Als ich den Pfad
Entlang schlenderte
Tat mir jeder Baum weh
Den ich zum ersten
Und zum letzten Mal sah…
War alles doch nur ein Abstecher
Eine Umleitung
Auf dem Weg zum Altbekannten
Über Fremden
Über Abschiede.
– Che Chidi Chukwumerije.
Als ich den Pfad
Entlang schlenderte
Tat mir jeder Baum weh
Den ich zum ersten
Und zum letzten Mal sah…
War alles doch nur ein Abstecher
Eine Umleitung
Auf dem Weg zum Altbekannten
Über Fremden
Über Abschiede.
– Che Chidi Chukwumerije.
Hat ein Lächeln
Ein Verfalldatum?
Jeder Blume
Ist einst die Zeit um.
Wird der Herbst verschließen
Die Blume, die Sommer uns geliehen?
Oder wird der Spätling sie
Blatt um Blatt ausziehen?
Wie lange hält das Gedicht
Es aus in seinem Grab?
November wartet um die Ecke
Und er reißt allen die Masken ab.
Die Blumen winken und scheiden
Unserem Mond entziehen sich die Gezeiten
Nur das Lächeln, das wird bleiben
Als Erinnerung an alte Zeiten.
– Che Chidi Chukwumerije.
Weit weit
Wie Ort des Urknalls
Kante des Geschehens
Leben
Weit weit dehnt sich
Weiter mein Herz aus
Jedes Herz, das ich einst rührte
Ist noch unterwegs nach Haus
Jeder Freund, der Abschied nahm
Spür ich noch hier Zuhaus
Wie weit noch, dein Ufer?
Bald gehen mir die Kräfte aus.
– Che Chidi Chukwumerije.
Alles war nutzlos gegen ihre hohen Wände
Keine Ideologie war tief genug, um
Ihre Kälte zu untergraben –
Ich sag’s Euch, keine Ideologie.
Keine Philosophie,
Weder der Natur noch der Wissenschaft,
Überzeugte sie. Stark wie Amazonia.
Für die Brechstange war sie zu zerbrechlich; unempfänglich.
Und dann schrieb mein Herz ihr ein Gedicht
Und, siehe: sie schmolz, und weinte bitterlich.
– Che Chidi Chukwumerije.

2x ich
1x mein Verstand
der ewig um sich selbst kreist
1x außer Rand und Band
ich, der Geist.
– Che Chidi Chukwumerije.
Zeichnung “Der Geist ist frei” von Swana van Schaardenburg.
Du bist, was du bist
Egal, wo du bist
Klarheit ist die allerletzte Frucht
Der Werdereise durch Sehnsucht
Was ist dein Wort morgen wert?
Was war deine Vergangenheit wert?
Wofür du gestern gelitten treu
Dafür steh heute, tapfer, unscheu
Darauf warte, daß es fruchte
Deine Überzeugung neu befruchte
Du zu sein, wenn du nichts bist
Ist frei zu sein, wenn du alles bist.
– Che Chidi Chukwumerije.
Denn die kleinen Melodien
Neugierig, wie sie sind
Wandern gerne dorthin
Wo sie nichts zu suchen haben
Bitte, bitte, jetzt nicht
Hilft nichts. Sie tun es trotzdem
Bitte bitte jetzt nicht
Sind bloß die Strophen ihrer Melodie
Wer kann es widerstehen
Mit der Musik mit zu tanzen?
Musiker sind ja nur Jäger
Ihnen geht es nicht
Um die Küsse, die Herze, die Tränen
Ihnen geht es nur um die Melodie
Der sie folgen –
Meisterin, trete auf mir
Benutze meine Seele, wie du willst
Ich will dir dienen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Schmeckst leicht nach Mandeln
Gebrannt, mit deinem Geschmack nach mir
Ich hab’s aus deinem Kuss zart
Heraus geschmeckt.
Ich habe keine Mandeln gegessen
Flüsterst du, lächelnd
Mußt auch nicht, lächle ich
Es reicht, daß du verliebt bist.
Die Liebe, sie ist der wahre Schöpfer
Wenn sie einkehrt, bringt sie
Alles mit: Sonne, Mond, Nacht, Wind
Wasser, Luft, Freude, Schweigen, Schmerz.
Einsamkeit schmeckt nach dir
Wenn du nicht da bist
Alles und alle schmecken nach dir
Wenn du nicht da bist.
– Che Chidi Chukwumerije.
Denen wurde anvertraut
Der heilig(ende) Speer
Um den Speer sammelten sich nicht Heiler
Sondern ein Heer
Teilte die Welt wund-blutig zum
Roten Meer
Personenvoll,
Menschenleer.
– Che Chidi Chukwumerije.
Die Hüter des Grales
Wollen den Gral für sich behalten
Macht-trunken
Zu stolz zu fallen
Stürzt das Volk eben tiefer, härter
Atlantis gesunken.
– Che Chidi Chukwumerije.