GLÜCK UND SEGEN

Wagen
Auf all deinen Wegen
Dich wagen
Das ist dein Wagen

Kein Volkswagen
Auf Massenwegen
Nein. Dein eigenes Wagen
Dich regen persönlich

Dich bewegen
Bewegt mich, bewegt uns
Traue dich, zu wagen
Bring mich weg.

Bringe mich, aus dem Gleichgewicht
, ans Licht, das ausbricht
Schicht für Schicht
Ich werde dich nie vergessen.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

LEBENSRHYTHMUS

Zwischen den Reigen
Neigen, wir zu uns
Steigen, Pulse, Impulse
Selbst die Musik kann
Unserem Takt nicht mehr folgen
Sonderbar, erst als wir anfingen
Jeder für sich
Sich dem Lebensrhythmus
Anzupassen
Fielen unsere Tänze endlich
In Schritt.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

KUSS UNTERM BERG

Ich hocke blau im dunklen Berg
Horche, höre verhalten deine Schritte

Die Täler teilen, öffnen sich generös
Das Gebüsch dunkel lacht amourös

Deine Hand lässt zittern mich aufatmen
Wieso der feste Griff? Wovor die Angst?

Die Berge rufen wie Vergangenheit
Was wollen die denn von mir?

Sie haben dich zum Leben erwacht
Zurück geführt zu mir.

– Che Chidi Chukwumerije.

SCHATTEN AM RAND

Wisst Ihr wie lange ich
Ein Schatten am Rande Eurer
Freundschaft wandelte?
Ich schätze jedes Lächeln, auch dann
Wenn es mir nicht gilt, denn Blumen
Blühen für wen? Ich
War der Dieb, der ein Stück Freude
Aus dem Überschuss Deines Glanzes stahl
Die gefallenen Krümel Deiner
Stimme für einsame Nächte sammelte
Und Deine Liebe genoss
Ohne dass Du es merktest, denn
Mir galt sie nicht.

– Che Chidi Chukwumerije.

RACHE

Rache, sie roch
Nach Rache und laugte nach
Liebe und ich entschloss
Nicht linder mit ihr zu fahren
Denn sie wusste genau, was
Sie brauchte – den Sturm meiner Wut
Ihre Hassmaske löste sich auf und
Sie weinte, und ihre Schluchzer klangen wie
Musik in meinen Ohren.

– Che Chidi Chukwumerije.

MIR VERTRAUTER

Die Worte kehren zurück
Schmilzeschnee aus Österreich
Pendelvögel aus Afroteich
Alte Liebe aus vergrabnem Glück
Und dann sehe, tanze, küsse ich dich
Ein Lächeln aus Lust und Laune
Aus Freude, Unruhe und flehendem Blick
Nach einem Moment mit mir alleine.

Ich mag dein Lächeln
Noch anziehender ist’s als deine Hübschheit
Und mir vertraut ohne Ende
Nur deine Augen sind mir vertrauter
Schweigen lauter und verschwiegen.

– Che Chidi Chukwumerije.

DIE INNERE UHR

Ich erinnere mich an diesen neuen Tag
Als hätte ich ihn schon mal durchlebt
Alles, was er an Überraschungen bringen mag
Hab ich irgendwie schon vor-erlebt.

Wie oft tagt die selbe Zeit
Bevor ihre Zeit um ist?
Sei für eine Wiederholung immer bereit
Weil die Zeit krumm ist.

Die innere Uhr tickt eben auch
Übermittelt die Botschaft der Zeit
Etwas in Deinem Bauch
Sagt Dir: sei bereit – es ist so weit.
Mach Dich offen und drück mich raus
Mach Dich fertig, jetzt geht’s nach Haus.

– Che Chidi Chukwumerije.

FERNERHIN

Flashback: Auszug aus meinem Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
10. Juli, 2013), vor 3 Jahren.

Ich sehe in der Ferne
Eine Linie grüner Bäume
Am anderen Ufer

Einen unklaren Umriss
Nebelumgeben
Eine sagenumwobene ferne Zeit
In der Vergangenheit oder in der Zukunft
Aber nicht in der Gegenwart

Gegenwart ist dieser Tisch
Gegenwart ist das vorbeiziehende Kanu
Gegenwart ist die Lagune, das Ufergras, meine Sehnsucht
Ich kann sie alle tasten, schmecken
Und verstehen

Doch die grünen Träume dort in der Ferne
Sind ungewiss –
Sie sind das Schlummernde in mir…

– Che Chidi Chukwumerije.

Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
– beim Sebastian Schmidt von Textbasis.

WANDERLUST

Meine Lust
Wandert
Von Frust zu Frust

Zieh mir das Hemd hoch
Und küss kühl meine Haut
Hol mich langsam runter
Schenk mir Frieden, Hoffnung, Trost

Meine Lust
Wandert
Von Brust zu Brust.

– Che Chidi Chukwumerije.

DEINE STIMME

Deine Stimme war mal Holz
Dein heranwachsender Wille war eine Axt
Und eine unsichtbare Kraft war der Arm,
Der dich geschwungen hat
Niemand hat dich gezwungen.

Deine Stimme ist nicht mehr Holz
Sie ist zerhackt, zerstreut, gebrochen und erwacht, geflogen
Wie ein Tausend fast geschriebene Gedichte –

– Che Chidi Chukwumerije