Wo sind wir alle?
Wo wohnen wir in uns?
Klopf klopf – wer ist da?
Die Erinnerung an uns.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wo sind wir alle?
Wo wohnen wir in uns?
Klopf klopf – wer ist da?
Die Erinnerung an uns.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Anonym und incognito sein
Unsichtbar
Nicht extra und ständig wahrgenommen
Zu werden
Habe ich erkannt
Ist wertvoller als Silber und Gold.
Ist Schwarz eine Farbe?
Ich denke nicht.
Schwarz muß mehr sein, als nur Farbe
Es ist bestimmt was Anderes, das anzieht
Und abstoßt und Raum nimmt –
Sonst macht das alles keinen Sinn.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich bin oben
Auf dem Berg
Ein Zwerg.
Ich bin unten
Im Tal
Ein Haufen Schicksal.
Was bin ich
Für Dich
Spiegelverkehrt?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich mag, wie Du zufrieden schnurrst
wie eine riesengroße blaue Katze
die von tausend Autoreifen
laut gekrault wird.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Menschen wie Mauer
Schwer zu überwinden
Ihre Freude, Ihre Trauer
Wie Farben den Blinden
Wir suchen und wir finden
Nichts zum Verbinden
Auf die Dauer.
Womöglich sind die Mauern
Gar keine Mauern
Womöglich sind die Masken
Gar keine Masken.
Womöglich ist unser Leben
Gar kein Leben
Nur eine Ablenkung vom Leben.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mein Kopfhörer
Ein Störer
Wo ist mein Herzhörer?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich laufe über mein Klavier
Und alle paar Schritte stehe ich wieder
Am Anfang meiner Lebenslieder
Wir haben alle dafür so ein Gespür
Dejavu ist des Lebens Dauersouvenir
Wie wiederkehrend der Morgen dem Tag
Egal was der Kalender behaupten mag
Mein Gedicht ist Reinkarnation auf Papier.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Keine Zeit für Bullshit
Mein Feind trägt nicht nur fremde Haut
Er sieht auch aus, wie ich
Auch das sage ich, und ich sage es laut
Die äußere Gleichart brachte uns
So weit, daß wir gegenseitig
Die fehlende innere Gleichart erkannten
Und suchen sie nun anderweitig.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Autobahn war ein grauer Dolchstoß
Durch das Herz der Natur
Keiner weint
Weil sie Wanderlust
Mit dem Duft von Geheimnissen
Vereint.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Polizeisirenen
Alle paar Minuten
Wie plötzliche Empfindungen
Die in mir durchblitzen
Mein Herz springt auf und
Auf zuckt mein Denken
Rennt der Sirene hinterher
Fragt sich, was hat diesen Einsatz ausgelöst?
Doch die Empfindung antwortet selten
Und der Kopf hört nicht auf, zu denken
Lange nach dem es um mich
Und in mir
Wieder still geworden ist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung