Der Tag fing mit Schweigen an Und geht mit Schweigen zu Ende. Zwischen Anfang und Ende Gab es die Suche nach einer Freude Im Lärm, die nur Schweigen geben kann. Und alle - Freunde und Fremde, Alt, jung, reich, arm, Frau und Mann - Trugen lärmig in ihren einsamen Augen Dieselbe Sehnsucht nach dem Schweigen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
deutsch
WARTE NICHT DRAUF
Warte nicht drauf Nimm Du es Dir Es wartet auf Dich Warte nicht auf den Tag Es ist immer Tag - auch nachts Du musst nur aufwachen, aufstehen Warte nicht auf die Liebe Sie wartet bereits bereit in Dir Gib sie einfach weiter Worauf wartest Du noch? Je früher Du es raus schickst Desto früher kehrt es zurück zu Dir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NEUER WEG
Viele Wege kreuzen mich Gleichzeitig Als stammen sie alle von mir Ursprünglich Sie führen aber nicht alle zu mir Letztendlich Denn ich veränderte mich Zwischenzeitlich. Ich erkenne sie alle Aber ich kenne sie nicht mehr alle Ich kenne nur mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WORTLOS VERSTEHEN
Dein Schweigen spricht Volumen Deine Augen sind zwei Radiosender Deine Hände bewegen meine Emotionen Wortlos verstehen wir einander. Wird das Schweigen als Brücke reichen? Doch wer kann Brücke mit Brücke vergleichen? Gib mir ein Zeichen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WEIL WIR ALLE VERSCHIEDEN SIND
Was ist die Basis des Zusammenseins Wenn wir alle verschieden sind: Vermengen des Wassers und des Weins: Ist Gesellschaft - wie Liebe - blind? Tastende Blicke begegnen sich in der Menge Besuchen sich über die Entfernung einer Sehnsucht Halten sich fest, ignorieren das sonstige Gemenge Kurz, dann verlieren den Mut, ergreifen die Flucht. Alles, was uns zusammenbringt, Trennt uns von voneinander: Internet, Mobilität, wer zu schnell eindringt Ineinander verpasst das Gespür füreinander. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EGAL WIE TOLL
Ein Foto ist eine Momentaufnahme. Meistens gestellt. Verstellt. Egal wie toll die tollsten Menschen Auf ihren Profilbildern aussehen, Sieht die Wirklichkeit immer anders aus Im intimsten Hort, zu Haus, Ohne Ausnahme. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SELBSTBESTIMMUNG
Du kannst mir nicht sagen Wie ich heiße. Wenn Du das nicht weißt Dann weißt Du erst recht nicht Wie ich heiße Denn wie kannst Du wissen Wie ich heiße Wenn Du nicht weißt Wer ich bin Was ich bin Wo ich gerade bin auf meiner Reise Und warum? Vor allem weißt Du nicht Wie ich es bis hierher schaffte Und warum ich nicht mehr zu stoppen bin Auch nicht durch die Begrenzung Einer fremdbestimmten Bezeichnung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIESELBEN GEDANKEN
Du siehst anders aus als alle anderen Läufst in der Menge mit allen anderen Denkst die selben Gedanken wie alle anderen Was bist Du? Deine Tausend Hintergründe lenken ab Von dem Wesentlichen im Vordergrund Du Mensch unter Mitmenschen, gleichartig - Das bist Du. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEIN WIR
Die Wir Frage Wie eine Nachtblume Wächst und wächst und wächst in mir - Bruder, wo ist Dein Wir? Ist es eine Erweiterung deren Wir? Oder liegt es jenseits dessen? Das Wir, das Ihr gemeinsam aufbaut, Bist Du ein Teil von ihm? Bruder, wer ist Dein Wir? Ist es Mensch oder Sache? Hat es Abstände und Abteilungen inne? Ein Wir unter uns und ein Wir nebeneinander? Geht es von mir aus oder wartet es auf mich? Ergänzen oder spiegeln wir uns? Bruder, was ist Dein Wir? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER STURM KOMMT
Es wird dunkel Dunkler als je es war Es wird gemunkelt Der Sturm kommt Festigt Eure Wurzeln Und Dach und Fenster und Tür Wahre gute Eures Herzens Schlüssel Der Sturm kommt Er kommt Geblendet durch seinen Blutrausch Er kommt Entfacht Eures Mutes Funke Bereitet Euch für den langen Kampf - Es ist die Stunde des Dunkels Die Stunde seines Niedergangs. Der Sturm des Guten, er kommt auch! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
