Wenn nicht Sonnenblumenöl Dann Rapsöl eben Raps wächst in Deutschland Wenn nicht Erdöl Dann Erdwärme halt Tief unter uns ist es warm In uns brennt ein unbändiges Herz Wenn nicht Steinkohle Dann Wasser, Wind und Sonne Die haben wir auch - Das, was uns ausbremsen soll, erneuert uns, stoßt uns nach Vorne. Mut zum Zusammenhalt Ideen für Veränderung Alles haben wir, nur keine Angst. Die Gegenwart ruft: Nutzt die Chance, Haftet Euch nicht an der Vergangenheit; Passt Euch der Zukunft an. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Kampfes und des Widerstands
KRIEG DER LEBENSEINSTELLUNGEN
Das Recht des Stärkeren, das Recht des oft Echteren zu ächten, den Schwächeren zu brechen - primitiv doch irgendwie ehrlich bei Tieren, bei Menschen eigensinnig, ein Verbrechen. Jeder kann nicht reich sein, Chef oder Chefin sein, Champion sein - aber leben kann jeder und lebendig sein. Wie können wir dieses selbstsüchtige Recht des Mächtigeren heute unterbrechen? Kann Macht sich selbst aufgeben? Macht, sagt man, muss genommen sein. Der Mächtige wird entmachtet, wenn ein Mächtigerer aufsteigt. Und da haben wir es wieder: in Liebe und im Krieg; Die Macht des Stärkeren wird alles durchbrechen. Welcher Gedanke war der stärkere? Ausbeutung/Ausnutzen oder Kooperation/Schützen? Welcher Drang ist der stärkere? Zur Selbstsucht oder zum Gemeinwohl? Denn der stärkere wird dominieren und alles andere schwächen. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UND DENNOCH SIND SIE ZUHAUSE
Wie viele hocken, ungerne, jäh entwurzelte Blumen, Ameisen aus der Ferne, Menschen beim Reinzoomen, am ausgebombten Straßenrand, im Schatten makaber grinsender Struktur erschreckter Aus-bauten unter der Hand des Krieges kalt abstrakter Architektur? Und dennoch sind sie Zuhause. Denn nicht Bauten alleine sind Heimat. In Mitten des Krieges ist jede Pause jedem Patriot, ob Soldat ob Diplomat, gleich dem treuen Mutes neuen Frühling. Gebrochen ist erst der Geist, wenn er vom Kämpfer wurde zum Flüchtling, der ein Fremder mitleidig willkommen heißt. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DANEBEN
Für wen gehe ich diesen Weg? Denn ich habe das Gefühl, ich gehe ihn nicht für mich. Für wen stehe ich schräg? Denn ich weiß ganz genau, ich verliere dabei mein Gleichgewicht. Für wen trage ich dieses Gepäck? Denn nichts, was drin ist, macht mich glücklich. Wessen Gedanken habe ich gelesen? Denn ich habe sie in meinem Kopf gesehen aber sie gehören mir nicht. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS LACHEN DEINES HERZENS
Manchmal läufst Du viele Meilen, an vielen allein laufenden Menschen vorbei, und bist gefühlt immer noch allein. Manchmal singst Du viele Lieder, in mitten vieler schweigender Menschen, und hörst immer noch keinen mitsingen. Manchmal liebst Du viele Menschen, überlässt jedem ein Stück von Dir und bekommst nichts Greifbares zurück. Dennoch lachst Du morgen wieder, denn das Lachen Deines Herzens ist das einzige, was Dich noch am Leben hält. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS GEWICHT DES KRIEGES
Das Gewicht des Krieges,
des unerreichbaren Sieges;
die Wut der verzweifelten Raketen,
wie bei gelieferten und abgelehnten Paketen;
das Hohngelächter der steigenden Preise,
die Energieknappheit der langen Reise;
die Botschaft der besorgten Blicke,
der plötzliche Schrei umgewälzter Geschicke;
die erschreckte Sehnsucht nach Frieden,
der den Krieg naiv beobachtete beim Sieden –
Hat der Frieden selbst den Frieden gemieden??
Nichtstun und Tun sind nicht so verschieden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AUCH SCHWARZE SIND MEHR
Schwarze haben nicht nur zu klagen.
Nicht nur Geschichte zu ertragen.
Haben auch Umgewöhnliches zu sagen.
Bei näherem Betrachten Normales.
Schwarze haben nicht nur zu feiern.
Nicht nur lustig herum zu eiern.
Haben auch Ungewöhnliches zu entschleiern.
Bei näherem Betrachten Normales.
Menschliches. Ich kann Gedanken lesen.
Augen-blicke sind Gedichte. Einfach ablesen.
Die Gesellschaft birgt unzählige Wesen.
Klischees durchbrechen ist etwas ganz Normales.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALLES AUSSER WEISS
Heute koche ich vor Trauma und Wut.
Menschheit mehr Macho als Mut?
Kein Mut zum Menschsein gemeiner als Blut.
Als Schwarzer muß ich immer wieder
erleben: Egal ob im Frieden
oder im Krieg sind wir eben immer „Die da.“
Ausgegrenzt oder vermieden.
Im Frieden feiner als im Krieg, oh ich weiß.
Da sind die Grenzen noch offen für Gespräch.
Im Krieg geschlossen für alles außer Weiß.
Das Blutgefäß ist (immer) wieder zeitgemäß.
Schwarze kämpfen immer zweierlei
Für uns ist der Weltkampf gegen Tyrannei
und der persönliche Überlebenskampf einerlei.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ÜBERLEBENSANGST UND OPPORTUNISMUS
Dies ist unser Auftrag:
Wie die Blume den Schönheitsbegriff schützt
und der Gärtner die Blume
und die Gesellschaft den Gärtner
und der Staat die Gesellschaft
und das Grundgesetz den Staat
und Weisheit das Grundgesetz…
So ist dies unser Auftrag:
das Gute in dem Menschen zu schützen
in Zeiten von Krieg.
Denn was ist das Schlimmste am Krieg?
Nicht, daß er Menschen tötet,
sondern daß er die Menschlichkeit tötet
und das Schlechte in uns zum Leben weckt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREIHEIT SIEGT
Wenn der Kriegsdämon erwacht
erwacht auch der Friedensgeist –
Nicht umsonst hat die Menschheit
bis heute sich selbst überlebt.
Wie viele Waffen werden benötigt,
um den Frieden für immer auszulöschen?
Waffen ohne Ende seit immer,
und dennoch: Geistig überlebt.
Freiheit siegt. Je stärker die Einschüchterung,
desto größer die Sehnsucht nach Freiheit –
Die Freiheit, wie ein Geist, wohnt in uns
am stärksten, wenn sie unsichtbar ist.
Weil das Fragilste, Glaube, unvernichtbar ist –
Weil das Unfassbare, Hoffnung, unverzichtbar ist –
Weil wo der Wille da ist, und Licht,
jeder Streit hart oder sanft schlichtbar ist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
