Einige werden stehen, Kerzen, brennend, erhellend, lichtspendend, in mitten schattenhafter Schmerzen, mutmachend, Hoffnung erweckend. Sonderbar, wie und wo sie auftauchen, in allen Ständen, in allen Berufen; ruhig, mit einem Halt, den andere brauchen, begegnen sie uns auf allen Lebensstufen. Und dann geben sie von ihren Flammen weiter und immer mehr Lichter fangen an zu scheinen und das Lichtmeer wird größer, tiefer und breiter und läßt schließlich die ganze Welt in Freude erscheinen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Zwischenmenschlichen
FREUNDSCHAFT WIRD IM HERZEN
Freundschaft wird im Herzen der Feinde entstehen, wenn Du mit ihnen durch ihre dunkelsten Täler gehst und sie Schritt für Schritt Dir in die Augen sehen und sehen, wie Du unerschütterlich menschlich stehst. Verschwende Dein Erdenleben nicht mit Rache; Weit in der Vergangenheit liegt die wahre Ursache. Es gibt wenig Unterschied zwischen Engel und Drache. Verzeihe, liebe und lache. Empfinde, bete und wache. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
INNEN LEBEN AUSSEN
Obwohl es Innenleben heißt zeigt es sich in den äußeren Zügen unserer Gesichter. Der Geist drückt, der Körper muss sich fügen. Wie viele Lächeln versuchen vergeblich eine verwelkte Blume zu begraben? So viele Küsse sind einvernehmlich aber die Liebe ist selten leicht zu haben. Ich sehe Dich und umarme Dich ohne Dich anzuschauen oder anzufassen Wir umarmen uns inniglich ohne uns zu lieben oder lieben zu lassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBE ALS RATTENFÄNGER
Ich habe von Menschen gehört, die ahnen, daß es nicht funktionieren wird, dennoch gehen sie wie getrieben der Liebe Bahnen entlang, hoffend es wird funktionieren doch - und verenden gefangen in einem Loch. Was ist diese Macht, die uns dazu zwingt zu tanzen, obwohl die Liebe nicht singt und nur die Musik des Rattenfängers klingt? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ICH SAGE NICHTS MEHR
Ich sage nichts mehr, sage ich und habe somit unendlich mehr gesagt als ich sagen sollte. Hätte ich lieber schweigen sollen, als ich gefragt wurde, was ich dazu sagen würde - Jede Äußerung ist eine schwere Bürde für jeden, der eine zu formulieren wagt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ABSICHT UND ABSTAND
Mit welcher Absicht wird gelächelt? Mit welcher wird Wahrheit gesagt oder wird gelogen? Mit welcher wird Gesicht gezeigt oder wird geheuchelt? Mit welcher werden Schlüsse (und -striche) gezogen? Absicht gibt Aussicht auf Einsicht. Mit welchem Abstand wird geliebt? Mit welchem Abstand wird umarmt und geküsst? Mit welchem wird Frieden geschlossen oder wird gekriegt? Mit welchem wird Schuld, und Unschuld, gebüßt? Abstand ist Widerstand mit Anstand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALLE WEGE FÜHREN DORTHIN
Du kannst mich nicht aufhalten, wenn Du nicht weißt, wo ich hin will - Vielleicht will ich mich genau dort aufhalten, wo Deine Lüge mich hinhalten will - Dasselbe Wort, das mich belasten soll, tilgt stattdessen mein Haben, erhöht mein Soll. Das, was mich verwirren, desorientieren will, lehrt mich alles, was ich über Euch wissen soll. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EMPFINDE DIE ERBSE
Übe und lerne unruhig zu liegen auf weichen sanften bequemen Betten wie die Prinzessin auf der Erbse - Deine Empfindung wird Dich retten im Dunkel ohne Stab, ohne Leiter, ohne Kerze wird ein Hauch des Falschen Tonnen wiegen auf Deinem Gemüt. Du wirst es spüren, eine feine Empfindung ohne große Erklärung - Schichten von Geschichten ersticken sie nicht - Wenn etwas nicht stimmt, fühlst Du die Störung. Und das Empfundene, ob Gericht oder Gedicht, spürt stets die Worte auf, die dorthin führen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IMMER KOMMT DER SONNENUNTERGANG
Immer kommt der Sonnenuntergang früher als erwartet - Das ist sonderbar, nicht wahr? Auf einmal ist der Mensch, der da war, verschwunden, mit ohne Schwanengesang, und der Neue startet. Na, mit oder ohne, fragst Du? Mit, weil jeder Abschied angekündigt wird auf irgendeiner Art und Weise. Ohne, denn die Kunden werden nicht gehört, das Ungewollte ist irgendwie immer leise, bis laut Adé sagst Du. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZART UND HART
Ein Teil von mir ist Wasser ein Teil von mir ist Wein Wird‘s tiefer, werde ich nasser, fließe durch Dich in uns hinein. Ein Teil von mir trägt Schwerter der innerster birgt einen Stein Gibt‘s Gefahr, werde ich härter, nehme uns in meinen Schutz ein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Einige werden stehen, Kerzen,
brennend, erhellend, lichtspendend,
in mitten schattenhafter Schmerzen,
mutmachend, Hoffnung erweckend.
Sonderbar, wie und wo sie auftauchen,
in allen Ständen, in allen Berufen;
ruhig, mit einem Halt, den andere brauchen,
begegnen sie uns auf allen Lebensstufen.
Und dann geben sie von ihren Flammen weiter
und immer mehr Lichter fangen an zu scheinen
und das Lichtmeer wird größer, tiefer und breiter
und läßt schließlich die ganze Welt in Freude erscheinen.
Che Chidi Chukwumerije