Jenseits jedes Lächelns Gibt es jemanden, der ernst ist Im Herzen jeder Beziehung Gibt es jemanden, der getrennt ist Das Leben ist den Leichten schwer, Den Schweren leicht Wahre Verbindungen sind selten - Gewöhne Dich früh an die Einsamkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
deutsch
DIE KUNST ZU SCHWEIGEN
Für wen machen wir es?
Für andere oder für uns?
Am Ende weißt Du es:
Du bist allein. Wissen ist Kunst.
Kunst ist Macht.
Unfassbare Macht.
Die Kunst zu schweigen, wenn alle reden
Die Kunst, die richtigen Worte zu finden
Mit denen Du Dein Schweigen verschweigst.
Du Kunst zu reden, wenn alle schweigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER WEITER WEG
Mein Sohn lief mit mir durch die Nacht Und ich sah keine Nacht Ich sah ein Licht, das die Zukunft erhellte Und ich ging mit Zuversicht durch die Nacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER WEITERWANDERER
Ich verlasse die eine Stadt Wie ein Gedanke ein Gedächtnis verlässt Keiner wird sich an mich erinnern Ich wurde nie verinnerlicht Dieser dumpfe stumpfe Schmerz in meiner Brust Tut nicht einmal weh. Als ich in die nächste Stadt eindringe Wächst der Widerstand am Herzensrand Ich bin ein Einwanderer Aber die Stadt ist ein Eindringling Ich werde sie weiterwandernd wieder verlassen Doch sie wird mich nie wieder los lassen. Dieser dumpfe stumpfe Schmerz in meiner Brust Tut nicht einmal weh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SELBSTÄNDIG DENKEN
Und dann, als wären sie selbständige Wesen, Erheben sich meine Flügel und laufen durch die Luft, Umschreiben praktisch hochtönende politischen Thesen, Die zwischen Volk und Gesellschaft liegen wie eine Kluft. Ich laufe mit und fühle mich an Klarheit genesen - Klarheit und Mut - und wer nach meiner Art ruft, Kann sie im Himmel wie Gedichte im Flug lesen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLÜCKSREIZ
Aufgekratzter Traum Juckgeiz Zuckender Zeigefinger Glücksreiz Ich bin druckreif. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEINE EINSAMKEIT REICHT WEITER
Ihr fehlt mir Die Nacht ist so gross Die Stadt ist so leer Mein Bedürfnis geht tiefer Meine Einsamkeit reicht weiter Reicht Euch die Hand Wo seid Ihr? Ihr fehlt mir Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS MIT DEM HERZ
Wenn sie sagen: Hör mit Deinem Herzen Begreife ich: Das Herz ist ein Ohr Wenn sie sagen: Schaue mit dem Herzen Verstehe ich: Das Herz ist ein Auge Wenn sie sagen: Sag es mit Deinem Herzen Lerne ich: Das Herz ist ein Sprachrohr Wenn Du fragst, warum ich Dich höre Warum ich Dich sehe, warum ich Dich aufsauge Es ist weil ich Dein Herz bin Und Du meins, dem ich Liebe schwor. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ICH HÜTE EINEN TRAUM
Täglich die Welt zu umfassen Täglich die Welt wieder zurück zu lassen Täglich zu sein ein Teil der Massen Ohne zu gehören irgendeiner ihrer Klassen Was bin ich? Ich hüte einen Traum Und suche das Land mit dem passenden Raum Um dort zu pflanzen den Friedensbaum. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GUTE NACHT GESCHICHTE
Ich mag es, abends, zum Einschlafen mein Lieblingsmärchenbuch, Dein Herz, in die Hand zu nehmen und zu öffnen. Meine Finger wandern abwärts Meine Augen dringen einwärts Meine Gedanken schweben aufwärts Und dann schlafe ich friedlich ein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
