ERKENNTNIS

Manchmal muss man
das Unvollendete unvollendet belassen,
um das Vollendete und Vollendungswillige
aufzufassen, anzufassen und zu erfassen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

GEHEIMNISSE

Red mit mir, Nacht,
sag mir, was der Tag verschweigt,
wenn er laut lacht
doch seine Sonne zum Ende neigt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

SORGENFREI

Der Abend naht
und mit ihm der Morgen.
Wer seine Probleme akzeptiert,
überwindet seine Sorgen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

SCHWEIGEND

Tausend Gedanken
Tausend Gefühle
Tausend Fragen

Wanken, schwanken
Ein arges Gewühle
Schweigend ertragen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

VIELLEICHT

Lass uns wir sein
Ich meine Du ich
und ich Du sein
innerlich, äußerlich.

Vielleicht dann
verstehen wir uns wirklich
Irgendwann.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WEITER GEHEN

Schwamm drüber
Red nicht mehr drüber
Drauf und drüber

Manches muss man nicht verstehen
Einfach sich wegdrehen
Und weitergehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MEHR MENSCHEN

Es gibt mehr Menschen
als es Menschen gibt,
denn die meisten Menschen
sind abwesend
wenn sie anwesend sind
und erst in Erscheinung treten
wenn Ihr Herz berührt
oder verletzt wird.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

LIEBE TUT ALLES

Sprechen ist Tun
Lieben ist Tun
Wer liebt, der ruht nicht
Er handelt und spricht
Und tut alles, was er muss
Um in der Liebe Genuss
Zu kommen zum Schluss.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ZUSAMMEN REISEN

Schritt für Schritt
Ich komme mit
Hand in Hand
Hinein ins Neuland
Kopf an Kopf
Zusammen, Eintopf
Herz zu Herz
Einwärts, aufwärts.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

REINE FREUNDSCHAFT

Eine Welt so groß
und dennoch für das Herz zu klein –
Auf Erden ist alles los
und dennoch fühlen sich viele allein.

Nur in der Freundschaft, wenn sie rein ist,
finden wir Echtes, das kein Schein ist,
ein Frieden, der hält, weil man nie allein ist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung