnt.
Denn im Anfang war nicht nur,
im Anfang IST das Wort,
das unerschöpfliche Nabelschnur,
dem alles Lenken gehört,
aus dem alles Werden wird.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE FRAGEN
Mein Herz schlägt so schnell Wer trommelt so hart auf meine Gefühle? Ich kann kaum mittanzen seinem Appell In meinem Kopf herrscht nur Kühle. Kalt und heiß. Schwarz und weiß. Voll und leer. Hin und her. Zuhause, heimatlos. Teilnehmend, teilnahmslos. Mein Herz hätt Euch so viel zu sagen Doch mein Kopf will es nicht mehr wagen Tausend Antworte aber keine Fragen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
