2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

Update:

PS – Das Projekt geht weiter. Nun heißt es das Jahrzehnt der Deutschen Dichtung und wird vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2029 täglich ein neues Gedicht hervorzaubern.
Wer will, darf mit machen!

– Che, 08.02.2021

2020 – 2029: Das Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

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„2019: Das Jahr der deutschen Dichtung“ ist mein persönliches Kunstprojekt, das ich ins Leben rief.

Ich bin kein gebürtiger Deutscher, und habe erst mit 19 angefangen, deutsch zu lernen. Mit der Zeit habe ich mich auch mit dem Dichten in der deutschen Sprache befasst, da ich eine große Liebe zur Poesie habe. Über die Jahre verstärkte sich meine Neigung zum Dichten in dieser Sprache.

In Dezember 2018 traf ich dann die Entscheidung, aus einem inneren Drange heraus, als mini „Vorsatz fürs kommende Jahr“ sozusagen, in 2019 täglich in der deutschen Sprache zu dichten und das Ergebnis auch in meinem Blog – chechidi.me – zu veröffentlichen. Ich habe somit 2019 zu meinem Jahr der deutschen Dichtung auserkoren. Das Projekt nenne ich auch entsprechend:

2019: Das Jahr der deutschen Dichtung.

In Juni 2019 begann ich, ebenfalls täglich ein Video zu machen, in dem entweder ich oder auch andere Leute mein aktuelles Gedicht des Tages vor laufender Kamera vortragen bzw vorlesen. Ich drehe diese Videos immer an meinem jeweiligen Aufenthaltsort des Tages, also ab und zu auch im Ausland, und man kann sie alle sowohl in Youtube als auch auf meinem Blog sehen.

Ich freue mich auf und über jegliche Anteilnahme an meinem Projekt, über Kritik und über alle ernst gemeinten Rückmeldungen. Für mögliche Projekte oder Kooperationen, die daraus entstehen könnten, bin ich offen. Ansonsten freue ich mich einfach, wenn andere Leute meine Gedichte lesen und genießen, und vielleicht selber auch anfangen, in dieser wunderschönen Sprache zu dichten.

Che Chidi Chukwumerije,
08.Juli 2019.

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Ganz nebenbei, falls es jemanden interessiert oder einer sich fragt, was ich da so tue: Ich werde dieses Jahr täglich auf Deutsch dichten und auch posten in meinem Blog http://www.chechidi.me und auf Facebook und an anderen Stellen vielleicht auch. Wer will, darf gerne kommentieren, bewerten, sogar Wünsche äußern. Der Grund, warum ich das tue, ist ganz einfach. Es fließt gerade.

Che Chidi Chukwumerije
08. Januar 2019

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FEHLER

Ich wiederhole Fehler
Wie eine kaputte Schallplatte
Habe heute die selbe gelochte Socke an
Die ich gestern schon an hatte
Ich wurde zum vierten verdammten Mal
An der selben Stelle geblitzt
Und komme jeden zweiten Morgen an
Bei der Arbeit verschwitzt

Ich vergesse die gleichen Namen
Der gleichen Menschen ständig
War oft auf selber Weise unanständig
Trotz Gebet und Amen
Meine Neujahrsvorsätze sind nur Parolen
Ich werde sie wieder brechen
Und Gewissensbisse werden erneut stechen.
Nur DICH werde ich nicht wiederholen.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

RÜCKGANG DER ZIVILISATION

Zwei Kulturen fallen
Und immer wenn sie aufeinander prallen
Fällt mir das Schlichten schwer

Wo sie sich unterscheiden
Gibt es keine einzige Brücke
Wo sie sich gleichen
Da gibt es eine Wissenslücke

Unsere Eitelkeit will nur anders sein
Und wir bleiben alle gleichsam allein allein

Mir fällt das Schlichten schwer.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

EIN REIFERER SUCHENDE GEWORDEN

All die Jahre hast Du gewartet
Und nicht gewusst, worauf
Kostbar muß es sein, deshalb
Nimmst Du alles in Kauf
Doch Du wirst nicht jünger, langsam
Nimmt das Leben seinen Lauf
Leben, lieben, leiden, wachsen
Und das Leben hat Dich getauft

All die Jahre hast Du gesucht
Unter jedem Dach und Fach
Bis in Dir selbst das Leben schüttelte
Einen besonderen Menschen wach

Ein Geheimnis verrat’ ich Dir dennoch
Ob Du es glaubst oder nicht
Es erwartet immer noch Dich da draußen
Der Gral, das Gesuchte, das Licht

Weiter geht Dein Suchen morgen
Doch mach Dir keine Sorgen
Du bist zu einem reiferen Suchenden geworden.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

MENSCH SUCHT MENSCH

Du kannst das größte Herz haben
Es reicht trotzdem nicht
Die Welt ist nicht groß genug
Egal wie viel Du aufgibst
Sie wittert Betrug

Weil sie Dich schon bei Deiner Geburt
In eine Schublade steckte
Aus der Du ausgebrochen bist
Sie begreift keine unbefleckte
Empfängnis und keinen Christ

Kein selbstloses Handeln, kein Geben
Ohne trojanischen Plan
Du machst Dich nur glaubwürdig
Wenn Du vortäuschst, da ist mehr dran
Und teuer verkaufst Dich.

Doch laß ein inneres Auge offen
Ab und zu wirst Du einen Menschen treffen
Dem Du beschenken kannst ohne Deine Waffen.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

KEINE ZAUBERZAHL

Zerrissen, zwei Welten
Verliebt in drei Herzen
Gefangen, Optionen zu viert

Wahlheimat, schwer zu wählen
Sechs Grade der Trennung
Fünf zu wenig, sieben zu viel

Doch ich rede von Dir
Von Mensch zu Mensch
Und der Übereinstimmung von Pech

Und Wunschlisten
Von Kommunikationslücken
Von unerfüllbarer, wahrer Liebe.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

MEHR WENIGER

Die reden und reden und sagen nichts
Warum gibt es so viele Worte in der Sprache?
Wer keinen Redepartner hat, guckt Netflix
Alleinsein ist dem modernen Menschen Siegfrieds Drache
Der leere Wortschwall seine verzweifelte Attacke

Es war einmal, nicht lange her,
Ich tauschte manche Blicke mit Dir
Und ohne Worte sagten sie mehr
Als unsere vielen Worte heute
Die ängstlich feige nichts bedeuten

Ssschhh… traue Dich, sage nichts
Überlaß Deinem Schweigen das Sagen
Damit all das, was die Worte nicht sagen
Kommen können ans Licht.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

SYMBOLIK

SYMBOLIK

Ohne Kult keine Kultur
Geheimnisse liegen in unserer Natur
Das Äußere vermag nicht zu wiedergeben
Das dem Inneren normale Erleben

Alle wissen wir
Realität ist krass, ist krank
Ist unglaublich, ist mehr
Als der schlimmste Gestank

Doch inmitten der Realität
Schnappt der Traum nach Luft
Ist er eine Erinnerung
Oder ist er nur ein Wunsch?

Verborgene Gesinnungen
Neu schwangere Kultur
Schade, daß man viel weiß
Aber wenig sagen kann nur.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

NEU JA

Denn ich habe
Im Dunkel Licht gesucht
Und habe gefunden
Lichtsehnsucht

Denn ich habe
In der Weite Nähe erforscht
Doch je intimer sie wurde
Desto größer mein Durst

Denn ich hab’ begriffen
Das Alte ist hartnäckig
Wenn die Silvesterglocken verstummen
Wiederholt das alte Jahr sich

Es muß alles neu werden
Aber wie wird das erreicht
Wenn der Verursacher, Mensch,
Unverändert bleibt?

Es muß alles neu werden
Neu ja neu
Gottesname nicht mißbrauchend
Doch seinem Gesetz treu

Ja zur Empfindung
Und ihren leisen Hinweisen
Ja zu guten Absichten
Gültig auch ohne Beweise

Ja zu dem Mut
Den wilden Sprung zu wagen
Aus altem Trott und Schrott
Ins Neue Lebenstage.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

DEINE GRENZEN BILDET DEINE FANTASIE… NICHT.

Eine Rose wird eine Kartoffel niemals werden
Eine Frau nie wirklich ein echter Mann
Feuer mag flüssig sein wie Wasser
Aber frag es, ob es Deinen Durst löschen kann

Der Haß hebt uns niemals empor ins Licht
Das schafft nur die Liebe, zart
Das Schwert mag glauben, es sei ein Kissen
Doch der Krieg erinnert es daran, es ist hart
Deine Grenzen bildet nicht Deine Fantasie
Sondern das tut in Wirklichkeit Deine Art.

Statt aus allem alles machen zu wollen
Und die Menschen scheinbar ohne Konsequenzen
In allerlei Fantasien sich schwelgen zu lassen
Sollte jeder nach Innen sich versetzen
Und sich fragen: Was bin ich?
Wer sich kennt, kennt seinen Weg und wird glücklich
Der kennt aber auch seine Grenzen.

Wer Selbst, Pfad und Wegzaun begreift
Hat gefunden seinen Weg nach Außen
Entwickeln wird er sich fortan
Innerhalb seiner unerreichbaren Grenzen
Denn er fühlt sich Zuhause.

– Che Chidi Chukwumerije.