Gekommen
Genommen
Gekommen
Wieder gekommen
Wieder genommen
Wieder gekommen
Zurück gekommen
Zurück gestoßen
Zurück gegangen
Weiter gegangen
Weiter gefangen
Weiter verlangen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Gekommen
Genommen
Gekommen
Wieder gekommen
Wieder genommen
Wieder gekommen
Zurück gekommen
Zurück gestoßen
Zurück gegangen
Weiter gegangen
Weiter gefangen
Weiter verlangen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
an gekommen
fest genommen
ab gegangen
tief gekommen
schluck genommen
heim gegangen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eher zögernd kam
Wieder
Der Frankfurter Schnee
Über
Stadt, Land, Fluss
und Liebe
Zuckte kurz, nicht mal heftig
Einmal, zweimal, scheu, bedächtig
Auch eine zarte Liebesbekenntnis
verschwindet niemals aus dem Gedächtnis.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Tag hat nicht genug Stunden,
die Welt nicht genug Menschen,
die Menschenwelt nicht genug Vielfalt
um alles, was mich treibt, nach dem
ich mich sehne, alles,
das ich täglich angehen, erleben
und erreichen muss, zu umfangen.
Und dann richtet am Ende eines
jeden vollen Tages meine Hoffnung
sich auf den nächsten Tag, den nächsten
Menschen, die nächste Welt…
So treibt und lotst mich das Leben
durch die Korridore der Ewigkeit –
im steten Ringen mit dem Hier-und-Jetzt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Freunde am Anfang
der Reise sind am Ende
nicht Feinde geworden –
noch schlimmer, Fremde
die deshalb Fremde sind
weil sie sich jetzt besser kennen
als am Anfang, wo sie
vor Liebe blind waren.
Freunde am Anfang
der Reise sind am Ende
schlimmer als Feinde
geworden – Fremde.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Mein Schmerz wächst tiefer
als Du mit steten Handbewegungen
ihn lindern kannst. Er dringt einfach weiter
in die Tiefe hinein, und tut auch Dir
irgendwann dort weh.
Jetzt leiden wir beide an meinem Schmerz
Und alle unsere Gespräche brechen
das Schweigen zwischen uns nicht.
Nicht mehr.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich war zu oft am falschen Platz
Ahnte es, wollte es nicht ahnden
Ignorierte das komische Gefühl im Bauch
Doch Schmerz ist der bessere Lehrer
Er war das Feuer nach dem Rauch
Immer und immer und immer wieder
Nun habe ich ihn gut verstanden
Du musst keinen anderen Grund haben
Um Dich zu schützen,
Als eine Empfindung unbequem am Nagen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Menschen kommen und gehen
Und wenn sie gehen
bleiben sie in uns stehen
während sie im echten Leben weitergehen
Und wenn sie wieder kommen
innerlich zu- oder abgenommen
wie eine Kopie eines alten Bilds verschwommen
begreifen wir, nichts im Leben bleibt stehen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich spüre Dich sehr
Du weißt es
Ein Zittern in Deiner Stimme
beweist es
So winzig, und dann rauh
umkreist es
Mein Verlangen. Blühe, Zittern.
Doch heißt es
trotzdem, Du warst zu zärtlich.
Beiß es.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung