Das Leben geht weiter Der Geist wird leichter Das Gemüt wird wieder heiter Das Herz aufgeweichter Warum? Weil ein Lächeln Wie ein Funke irgendwann Aufgeht. Leben ist ein Fächeln, Befreit Dich des Dunkeln Bann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Dichterherz
BLUMENHERZEN
Herzen sind Blumen Sie wachsen und gedeihen und sie sterben auch. Liebe ist ihre Sonne Freude ist ihre Wonne Schmerz ist ihnen Regen Und Herausforderungen sind ihnen Erregen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
STRASSENMENSCHEN
Sie füllen die Straßen
Aber mit ihnen sind die Straßen leerer
Denn sie gehören nicht in diesen Gassen –
Aus welchen Schmerzen kommen sie hierher?
Gebrochene Herzen?
Verlorene Heimen?
Armut und Sucht und Sehnsucht?
Mit allen tun die Straßen sich reimen.
Mit denen, die sie leerer machen,
Und mit denen, die sie voller machen.
Mit denen, die sie schöner machen,
Und mit denen, die sie hässlicher machen.
Auch die, die nicht auf der Straße gehören,
Gehören auf der Straße.
Für jeden hat sie Platz und Ohren, die hören,
Bis er sie wieder verlasse.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE LAMPE
Die Lampe hängt über mir Wie ein zweiter Kopf; Ein Lichtschein wie ein heller Gedanke Wartend, klopf, klopf. Klopf! Aber mache ich auf? Sie spendet mir Licht Und erhellt mein Innenleben Aber ich sehe sie nicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
KURZ DAVOR
Bergwinde, Tragt Ihr das Alte fort? Bergwinde, Kehrt Ihr in mir vor Ort? Ihr singt von Hoffnung, von Zuversicht. Ihr weckt in mir Hoffnung, entfacht neues Licht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BERGFLÜSTERN
Die Berge reden mit mir Ich schwöre es Flüstern, Raunen, zu mir, in mir, Ich höre es Sie sagen mir Ich soll auf meine Innere Stimme hören Sie sagt mir Daß wir zusammen gehören. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ALLES AN DIR
Alles schlucke ich runter Nur Dich nicht Alles spucke ich raus Nur Dich nicht Bist Du draußen, bleibst Du dort Bist Du drinnen, bleibst Du hier Fest gewurzelt an Stelle und Ort In meinem Herzen, in unserm Wir. Wenn ich Dich ablehne, bist Du noch da; Wenn ich Dich annehme, bist Du nicht da. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MISSVERSTÄNDNISSE
Das Leben besteht aus Missverständnissen, Sie sind der Treibstoff tollster Geschichten. Sie sind die Bausteine unserer höchsten Erkenntnisse - Wir sind einander halb begreiflich wie Gedichte. Wer sich noch nie missverstanden haben, werden sich gegenseitig nie wirklich verstehen. Je näher wir uns kommen, desto mehr schlagen unsere Unterschiede aufeinander aus Versehen. Desto mehr sehen wir die Lücken und lernen, uns gegenseitig zu beglücken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACH DEM STURM
Das Herz ist leer gefegt worden Eine Straße nach einem Sturm Abuja riecht nach frischem Regen Öffnet sich nackt mit stiller Charme Und erinnert mich an etwas, das nie war, sich aber so anfühlt, als wäre es gewesen Und jetzt, wo es vorbei ist, wird mir klar Alles ernst zu nehmen, was ich einst gelesen. Che Chidi Chukwumerije Poems from the inner river
STILLES FEHLEN
Manch eine Nacht ist still –
Rege ich mich auf, wie ich will,
bleibt mein Herz ruhig und still.
Die Schmerzen schmerzen nicht mehr;
Das halbe Herz ist voll, die andere Hälfte leer –
Du fehlst und wirst fehlen immer mehr.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
