Mit jedem Schuß
wird das Land bunter
das Bunte stärker
eingebunden im Bund!
Rückwärts ist vorwärts
Vorwärts ist vorwärts
Es gibt kein Zurück mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Mit jedem Schuß
wird das Land bunter
das Bunte stärker
eingebunden im Bund!
Rückwärts ist vorwärts
Vorwärts ist vorwärts
Es gibt kein Zurück mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Steige in mich ein
oh Leben, denn
der Tod hat mich allein
gelassen.
Wie soll ich die Jahre
der Leere füllen
bis ich endlich hinüberfahre
ins Jenseits des Todes?
Tausendjahrelange Tage
sind ohne tausend Empfindungen
pro Sekunde nicht in der Lage
erfüllt zu werden.
Drum. Steige in mich ein
oh Leben, denn
der Tod hat mich allein
und arbeitslos gelassen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ist die Zeit eine Linie
oder ein Kreis?
Ich führe zum Beweis
ihrer Kreisförmigkeit
die ständige Anwesenheit
der Vergangenheit
in der Gegenwart
ihrem Lieblings Tatort
wie in ihrem Kreissaal
der ständigen Wiedergeburt
ohne Zukunft.
Ohne Zukunftsblick
Geht‘s ins Vergangene zurück
Der Bewegungsdrang
treibt zum Alten wieder
wer das Neue nicht ertragen kann.
Ist die Zeit ein Kreis
oder eine Linie?
Ich führe zum Beweis
ihrer Linienartigkeit
die Reue über alles Vergangene
was ich nie wieder zurück holen kann.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Hin und her die Uhr
Hoch und runter Vogelgesang
Hart und weich das Herz
Schnell und langsam der Atem
Tief und flach die Gedanken
Stark und sanft der Wind
Lang und kurz der Morgen
mit seinen Melodien und Musen
und Melancholie und mir.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Der Tag war schwer und leicht
Eine alte Dame schleppte ihren Rollkoffer
langsam über die Zebrastreifen
in ihren Gedanken versunken
Sie strahlte eine leicht amüsierte Stärke aus
Das Leben hat ihr beigebracht
daß sie das Gewicht des Lebens
tragen und ertragen kann
komme was mag
Der Verkehr blieb ungeduldig stehen
bis sie langsam und gelassen
die Straße überquert hatte
Der Tag war schwer und leicht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wie groß
umfangreich und
geräumig der Tag ist
jeder Tag
jeden Tag
habe ich entdeckt
seit dem ich täglich innerhalb
der weiten Grenzen und
vielen und verschiedenartigen
Räumen und
unzähligen Schichten
dieses Reichs „Tag“
jeweils ein neues Gedicht suche
und finde.
Das richtig Verblüffende
Umhauende
Demütigmachende
ist nicht, was ich finde
oder daß ich täglich finde…
sondern die Fülle dessen, was
mir täglich angeboten wird
und die Menge an Wertvollem,
das ich täglich liegen lasse
unaufgenommen
unverinnerlicht
unverarbeitet
weil ich noch nicht offen und
stark und rege genug bin.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Denk an einen Vogel
der lange alleine fliegt
und da fliegen denken ist
denk an einen Vogel
der lange alleine denkt
Sein Herz war seine Navigation.
Und so flogen wir von Frankfurt nach London
und kamen immer noch nicht an
Die Maschine rollte zur Parkposition
und wir flogen noch in der Luft
und steigen nimmer aus
denn unser Herz ist unsere Navigation.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Das Leben ist schnelllebig
Mut ist wankelmütig
Der Mensch ist übermenschlich
wenn er menschlich ist
Art ist ungleich artig
Alle Wege sind gleich unwegsam
Der Mensch ist unmenschlich
wenn er übermenschlich ist
und übermenschlich
wenn er menschlich ist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Welt ist voller Schatten
einfach nur weil
wir keine Kristallen sind
Noch nicht.
Das Zeitalter wird kommen
da werden Menschen
vom Licht getroffen
nicht Schatten werfen
sondern Farben
die allerschönsten Farben
des Lichtes
Lichtdurchlässigkeit
Freude zu lassen
Wissen teilen
Liebe weiter- und zurückgeben
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Nur der findet, der sucht.
Wer dagegen aufgehört hat, bewusst oder unbewusst zu suchen, der findet nur das leicht Findbare, mehr nicht. Das allerdings, was nur der Strahl der Sehnsucht des Suchenden sichtbar machen kann, bleibt ihm verschlossen.
Deshalb bezeichne ich mich gerne lieber als Suchenden, egal wie viel ich täglich finde; als Lernenden, egal wie viel ich bereits zu wissen meine. Denn dadurch bin ich immer am sonst Unfindbaren Finden. Und egal wie groß das ist, was ich heute finde, morgen wartet was Größeres auf den sehnenden Strahl des Suchenden.
Der Suchende ist offen, der Findende ist geschlossen. Der Findende nimmt; der Suchende empfängt. Beides ist gut, glaube ich, je nach Situation. Doch die Grundlage des Findens, des Findens des Außergewöhnlichen, bleibt ewig das innig sehnende Suchen. Und die Grundlage dieses Suchens ist umgekehrt das Finden. Vor allem das Finden, des Herausfinden, das Entdecken, das Empfangen der Tatsache, daß der Mensch nichts weiß. Je mehr man findet, desto mehr findet man, daß es immer mehr gibt, zu finden.
Das noch nicht Gefundene ist immer mehr als das bereits Gefundene. Diese Erkenntnis ist die Geburtsstunde des wahren Suchers – des Suchenden. Diese Erkenntnis ist der Anfang des Erahnens Dessen, Was GOTT ist. Das Ewig-Unendliche. Das Ewig-Unausschöpfbare. Das Ewig-Unveränderliche. Das Ewig-Unerreichbare. Das Ewig-Ist-Seiende. Das, die Verbindung zu dem die ewige Sehnsucht des Suchenden ist.
Und wer ernsthaft sucht, der findet andauernd.
– Che Chidi Chukwumerije