Durch Dich dämmert es mir
Was das ist – Weiblichkeit.
Ich schöpfe und schöpfe aus Dir
Wie aus einer Quelle zur Unendlichkeit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Durch Dich dämmert es mir
Was das ist – Weiblichkeit.
Ich schöpfe und schöpfe aus Dir
Wie aus einer Quelle zur Unendlichkeit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wenn Du zufrieden bist,
Bist Du voll oder leer?
Wenn Du unzufrieden bist,
Bist Du voll oder leer?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Bücher, die mich lesen –
Wachsen sie auch wegen mir?
Die Seiten, die mich wenden –
Verlassen oder suchen sie mich?
Die Zeilen, die mich schreiben –
Sind sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Die Punkte, die mich halten –
Sammeln sie sich nur oder war‘s das?
Die Wege, die mich gehen –
Wann kommen sie endlich an?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Für eine Ohrfeige
Schenkt sie Dir ein dunkles Grinsen
Daß Dich erschreckt und befriedigt
Denn Du merkst, sie ist krank
Krank vor Liebe
Krank ohne Liebe
Und Du weißt nicht,
Welchem Teil von Dir Du gehorchen sollst:
Dem Biest oder dem Engel
Dem Feigling oder dem Ritter.
Denn Du möchtest sie töten
Und Du möchtest sie retten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Jener Moment
kurz bevor Dir die leichte Vorahnung dämmert
der baldigen Ankunft morgendlicher Dämmerung…
Hat die Empfindung einen Geruchssinn?
Wiese rieche ich, wo es keine gibt –
Wieso?
Der Tag ist wie ein Gedanke
der Dich aufsucht und lange heimlich umkreist,
leicht spürbar, bevor er Dich erhellt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Natur erzählte mir, daß
sie die Fragen im Winter sammelt
im Frühling vergißt
im Sommer wieder in Erinnerung ruft
und im Herbst beantwortet.
Schweigen ist keine Schwäche
sondern ein Werkzeug
Geduld ist das Licht, in dem
das Unklare langsam klarer wird
Die Zeit ist ein Freund der Wahrheit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Menschen, wie Monde,
Sind näher nicht das, was sie weitaus scheinen
Lachen sie? Nein, sie weinen
Menschen, wie Monde,
Wechseln ständig phasenweise ihre Absicht
Nennen das Gezeigte ihr Gesicht
Menschen, wie Monde,
Ziehen ihre Bahnen, brauchen ihren Raum
Und sind doch gefangen in eines andern Traum
Schick zuerst Deine Sonde
Etwas aus Deinem Inneren, was Inneres in anderen erweckt
Denn viel zu viel ist in dem Menschen versteckt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Sind die Planeten einsam?
Ein Sandkorn ist viel zu groß
Viel zu geräumig
Wenn ich mich verstecken will.
Du liest den Satz.
Aber Du siehst den Punkt hinter dem Satz nicht.
Doch da hättest Du stehen bleiben sollen
Und Dich in ihn vertiefen.
Das ist der Punkt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Auch wenn Ihr denkt
Ihr denkt
Ist es Euch nur geschenkt
Ausgeschenkt
Verschenkt
Wie Wein und wie Gift.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Distanz akzeptieren
als die nächste Nähe
Wissen, daß der Versuch,
näher zu ziehen
ein größeres Distanzieren verursacht
Farbe ist die dünne Trennhaut
einer großen Distanz
Die Bindehaut zwischen
Toleranz und Akzeptanz
Die willkommene Illusion von Nähe.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung