Nicht die Liebe
sondern die Freiheit
atme ich hier ein
und aus.
Und in der Freiheit
wagt sich die Liebe
hier raus und
rein.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Nicht die Liebe
sondern die Freiheit
atme ich hier ein
und aus.
Und in der Freiheit
wagt sich die Liebe
hier raus und
rein.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich sah hinein
in der Welten Herz
und hasste mich ob meiner
Wissbegierde
denn egal wo jetzt
ich gehe oder schaue
egal wie schön, sehe ich nur
Schein und Zierde.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Wie viele Meilen bis zur Oase?
Ich renne und brenne und trenne
mich immer noch nicht von der Wüste.
Wie viele Wellen bis zur Ekstase?
Ich reite und gleite und verbreite
Wonne ungenügend für meine Gelüste.
Wie viele Zeilen bis zur letzten Phrase?
Ich schreibe und treibe und bleibe
auf der Seite, wo ich die Liebe küsste.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ist das zweite besser als das erste?
Die zweite Frau? Die zweite Nacht?
Der zweite Versuch? Der zweite beste Freund?
Das zweite Mal? Da haben wie freier gelacht.
Aber haben wir auch freier gedacht?
Überhaupt nachgedacht?
Manch eine Frau an der zweiten Stelle
wusste mehr vom König als die Königin.
Manch ein Mensch braucht eine zweite Chance
um seine wahre erste Natur zu zeigen.
Manch ein Gedanke braucht einen zweiten Kopf
um ganz zu ent-decken den Zauber im Topf.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Abend
Die Ruhe: Vielsagend
Die Zweisamkeit: Wohlhabend
Die Einsamkeit: Hervor-ragend
Und dann…
Hand bewegt sich richtung Hand
Und dann…
Der Zauber wieder, der sie immer verband.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Schnell über rot
schnell war sie tot:
diese junge Beziehung
Das tägliche Brot
wurde zum Verbot:
Liebe zur Verzeihung
Das fünfte Gebot
bringt in Erklärungsnot:
Bindung und Befreiung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Georgien
Schwarze Seele
Felsengeist aus gefrorener Träne
Stolzer Schmerz, stolze Freude
Wenn Wurzeln Menschen wären, wären
sie Deine Kinder, sture Kinder
voller unruhiger Träume
von Georgien
Wie Dornröschen wach geküsst
befreite Lust verschönert sich
von Jahr zu Jahr ansteigend vom Meer
zu den Bergen richtung Georgen
Augen voller Fragen, doch die Antworten
wohnen in Dir, uralt, leise fließend
von den Bergen zum Schwarzen Meer
suchend Georgien.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es hätte schlimmer ausgehen können
sagt Mutter, Aufprall hart, aus dem Nichts
aber es kommt nichts aus dem Nichts
Das Leben übt sich nie im Missgönnen
Aber es ist auch was anderes passiert,
was merk-würdiges, sagt sie. Der Aufprall
hätte mich brechen können überall
doch äußerlich hat‘s nur die Schulter kassiert
Der Hauptstoß war am Seelenkörper,
innerlich. Ich fühle mich von etwas befreit,
wie ein großer Bruch mit der Vergangenheit
bei kleinem Schulterbruch am Erdenkörper.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es entgeht mir nicht
wenn auf einem Gesicht
ein blauer Himmel sich
verfinstert plötzlich
Es entgeht mir kaum
wenn in einem Raum
ein blauer See auf einmal
trüb wird und asozial
Denn plötzlich,
als man unter sich
wähnte, steht er da –
Der Schwarze da
Die hohe Rasse ist
doch genauso niedrig, ist
doch genau so blind
und auch noch ein Kind.
– Che Chidi Chukwumerije
02.03.2020 (23:05h)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Einer hustet
Alle ziehen sich unauffällig
auffällig schnell zurück
auffällig wegschauend
auffällig alle ein paar Sekunden später
den Huster unauffällig musternd
auffällig verspannt
unauffällig wachsam
auffällig
Ich verschlucke mich auffällig
an meinem Tee
unterdrücke mit Mühe den Husten
unauffällig.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung