Wie sehr Schwarz und Weiß sich voneinander unterscheiden, hätte ich mir nie vorstellen können, würde ich nicht dadrunter leiden. Wäre ich nicht hierher gekommen, hätte ich in glückseliger Ignoranz mein ganzes Leben durchgelebt, verwechselnd Demut mit Arroganz. Vor allem hätte ich geglaubt, und geglaubt, alle glauben‘s auch, daß wir alle gleichsam sind, gleichwertig jede Sitte, jeder Brauch. Immer grosser wird die Kluft, und die Zeit immer länger beim neuen Treffen sich zu verstehen, das Miteinander anstrengender. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
des Zwischenmenschlichen
INNEN DRIN
Wenn wir nur wüssten wie alt wir alle wirklich sind! Äusserlich sichtbare Verhältnisse machen uns blind. Blut und Boden sind Bühnen die wir besuchen und verlassen… Innen drin die wahren Menschen gehören eigenen Welten und Rassen. Ich bin Dir mehr als Du weißt oder weniger - Viele sind böser als Du denkst, andere seliger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BUND DER LIEBE
Es liegt viel tiefer als mancher denkt, der Haß. Doch tiefer noch liegt die Liebe, sie senkt ihr Wesen bis in den Grund der Volkesräson und vervollkommnet unseren Bund. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SEI GLÜCKLICH
Sei glücklich. Mach Dir keine Sorgen um mich. Du kannst mir nichts geben Außer eines: Lass mich nur mein Leben leben Und Du Deines. Und bist Du darin and dabei glücklich, So erleichterst und befreist Du mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FREI VERBUNDEN
Halte mich Damit ich weg gehen kann Lasse mich los, damit ich bleiben kann Denn in der Ferne möchte ich mich mit Dir verbunden wissen Und in der Nähe möchte ich meine Freiheit aber nicht missen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
TATEN SIND WORTE
Taten sind Worte Sie waren unsere ersten Worte der unmittelbarsten Sorte Und, so der Anschein, Werden sie auch unsere letzten sein. So schätze ich uns mittlerweile ein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
RAUM FÜR SPASS
Starr war‘s in Deiner kalten Welt Der Mars in einem dunklen Zelt Wär wärmer Doch ich bin Dein Jedi Dein Dreddy, Dein Teddy, Dein Che und Dein Tschiddy Egal wer, egal was Dich so arg verletzt hat Er, es, ist es nicht Wert. Heute haben wir Spaß an des Schmerzes Statt - Ich hab ein Lichtschwert. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MENSCHSEIN ALS WIDERSTAND
Zu denken, daß Du das Recht hast, anderen ihre Freude weg zu schämen… Zu glauben, daß Du die Macht hast, anderen ihre Freiheit weg zu nehmen… Zu träumen, daß Du die Aufgabe hast, andere zu brechen, zu töten, zu lähmen… Du spürst nicht wie er wächst, der globale Widerstand … Von Kultur zu Kultur wächst, von Land zu Land … Menschsein mit Verstand und Geist, mit Herz und Hand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HEXENJAGD UND VERLEUMDUNG
Nimm Dich in Acht, jetzt wo die Hexenjagd neubegonnen hat - Erst Argwohn, dann zuletzt findet das Verleumden überall statt. Nachbarn werden unnahbar. Undurchdachte Worte rächen sich schwer. Wunden, vielleicht unheilbar, blicken durch Augen wieder voll und leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHÜTZE DEIN INNENLEBEN
Hass ist ein Teil des Täglichen, allgemein. Nur die Luft umgibt Dich noch enger. Passt Du nicht auf, atmest Du ihn ein und wirst zum Hasses Rattenfänger. Du wirst dunkler ohne es zu merken, wirst ein Teil von Hasses Netzwerken, fängst an, die Hasskultur zu verstärken. Die Sonne geht, die Schatten werden länger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
