Aus dem Nichts kommt nichts - Jedes Gedicht ist ein Gesicht einer unsicht- baren Schicht Dunkel oder Licht das einbricht ein kurzer Bericht ein kleines Gericht beladen und schlicht - Nichts ist es nicht. Jedes Lächeln, jede Lüge, jedes Gebet jeder bekannte und unbekannte Komet alles, was Ihr seht und nicht ganz versteht egal ob es bleibt oder ob es wieder geht egal ob es stets gedeiht oder einst vergeht alles hat einen Anfang und er ist konkret. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
deutsch
HERRENMENSCHENTUM
Wenn ich könnte, würde
ich nicht in meinen Blog hinein dichten,
sondern auf Eure Seelen, die Hürde
direkt an dem Herde vernichten,
die auf dem Geist wie eine schwere Bürde
lastet, Schichten auf Schichten auf Schichten.
Erblindend. Frage Dich tausendmal warum,
warum ist die Menschheit so blind, so dumm?
Machen die Waffen die innere Stimme stumm?
Jede Kultur sieht sich selbst als Zentrum.
Summa Summarum:
Nichts macht so blind wie das Herrenmenschentum.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESCHICHTSBLÄTTER

Die einen wachsen Die anderen welken Auf jedem Blatt steht Geschichte geschrieben Andere Lebensadern, andere Gedichte Alle aus dem selben Buch getrieben Wenn Du nicht genauer hinschaust Läufst Du an tausend Menschen vorbei Und erkennst nicht, wie eigenartig Jeder von uns ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HINHÖREN
Wie laut Du warst Als Du schwiegst Wirst Du nicht verstehen Wie stumm Du warst Als Du redetest und schrieest und lachtest Das weißt Du ganz genau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WENIGER DU
Ich werde viele Freunde verlieren und wenige gewinnen - Weniger ist mehr. Weniger Du, mehr Sie. Weniger Melodie, mehr Harmonie. Weniger grübeln, mehr empfinden. Weniger kopieren, mehr erfinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLEICH UND GLEICH BEKÄMPFT SICH GERN
Gleich und gleich bekämpft sich gern, ist Dir schon mal aufgefallen? Denn liegt der Treffpunkt Dir viel zu fern, wie sollte es dann widerhallen? Der fester Fels neben Dir ist Dein Stern, keine Steine, die im Weltall knallen. Druck und Gegendruck, extern und intern, halten sich, wenn sie aufeinander prallen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAFELBERG

Tafelberg Mahlzeit Unsichtbare Riesen Götterspeisen Menschenzwerg entweiht diese Felsen und Wiesen wo Wolken kreisen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung






IM KERNE

Gleich und gleich gesellet sich gerne, Kommet mir vor, Gehet tiefer als fleischlich nahe und ferne. Steige höher empor und blicke hinein: Es lieget in dem Kerne. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UMGEKEHRT SEIN

Durch die Nacht
über die Wüste
in eine fremde bekannte Welt
über die ich mehr wüsste.
Nichts ist widersprüchlicher
als ein Land
auf dem alle Zuhause sind
und niemand.
Es ist dieser Schrei,
den ich immer in der Luft höre.
Jeder behauptet, hier ist‘s,
wo ich hingehöre.
Warum will Afrika
alles Fremde nehmen und lieben?
Warum will Europa
Fremdes im großen Stil abschieben?
Sollte es nicht umgekehrt sein
oder gar nicht?
Sollte es nicht umgekehrt sein?
Oder gar nicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
POLE
Sie waren Sommer und Winter
Schatten und Licht
Wohnten in der selben Natur
Kannten sich nicht
Einer vor, der andere dahinter
Sie waren Tag und Nacht,
Wohnten in der selben Kultur
Zwar ohne Zwietracht
Und doch ohne Eintracht.
Manche Menschen gibt es
Damit es uns geben kann.
Uns, den anderen Pol, gibt es
Damit im naturgesetzlichen Plan
Das Gleichgewicht herrschen kann.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
