KEIN LEBEN WIE DAS ANDERE

Kein Tag wie der andere
Der düstere, der heitere
Kein Mensch wie der andere
Der dunklere, der hellere
Kein Lachen wie das andere
Das lautere, das leisere
Kein Weinen wie das andere
Das tiefere, das flachere
Keine Liebe wie die andere
Die erfülltere, die unerfülltere
Keine Nacht wie die andere
Die erholsamere, die schlaflosere
Kein Leben wie das andere
von Inkarnation zu Inkarnation…
Wechselnde Gestalt -
Selbstbestimmter Inhalt -
Steigendes oder fallendes Lebensgehalt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NACHTSEHNEN

Ab und zu fährt ein Auto vorbei
Ein Rauschen außerhalb des Fensters
Eins, Schweigen, zwei, Schweigen, drei…
Unterbrechungen der Nacht Flüsterregisters.

Zwischen den Autos ist es ganz still
Ich höre selbst das Schweigen schreien
Und zwischendurch ist alles, was ich will,
mein gefesseltes Herz endlich befreien.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

FÜR ZWEI

Mein Herz schlägt für zwei
Zwei Länder, zwei Kulturen
Zwei Namen, zwei Frisuren
Zwei Wege, zwei Sachen
Zwei Reisen, zwei Sprachen
Zwei Menschen, zwei Leben
Das Herz hat zwei Kammern eben
Aber niemals wirklich drei.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

‘RÜBERKOMMEN

Dein Da Sein
löst mal Freude mal Pein aus
Dein Erscheinungsbild allein
ist irgendwie einzig Dein Haus
Ich kann Dich besuchen
aber Du kommst nie daraus
Du musst es in Dir suchen
Korrektur, Erfolg und Applaus.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DU WEISST

Du weisst, wenn Menschen lügen.
Du spürst es fein.
In der Empfindung gibt‘s kein Betrügen,
der Verstand allein
denkt sich gerne sein Eigenes dabei,
erzeugt dazu den passenden Gefühlsbrei,
lässt sich blind in die Täuschung einfügen.
Und dennoch und dennoch und dennoch…
weißt Du es unterbewusst doch!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NUR UNSER GEIST

Ein künstliches Gehirn, das für uns denkt
aber nichts empfindet und nicht mal fühlt,
darf nicht sein was unsere Schritte lenkt,
uns belehrt, führt, füllt und aufwühlt.

Alles, was wir bereits entdeckten, ist nichts
im Vergleich zu dem, was wir noch nicht wissen.
Und nur unser Geist kann‘s finden. Angesichts
der Verrohung hilft keine KI, nur das Gewissen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE ANDERE SEITE

Eine Welt kann groß sein und leer -
was nutzt Dir ihre Größe dann?
Eine Liebe kann da sein aber schwer -
Was nutzt Dir ihre Nähe dann?
Ein Mensch kann Dir alles geben,
alles nehmen und Dir nichts vergeben -
Was nutzt Euch Eure Verbindung dann?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EINMAL BERÜHREN

Einmal schnell den Himmel berühren
und zurück…
Einmal tief die Seele berühren
bringt Glück…
Einmal lindernd die Wunde berühren
heilt sie ein Stück.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

HOFFNUNGSHERZEN

Höher
Immer höher
Steigt mein Verlangen

Größer
Immer größer
Die Tränen auf meinen Wangen

Freudentränen
Herzen, die sich sehnen
Zu einander schreien wie Sirenen

Lauter
Immer lauter
Herzen, die schreien und bangen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NACHTHELL

Nachts wird es hell
Empfindungen schnell
Gedanken originell
Essenziell, spirituell.

Das Lachen wird leichter
Entfesselter, kinderleichter
Zärtlicher, durchgeweichter
Streichelnder, federleichter.

Die Hoffnung lebt auf
Nimmt Alles in Kauf
Neuer Traum nimmt Anlauf
Und ich bin gut drauf.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung