Unterwegs
Unter Unbekannten
War ein Unterricht
Sie alle brannten
Sich in mich ein
Denn am Reiseende
Waren wir entweder
Freunde oder Feinde
Geworden.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Unterwegs
Unter Unbekannten
War ein Unterricht
Sie alle brannten
Sich in mich ein
Denn am Reiseende
Waren wir entweder
Freunde oder Feinde
Geworden.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Du bewegst Dich weg von mir nicht wie ein Pfeil geradlinig sondern wie ein Gedanke torkelnd und schwankend irrsinnig von einem Punkt zum anderen wankend und zugleich starrsinnig bis Du den Weg wieder zu mir findest und wir werden endlich einig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich bin zweisam wenn ich alleine bin und einsam wenn ich zu zweit bin Wenn wir zusammen sind suche ich Dich. Wie were getrennt sind finde ich mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Etliche Nationalitäten liefen nebeneinander auf der Straße. Keine dachte von einer anderen: „Hier ist jemand, den ich eigentlich haße.“ Sie merkten nicht mal ihre Verschiedenheiten Weil sie sich äusserlich ähnelten. Keine spürte ihre Einsamkeit Wo Einsamkeit und Einsamkeit sich spiegelten. So stark ist die Macht der Oberfläche Die Oberflächlichkeit ist zugleich unsere größte Stärke und größte Schwäche. In unserer Armut sind wir reich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wir leben noch in primitiven Zeiten, in den grauen Vorzeiten lange vor unserem Erwachen, über die wir einst unzählige Seiten im Buche des Lebens lesen werden ohne Lachen - Denn was ist wirklich fortgeschritten und hochentwickelt in dieser heutigen künstlich- pseudo- intelligenten Welt, wo die Mischung aus Hass, Gier und Geld uns am Laufen hält? Erwachsene Menschen dem Hass schamlos ergeben - Es muss eine höhere Art geben, als Menschen zu leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Frage mich 500 Jahre später wenn ich das 3. Mal wiederkehre Frage erneut, 500 Jahre später, über die Bewahrung meiner Ehre in den Blicken der Einheimischen gerichtet an die Ausländischen. Heute wäre es zu früh Morgen auch und übermorgen Jeder Blick ist Dejavü Täglich mache ich mir Sorgen Aber vielleicht in 500 Jahren werden wir Achtung erfahren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Unkraut kaut an meinen Wurzeln unter meiner Haut - Lieben ist puzzeln. Was ist gesund? Was nicht? Gibt‘s einen Grund? Treue oder Pflicht? Alles entfernen oder alles drin lassen? Nicht in den Kernen kannst Du sie erfassen Sondern die Blütezeit erst lässt erkennen ob weiter zu zweit oder am besten trennen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich bleibe Ausländer Flügel äußerer Ränder Ein Blatt auf dem Fluss vorbeifließend. Ein Gruß aus der Ferne, missverständlich stets beobachtend nachdenklich Sichtbarer Blitzableiter für Neugier für Habgier für Freundlichkeit für Feindseligkeit Ein Aussenseiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Eine Gesellschaft ist nimmer so fremd daß Du nicht unter ihrer Oberfläche ihr Verborgenes wie Konturen unterm Hemd siehst, spürst, jede Stärke und Schwäche. Vertraut. Bekannt. Wir kennen uns gegenseitig, wir Menschen, und zwar gut. Wir wissen, anhand des anderen Tuns was er vorbereitend führt unterm Hut. Wissen ist Verdacht. Wissen ist erdacht. Wissen ist Schlacht, und nur manchmal Macht. Wir wissen mit gutem und schlechtem Gewissen das etwas kommt, deren Auswirkung wir nicht wissen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Katapultiert auf die Oberfläche sind wir geworden Es zählt nur noch die Hautfarbe bei der Seitenwahl Sortiert zum Westen, zum Osten, zum Süden, zum Norden Himmelsrichtungen führen manchmal zur Höllenqual. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung