UNEINIG

Wer hat die Tür
Geöffnet? Dafür
Muß er hinaus –
Es ist ein müdes Haus.

Der Stuhl kniet
Unter dem Tisch, beriet
Sich unsichtbar
Mit niemandem offenbar
Gefangen ist der Tisch fest
Denn die Stühle knieen zu sechst:
Eigentlich.

Wer sieht denn alles?
Ignoranz des x-ten Males
Würgt. Langsam atmen
Es ist meistens nur raten
Wenig wissen
Das Weltenhaus ist zerrissen
Eigentlich.

Dieses Gedicht
Endet deshalb heute nicht.

– Che Chidi Chukwumerije.

FLÜCHTIGE EMPFINDUNGEN

Früh am morgen
Während sich nächtliche Besucher
Wie Fangnetz vom Traum
Auf dem Heimweg machen
Der Baum reckt sich, schüttelt
Den Kopf, atmet ein und aus den Wind
Wer bist Du, Bewegung tausend Gedanken
Rollend schweigsam ins Licht
Das mir aufdämmern möchte?

Es ist ein Fehler, den ich
Oft wiederhole. Ich drehte mich
Um, um nach zu sehen
Und verlor den Faden.
Kluge Köpfe werden mir nun
Den ganzen Tag über Ersatzgedanken
Großzügig und ungebeten liefern
Aber weise Menschen werden mit mir schweigen
Und den Schatz in unserem Geist aufbewahren.

– Che Chidi Chukwumerije.

DIE LICHTSEHNSUCHT

Der Erdenkörper ist ein Betäubungsmittel
Wir sind blind und taub
Und zum Teil auch gelähmt

Das weitaus größere Teil von dem
Was es wahrzunehmen gibt
Bemerken wir nicht

Wir sehen es nicht, hören es nicht, fühlen es nicht
Wohl weil wir fleischlich eingemummt sind

Allein die Lichtsehnsucht kann uns befreien
Von aller Stofflichkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.

ECKEN UND KANTEN

Lebe ich unter den Toten oder
Sterbe ich unter den Lebenden?
Ein Teil von mir lebt und
Es soll auch leben

Ein Teil von mir stirbt
Und er soll auch sterben

Fremd sein ist Fluch und Segen
Anders sein ist sich selbst sein
Freude gibt es allein im Widerstand

Ohne Widerstand kein Wechselstrom
Keine wahre Verbindung
Keine Ehrlichkeit

Nur Heuchelei
Und Rollenspiele
Und Traurigkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.

SHADES OF CHE

Musik & Poesie / Music & Poetry

You are all welcome.
Afrobeat. Pop-Rock.
Slow and fast. Hard and soft.
And lots of poetry.

English/Deutsch

14th Feb 2018
Frankfurt am Main
Summa Summarum
21:30h

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WIEDER

Vogel flieg
Dem gebrochenen Flügel
Entgegen
Der Schlag des Aufpralls
Der Krach des Brechens
Die Atemlosigkeit des freien Falls
Die harte Landung
Und dennoch freut sich das Herz.
Morgen fliegst Du wieder.
Ich auch.

– Che Chidi Chukwumerije.

DAS NÄCHSTE OPFER

Das Herz ist Natur
Immer am Sterben und immer am Sich-Entfalten
Ist eine Blume
Immer am Sich-Umblättern
Ist ein Universum
Immer am Explodieren und am Abkühlen
Ist eine Schlange
Immer am Winden
Am Häuten
Am Lauern
Voller tödlichem Gift und heilender Kraft
Und immer bereit, das nächste Opfer hungrig zu verschlucken.

– Che Chidi Chukwumerije.

HIMMEL!

Ein Zug klopft in meinem Kopf
Mein Herz schlägt
Stark

Meine Augen öffnen sich kurz
schließen sich wieder
Ich bin allein.

Die Angst lähmt mich
Sorge verwirrt meine Gedanken
Die Hoffnung umarmt mich zart, ich bin inruhig
Wolken, grau, schweben über mir
ich sehe den Himmel nicht mehr.

Hebe den Fuß, Mensch, und schreite fort!
Ich höre die Stimme klar, zwar
doch ich habe Angst.

Wo ist der Himmel?

Stimme wieder, Stimme wieder:
Mußt du wirklich den Himmel sehen
um dich daran zu erinnern, daß er
da ist? Er ist immer da.

– Che Chidi Chukwumerije.

DIE ANGST

Wenn du zu schnell gehst
dann stürzest du…
Wenn du zu langsam gehst
dann kommst du zu spät an…
Wenn du zu froh bist
dann denkst du nicht klar…
Wenn du zu ernst bist
dann bekommst du keine Freunde…
Wenn du alleine bist
dann denkt man, daß du komisch bist…
Wenn du mit der Menge gehst
dann verlierst du deine Eigenpersönlichkeit …
Vorsicht… Vorsicht…
Du willst doch nur das Richtige tun…,
Lacht die Angst.

– Che Chidi Chukwumerije.

DAS KOMISCHE

Das Komische
ist, daß ich es nie erkenne
bis es vollbracht ist
immer

sondern glaube stete
noch beim Letzten zu sein
das allerdings schon längst vorbei ist
lautlos

Mich traf kurz vorher ein Blitz
Eine Erkenntnis –
Ich wollte aber als erstes mir den Titel besinnen
Aber bis mir der eindämmerte
war wieder weggeflogen bereits das Gedicht.

Das Komische
ist, daß ich es nie erkenne
bis es vollbracht ist… und heim geflogen –
Immer.

– Che Chidi Chukwumerije