Du rüstest für den Krieg Doch wer ist der Feind? Hast Du in den Spiegel geschaut? Schaue mal unter Deiner Haut Wo Empfindung lacht und weint Dort findest Du den Sieg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Kampfes und des Widerstands
GEBEN UND NEHMEN
So viel zu geben Kein Abnehmer So viel benötigt Kein Abgeber Angefangen von Vertrauen Bis zum sich gegenseitig in die Augen schauen Und Eine Gesellschaft zusammen aufbauen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH SCHWARZ
Ich weiß nicht Wie der Tag das macht Mich verändert Bis vor Mitternacht Ich weiß nicht Wie die Gesellschaft es schafft Täglich mir zu nehmen Und zu geben Kraft Ich weiß nicht Wie das Leben das kann Jeden Tag zu zaubern Aus mir einen neuen Mann Nur eines weiß ich Diese dunkle Haut Ruft die vermittelnden Erlebnisse Täglich und laut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FERN UND NAH
Die Welt ändert sich schneller als unsere Clichés hinterher laufen können - Brülle sie so laut wie Du magst sie zerflattern wie Rauch im Winde. Schwarze entsprechen ihren Clichés nicht Weiße entsprechen ihren Clichés nicht Männer nicht, Frauen nicht, Schwulen nicht Fremde, Behinderte, Obdachlose, alle nicht. Niemand ist noch das, was er sein soll. Und als ich die Verwirrung in allen Augen sah dachte ich mir, wie fern wir voneinander sind und doch so nah. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE GESELLSCHAFT
Die Gesellschaft besteht aus allen Farben,
Allen Neigungen, allen Fragen,
Aus allen Wunden und allen Narben,
Aus Behagen und Unbehagen.
Die Mischung macht die Magie.
Hier wo einst Krieg wütete
Hier wo Grenzen überschritten wurden
Hier wo die Geschichte uns überschüttete
Mit dem widersprüchlichsten Absurden –
Hier brauchen wir demokratische Energie.
Menschlichkeit, Güte, Toleranz,
Solidarität, Fremdenfreundlichkeit, Akzeptanz.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WESENTLICH MÖGLICH
Mach einmal täglich das Unmögliche möglich; Der Tag nimmt es mit und kehrt nie wieder zurück. Mach kleine Dinge groß und große Dinge klein, Finde in Deinem täglichen Kampf Dein Glück; Löse Deines Geistes Rätsel, Stück für Stück. Nimm Deinen Platz in der Mitte ein, Nicht an der Oberfläche, nicht am Rand - In der Mitte des Wesentlichen, meine ich. Das Wesentliche sei innerlich Dein Land, Tiefer als Gesellschaft, Genen und Sand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WO ICH STEHE
Die Gesellschaft Hat keinen Platz für mich So wie sie ist Ich muss sie erweitern Bis sie das umfasst Wo ich stehe Wo mein Platz ist Ist hier wo ich bin Verstanden oder nicht Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WERDERAUM
Ich grabe Da wo ich habe Und finde nichts Und da wo ich nichts bin Da wo ich nichts habe Da fand ich den Sinn Meines Lebensgedichts Ein Suchender sucht sich selbst Ich brauche keinen vollen Raum Mit allen möglichen Antworten Ich will einen leeren Raum In dem ich wachsen kann als ich selbst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEIN SCHWEIGEN
Mein Schweigen Ist ein Loch, in das Deine Worte verschwinden Ist weiche Erde In die sie wie Saatgut eindringen Meine Seele schwängern Meine Blumen blühen lautlos Hell wie Glocken Mein Schweigen ist eine Leere In die Deine Angriffe sich verlieren Und Du wartest und wartest und wartest Vergebens auf meine Wut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IMMER INHALT
Niemals Form Immer Inhalt sei Dir das Verbindende Wer zwischen beiden Unterscheiden kann Der ist der Findende Glaube nicht der Lüge Nicht Sprache integriert Sondern Gesagtes Nicht Lächeln Bilden Dir ein Safe Space Sondern ehrlich Gewagtes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
