Manchmal steht so viel zwischen uns
die Worte reichen nicht mehr aus
Ich stöbere im Wörterbuch unserer Liebeskunst
wie ein Geist in einem leeren Haus.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Manchmal steht so viel zwischen uns
die Worte reichen nicht mehr aus
Ich stöbere im Wörterbuch unserer Liebeskunst
wie ein Geist in einem leeren Haus.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich habe gehört
weit oben im Norden
irgendwo an der Nordseeküste
heute Nacht
sehen die aufwärtsblickenden Augen
außer dem klaren Sternenhimmel
nichts mehr…
keine Gedanken
keine Erinnerungen
keine Sorgen
kein gestern und kein morgen
keine Ängste und keine Wolken
und keine Antworten…
Nur den klaren Sternenhimmel.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Deine Brust
Gib mir Deine Brust
Ich schreibe drauf meine Frust
Dann kannst Du ohne Worte lesen
was Du eh schon instinktiv gewusst
wie meine Gefühle, wild gewesen,
sich nun stillen müssen an Deiner Lust.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Himmel blau
Straßen ohne Stau
Affe, Ziege, Delphin, Sau
stellen sich wieder zur Schau
mitten im Menschenbau
inmitten der ehemaligen Natur
Tier-Erinnerung an Blumenflur
dreht zurück die innere Uhr.
Möge auch ich, die menschliche Kreatur
entdecke wieder neu die Urfreude pur.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich sehe sie
aneinander gereiht wie die Bäume
die eine lange Straße links und rechts säumen
endlos
einer hinter dem anderen oder neben –
Diese ausgangsgesperrten Tage unseres Lebens
kein Ende in Sicht
Wo gehen wir hin? Wann kommen wir an?
Vor allem, in welchem Zustand?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Ich frage mich immer heute:
Was werde ich morgen wünschen,
ich hätte es gestern erkannt?
Auch diese Frage gehört den Wünschen,
von denen ich denke, heute:
Mensch, hätte ich sie nur gestern erkannt.
Denn heute hilft sie mir,
morgen immer weniger zu überlassen
was ich gestern hätte haben können.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Und auch das Leben hat
aus uns Dichtung gemacht
aus jedem von uns ein Gedicht
in sich verdichtet
nach Innen gerichtet
dazu verpflichtet
in der Unsichtbarkeit
in der Unerreichbarkeit
der Menschheit zu dienen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Denk an die Einsamen
die sind auch Menschen
und gerade deshalb einsam…
Ruf sie an, oder
schicke eine Nachricht
oder winke von Fenster zu Fenster.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Als ob wir alle Tasten des Klaviers
entfernt hätten und weggesperrt
jede für sich alleine, einsam, schweigend
ungehört.
Wir leben in einer Zeit
die vor allem uns eines lehrt:
zu schätzen, wie wichtig das „Wir“ ist.
denn ohne gibt es kein Konzert.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Wir sind die Träger
wenn wir uns zur Verfügung stellen.
Wir sind die Erträger
wenn andere sich zur Verfügung stellen.
Das Virus sucht dringend Soldaten
und Botschafter menschlicher Art.
Die Menschheit sucht simple Heldentaten
zum größten Teil seßhafter Art:
Das Vertragen des eigenen Selbst im Privaten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
