JETZT BIN ICH

Als ich jünger war
War ich lichter

Jetzt bin ich
Dichter geworden –

– Che Chidi Chukwumerije.

EINFACH ECHT

Ich will Echtes erleben
Ich will kein inhaltsleeres Leben
Mit Sinn erfüllte Einsamkeit
Ist mir lieber als falsche Gemeinsamkeit

Was bleibt? Nichts.
Echtes bleibt formlos angesichts
Unserer festen Tat-Sachen –
Äußerlich gleichen Engel mal Drachen

Die Reise geht unaufhörlich weiter
Mal hart, mal linde, mal ernst, mal heiter
Dein Leben ist ein herrischer Reiter
Doch bist du sein devoter Leiter.

– Che Chidi Chukwumerije.

IM FRÜHLINGSHERZ

Immer grünt Immergrün
Immer wieder blühn
Verzeihung und Bemühn
Im Frühlingsherz –

Auf lebt dein Lachen wieder
Und übt schon neue Lieder
Im Frühlingsherz.

– che chidi chukwumerije.

REICH

Du machst mein Herz reich und weich…
Du bist ein Teich, in den ich tauche
Ein Halt, den ich brauche…
Ein etwas in meinem Bauch –
Du machst mein Herz weich und reich.

– che chidi chukwumerije.

ZUSAMMEN SCHWEIGEN

Mit Schweigen
Werden redlich tausend mehr Empfindungen
Die zum Verschwinden sowieso heutzutage neigen
Sich einigend auf unterschwelligen Schwingungen
Sich zum Erkennen zeigen.

Während unseres Schweigens
Habe ich gehört,
Daß Du warst gestört
Und daß Du warst empört
Und hast aufgehört

Zu beachten die Botschaft unseres Schweigens –
Doch Dein aller-schönstes Lachen
Und Dein aller-größtes Machen
Ersetzen niemals das, was sie brachen:
Das Selbstverständliche unseres schönen Schweigens.

– Che Chidi Chukwumerije.

DICHTUNG

Verantwortung
Übernehmen
Verantwortung
Übergeben

Wo liegt der Unterschied?
Erhielt ich, was ich vermied?
Oder vermied ich, was ich erhielt?
Erzielt – gezielt oder geschielt?

Suchen und sehnen –
Finden, Lachen und Tränen.

Aufgaben
Aufgeben
Aufgaben
Aufnehmen

Leben verpflichtet
Und verschlüsselt und dichtet.

– Che Chidi Chukwumerije.

ZUR RUHE KOMMEN

Es ist interessant
Zu beobachten
Wie sich meine Träume im
Wahrsten Sinne des Wortes
Entfernen…

Und nach dem Zusammensturz aller
Hoffnungen, schloß ich die Augen
In der Erwartung in mir die
Leere zu finden,
Doch siehe: ich war noch voller
Als je zuvor. Und wunschlos
Glücklich.

– Che Chidi Chukwumerije.

LASS

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Dein weiches ich…

Ich guck hinein
In Dich hinein
Der Abendwein
Der Morgenschein

Glüht und glüht
Und glüht…

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Und streicheln,

Mein Schatz,
Dein weiches ich.
Dein weiches
Ich…

– Che Chidi Chukwumerije.

LIEBE

Warum bin ich von der Liebe
stets heimgesucht?
Sie schlägt mich mitten im Unerwarteten,
erweckt die tiefste Sehnsucht.

Sie zerreißt mich, durchwühlt mich,
stellt mich unter ihre Macht –
Sie überrascht mich, schwächt mich, bricht mich…
gibt nie Acht

auf meine Ängste, Hoffnungen, Vorurteile,
treibt mich gnadenlos zu meinem Heile.

Du brennst, Herz,
als würdest Du gleich verbrennen
und möchtest an einem Tag
gleich alle Ewigkeit erkennen.

– Che Chidi Chukwumerije.

ERTRAG

Ein gesprochenes Wort
Soll wie eine reife Frucht sein
Die fallen muß –

Ansonsten
Halte es noch eine Weile zurück
Und warte, wie es Bäume tun.

Durch Sturm und Wind
Zu Boden gerissenen, unreifen Früchten
Trauern wir immer nach

Selten
Geben sie auch einen Samen frei
Der keimen wird. Keimen kann.

Schwer wiegen
Leicht wiegen
Gesagt ist gesagt.

Schweigen ertragen
Alles Saat hat seine gute Zeit
Zum Ertragbringen.

Ohne Winter
Kein Frühling, kein Sommer
Ohne harren, kein Herbst.

– Che Chidi Chukwumerije.