DEINE STIMME

Deine Stimme war mal Holz
Dein heranwachsender Wille war eine Axt
Und eine unsichtbare Kraft war der Arm,
Der dich geschwungen hat
Niemand hat dich gezwungen.

Deine Stimme ist nicht mehr Holz
Sie ist zerhackt, zerstreut, gebrochen und erwacht, geflogen
Wie ein Tausend fast geschriebene Gedichte –

– Che Chidi Chukwumerije

SCHÄTZE MICH ABER JETZT

Ich setze mich ruhig
Auf die Bank Deiner Liebe
Pfeife durch gezogene Lippen
Lache mit den Vögeln

Bin ich einsam? – Wer weiß?
Bin ich traurig? – Wer weiß?
Ich sehe freudig aus
Pfeife mit den Vögeln

Ich bin auf Erden
Wanderer aus undenklichen Urfernen
Bin ich von Heimweh gefüllt? – wer weiß?
Ich bin wanderfroh, wach und wieder da

Und, auf meiner Rückreise
Setze ich mich ruhig auf die Bank
Deiner Liebe
Einen Augenblick harre ich
Und dann bin ich wieder gegangen
Flügel, winkend, eine Erinnerung…

– Che Chidi Chukwumerije.

WANDERDURST

Schweres Regentröpfchen
Schwanger mit einem ganzen Gestern
Wie bewegst du dich traurig
Die Wange der Welt herab

Die dürstende Erde wird deine Traurigkeit
Dankbar schlucken
Und erblühen

Ich habe einmal zu oft aus deinem Herzen
Getrunken, Liebling
So einen Durst habe ich

Du hast einmal zu oft über mich
Und meinetwegen
Geweint
Die Oase enthält kein Wasser mehr

Weiter wandere ich
Ich habe Durst.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

DAS LACHEN ÜBER ALLES

War das ein Lächeln? – Sollte eins sein.
War das Wasser, Galle oder Wein?
Gestorben. Deine Augen schauen, glassgleich,
Durch klare Brille hinaus. Hart und weich. – Reich
Und von mir tief geliebt ist diese wilde Sprache,
Zwanghaft gezähmt – fast – von starken Geistern. Ich lache
Wieder, betrunken vom Leben. Es tut gut. Sehr gut.
In einer oberflächlichen Welt braucht man, über alles, Mut.
Mut, um zu widerstehen dem kalten Welteninstitut.
Das Lachen tut gut.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

KLARHEIT SUCHEN

Du in der Leere
Du in dem fremden Land
Du in dem Garten, wo keiner sonst ist
Bist du sicher?
Ganz sicher?

Du ohne Bruder
Du ohne Schwester
Du ohne Familie, ohne Freund, ohne zweiten
Du ohne Mitreisenden
Bist du sicher?
Ganz sicher?

Du für dich allein
Du bei dir allein
Sei doch zuerst dessen ganz klar
Was du machst und machen willst
Bevor du weiter wanderst
Bevor du weiter wanderst
Bevor du weiter wanderst
Dorthin.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

GEWALT UND GEFÜHL

Man sagt
Es stolpert im Wald ein Geist herum
Freund der Tiere, Sohn der Natur
Ein Typ mit wilden Haaren und scheuen Augen
Und einer längst vergessenen Geschichte.

Nur eine
Hat noch nicht vergessen
Politik und Entwicklung haben ihr die Vergangenheit
Nicht weg radiert
Je ferner in die Zukunft die Welt rast
Desto tiefer sinken ihre Wurzeln in das Vergangene hinein.

Es sind kleine Dinge
Die sich an ihn erinnern lassen
Kleine Laute in der Natur, ohne Körper und Ziel
Schatten im Wald, flüchtige Bewegungen.
Sie guckt hinein, sieht nichts, nur Dunkel
Spürt jedoch seine Augen, wild und scheu
Und voller Angst…

Mütter, die ihre Söhne verloren haben
Schwestern, die ihre Brüder verloren haben
Töchter, die ihre Väter verloren haben
Frauen, die ihre Männer verloren haben
Mädchen, die ihre Geliebten verloren haben
Verloren aber nie vergessen.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

ECHO

Now that I’ve consolidated all my former blogs into this new one, I will – apart from new works – also reblog for a whole year anything I once published somewhere else on that particular date under my pen-name “Aka Teraka”…

TODAY YESTERDAY – …

Ich habe alle meine früheren Blogs in diesem neuen gebündelt. Zusätzlich zu neuen Einträgen reblogge ich nun ein Jahrlang – immer zum jeweiligen Jahrestag – alles, was ich in den verschiedenen Blogs jemals unter meinem damaligen Autorenname “Aka Teraka” einst veröffentlichte…

HEUTE GESTERN – …

– Che Chidi Chukwumerije (Aka Teraka)

ENTSPRECHEND

Wer Politiker sein will
Muss zuerst Mensch werden

Die Menschheit ist auf der Suche
Nach Vervollkommnung auf Erden

Wie viel Ich
Vertragen so viele Herden?

Nur wer Deiner Inneren Stimme entspricht
Dem folgst Du ohne – und trotz – Beschwerden.

– Che Chidi Chukwumerije.