DIE GLEICHE SPRACHE

Deine Fremdsprache
Klingt wie Musik in meinen Ohren
Ich verstehe sie nicht
Aber sie bringt mein Herzen zum Tanzen
Ich wusste nicht
Daß so viel Fremdes so vertraut wirke
Wenn Dein Lächeln und mein Lächeln
Deine Augen und meine Augen
Dein Geist und mein Geist
Die gleiche Sprache sprechen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GESPRÄCHSREISE

Willst Du ein Gespräch mit mir
Oder willst Du über mich als Echokammer
Ein Selbstgespräch mit Dir führen?

Ich denke eher das zweite.
Jedes Wort von mir wäre eins zu viel
Jedes Wort von mir wäre eins zu wenig

Aber nein, ich durchbreche das Spiel
Lass uns zusammen neue Weiten suchen
Niemals wissend, was uns das nächste Wort bringt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ÜBER DEN TELLERRAND DER GESCHMACKSACHE

Ich lebe in mehreren Welten
Und selten, sehr selten
Finde ich in der einen Welt jemanden
Der mich in den anderen für jemanden
Hält.

Ein Wanderer zwischen den Welten
Einheitlich bin ich selten
Jede Woche bin ich mehrere Personen
Ich kenne keinen, dem jede dieser Personen
Gefällt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

FANG EINFACH AN

Aller Anfang ist schwer,
doch jedem Anfang wohnt
ein Zauber inne – daran eher
habe ich mich gewöhnt.

Denn im Anfang war nicht nur,
im Anfang IST das Wort,
das unerschöpfliche Nabelschnur,
dem alles Lenken gehört,

aus dem alles Werden wird.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

(UN)GEBUNDEN

Wenn Du gehst
nimmst mich mit
Wenn Du fehlst
fehle ich auch
Dein Lachen wärmt meinen Bauch
Bist Du traurig, bin ich nachdenklich
Und wenn Du stirbst,
sterbe ich auch.

Nur eines ändert sich nicht:
Änderst Du Dich,
so bleibe ich trotzdem derselbe.

Wenn Du stirbst, leb ich weiter.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WANN IST WICHTIGER ALS WO

Ich komme aus der Zukunft
Lerne die Sprache von Hier und Jetzt
Bevor ich zurück kehre
Will ich gesagt haben
Den Weg, der beginnt Hier und Jetzt.

Wo kommst Du her? - Falsche Frage -
Willst Du wissen, wo ich hingehöre.
Wo ich her komme sagt Dir nichts
Bis Du weißt, ob ich
Zur Vergangenheit oder zur Zukunft gehöre.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DU MICH AUCH NIE

Immer noch Du
Und doch nicht mehr
Ich kannte Dich so lang
Ich kenne Dich nicht mehr
Ich kannte Dich nie.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GEFÜHLE IM BAUCH

Schmetterlinge sind viele
Aber nicht im Bauch
Den haben sie längst verlassen
Er hat sie vergessen auch

Erinnerungen sind viele
Aber nicht genug
Sie wurden ersetzt durch Pläne
Für einen neuen Flug.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

KEINE FRAGEN

Mein Herz schlägt so schnell
Wer trommelt so hart auf meine Gefühle?
Ich kann kaum mittanzen seinem Appell
In meinem Kopf herrscht nur Kühle.

Kalt und heiß. Schwarz und weiß.
Voll und leer. Hin und her.
Zuhause, heimatlos. Teilnehmend, teilnahmslos.

Mein Herz hätt Euch so viel zu sagen
Doch mein Kopf will es nicht mehr wagen

Tausend Antworte aber keine Fragen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KEIN UNTERSCHIED WIE TAG UND NACHT

Der Tag war heute kein Tag
Er war eine Nacht, die im
Zeichen des Erlebens meiner Träume lag

Die Nacht ist heute keine Nacht
Sie ist ein Tag, der über
das Entstehen neuer Träume treu wacht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung